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IPOL GmbH

LLT Applikation GmbH ist ein technologieorientiertes Unternehmen mit einem spezialisierten Leistungsprofil auf dem Gebiet der Laser-Präzisions- und Mikrobearbeitung mit den beiden Hauptgeschäftsfeldern Maschinenbau Laser-Präzisions- und Mikrobearbeitungssysteme sowie Laserlohnfertigung und Applikationslabor. Das Unternehmen wurde 1997 von Dr. Siegfried Pause gegründet.
Im Bild: Firmengründer Dr. Siegfried Pause (l.) mit Tochter Larissa Pause, Geschäftsführerin und Gesellschafterin der LLT Applikation GmbH. Foto: wr

LLT Applikation GmbH: Geschichte der Gründung

Die Gründung

Laserfertigung in der LLT Applikation GmbH mit den beiden Geschäftsführern Larissa (Mitte) und Dr. Siegfried Pause (r.). Foto: wr

Ich hatte nach der Wende 1989 beschlossen Unternehmer zu werden, nachdem ich auch Alternativen (Beginn einer B-Aspirantur an der TH Ilmenau im Januar 1990) oder eine politische Laufbahn in Erwägung gezogen hatte. Da ich mich während meiner beruflichen Tätigkeit in der DDR stets in Forschung und Entwicklung in verschiedenen Industriezweigen beschäftigt war und mich wiederholt einer Parteizugehörigkeit erfolgreich entzogen hatte, war ich in keiner Weise vorbelastet und alle Wege standen mir letztlich offen. Mit der Gewerbeanmeldung für ein Ingenieurbüro für Lasertechnik im März 1990 und der Gründung des Ilmenauer Laserzentrum als BGB-Gesellschaft im Juni 1990 hatte ich mich entschieden, mein Wissen und meine Fähigkeiten in ein eigenes Unternehmen einzubringen und fortan als Unternehmer mit allen Risiken aber auch all den Chancen, die sich damals für kreative Köpfe eröffneten, den Lebensunterhalt für mich und meine 4-köpfige Familie zu bestreiten.

1991 wurde die ILZ GmbH gegründet und im gleichen Jahr auch ein zweites Unternehmen Lasercut Systemtechnik GmbH aus der Taufe gehoben. Plötzlich war ich Geschäftsführer von zwei Unternehmen.

Letztlich gehörte das Ilmenauer Laserzentrum auch zu den Gründungsunternehmen für des Technologie und Gründerzentrum Ilmenau. Und unsere ersten Geschäfte wickelten wir aus den ehemaligen Wohnbaracken  auf dem Gelände der Technischen Hochschule auf dem Ehrenberg der sogenannten Interimslösung ab. Das ILZ war auch das erste Unternehmen, das 1993 aus dem TGZ wieder ausgezogen ist, da wir in den Baracken weder den Platz noch ausreichenden Stromanschluss für den Aufbau einer ersten großen Laserschneidanlage, zum damaligen Zeitpunkt die größte ihrer Art in Thüringen, hatten. Fortan war der Firmenstandort Am Vogelherd 41 im Industriegelände des Glaswerkes. Mit den ersten großen Investitionen begann eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Als ich ab 1994 als Liquidator der ILMEG GmbH eine weitere große unternehmerische Aufgabe übernahm, war ich endgültig mit Haut und Haaren Unternehmer. Allerdings waren die Aufgaben, die sich aus der Geschäftsführertätigkeit für zwei im Aufbau befindliche Unternehmen und der Liquidation eines kommunalen Unternehmens ergaben, eine riesige Herausforderung, die mich manchmal an die Grenzen meiner physischen und psychischen Belastbarkeit brachte.

Im Neubau des TGZ in der Ehrenbergstraße 11, hatte ich bereits in der Projektierungsphase für die Entwicklungsabteilung des ILZ, mit der wir wieder an diesen attraktiven Standort zurückkehren wollten, spezielle Räumlichkeiten mit einem separaten Rolltor und leistungsfähigem Stromanschluss vorgesehen. Als 1996 nach Fertigstellung des Neubaus die Mietverträge abgeschlossen werden sollten, stellte sich aber heraus, dass das ILZ die Existenzgründerkriterien (nicht älter als 3 Jahre) nicht mehr erfüllte und somit nicht in den Genuss der Kaltmietförderung kommen konnte. Da ich meine Vorstellungen bezüglich der Entwicklung von Lasermaschinen für die Präzisions- und Mikrobearbeitung in ILZ nicht durchsetzen konnte, kam mir die Idee ein weiteres Unternehmen, die LLT Applikation GmbH, zunächst als Forschungsunternehmen zu gründen. Und mit dieser Neugründung konnten wir auch wieder im Technologie und Gründerzentrum unseren Platz finden. Nachdem die LLT in der Gründungsphase ein Tochterunternehmen des Ilmenauer Laserzentrum war, übernahm ich ein Jahr später die Gesellschaftsanteile des ILZ in den privaten Bereich. Ab diesem Zeitpunkt lagen alle Entscheidungen für die weitere Entwicklung des Unternehmens in meiner Hand.

1999 konnten wir ein erstes großes Entwicklungsvorhaben für eine neue Laser-Präzisionsbearbeitungsanlage erfolgreich abschließen und im gleichen Jahr wurde auch eine erste Kundenmaschine verkauft. Bereits nach drei Jahren wurden uns die verfügbaren Räumlichkeiten im TGZ schon wieder zu eng und Erweiterungsmöglichkeiten gab es zu diesem Zeitpunkt leider nicht. So entschloss ich mich im Herbst 1999, gerade hatte ich meinen 50. Geburtstag gefeiert, einen Neubau im Industriegelände am Vogelherd zu errichten. Das war zu diesem Zeitpunkt der erste Neubau an diesem Standort, der sich gerade in der Rekonstruktion der Infrastruktur befand. Im Januar 2002 wurde das neue Firmengebäude ‚Am Vogelherd 51‘ bezogen. Der wichtigste Meilenstein in dieser Zeit war aber der Entschluss meiner Tochter, Larissa Pause nach dem erfolgreichen Abschluss Ihres Studiums als Wirtschaftsingenieur mit der Fachrichtung Maschinenbau eine Tätigkeit im väterlichen Unternehmen zu beginnen, obwohl Sie lukrative Angebot aus der Automobilindustrie hatte. Bei Daimler in Rastatt hatte Sie ein Jahr zuvor auch ihr Praktikum absolviert. Diese Entscheidung war für das Unternehmen und für mich ein Glücksfall, der die gesamte weitere Entwicklung prägte.

Im Jahr 2004 verkaufte ich meine Geschäftsanteile am Ilmenauer Laserzentrum, um mich danach ausschließlich um die erfolgreiche Weiterentwicklung der LLT GmbH als innovatives Maschinenbauunternehmen zu kümmern. Das wichtigste Erfolgsrezept waren die ständigen eigenen Entwicklungsarbeiten, die uns auf dem Gebiet der Laser- Präzisions- und Mikrobearbeitung einen Wettbewerbsvorsprung auch gegenüber den großen Unternehmen der Branche sicherten. Mehr als 15 Entwicklungsvorhaben als Einzel- oder Verbundprojekte wurden durchgeführt und alle erwirtschafteten Gewinne wurden in diese Projekte oder neue Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen investiert. Aus der Verwertung und Vermarktung der Ergebnisse der FuE-Vorhaben resultierte der unternehmerische Erfolg. Ab 2005 übernahm Larissa auch ein Drittel der Gesellschaftsanteile des Unternehmens und die zusätzliche Verantwortung als zweite Geschäftsführerin. 

Nach nicht einmal zehn Jahren wurde es auch schon wieder in den ca. 1.500 Quadratmetern des Neubaus zu eng, so dass im Jahr 2009 eine weitere Halle für den Maschinenbau errichtet wurde. Durch die Präsentation unserer Maschinen auf zahlreichen Messen, mehr als 50 Veröffentlichungen und ständige Marketingaktivitäten hatte sich die LLT GmbH einen soliden Platz im Markt der Laserbearbeitungssysteme für die Präzisions- und Mikrobearbeitung erarbeitet.

Fragen zum Gründungsprozess

Dr. Siegfried Pause, Gründer der LLT Applikation GmbH. Foto: wr

(im Gespräch mit Dr. Siegfried Pause, Gründer der LLT Applikation GmbH)

Was waren die größten Herausforderungen bei der Gründung und wie haben Sie sie bewältigt?

Zum Zeitpunkt der Gründung der LLT Applikation hatte ich bereits umfangreiche Erfahrungen aus der Gründung von zwei vorausgegangenen Unternehmen und letztlich auch als Liquidator der ILMEG GmbH. Insofern waren mir die erforderlichen Schritte, die notwendig sind, um ein Unternehmen zu gründen, bekannt. Die größte Herausforderung zu dieser Zeit war, die zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen, da ich ja auch noch Geschäftsführer von zwei weiteren Unternehmen war. 

Die zweite Herausforderung war es zu dieser Zeit, geeignete Mitarbeiter zu finden. Hier kam mir manchmal der Zufall zu Hilfe, aber auch die gute Verbindung zur TU Ilmenau.

Die dritte Herausforderung war die Notwendigkeit, in einer vergleichsweise frühen Phase der Unternehmensentwicklung einen Neubau „aus dem Boden“ zu stampfen. Ohne die Investitionsförderung, von denen die Wirtschaft in den neuen Ländern profitierte, wäre das nicht möglich gewesen. Und es gehörte auch eine Portion Überzeugungskraft dazu, die Banken und letztlich den Projektträger, die Thüringer Aufbaubank, die Chancen für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung glaubhaft zu machen. In dieser Zeit war eine 60- bis 70-Stundenwoche für mich normal, und es kam auch schon mal vor, dass die Familie ohne mich in den Urlaub fahren musste.

Ob positive Momente oder Herausforderungen – wie würden Sie Ihr Gründerdasein in Schlagworten beschreiben?

  1. Nur als Unternehmer kann man die Umsetzung eigener Ideen und Ziele – egal ob es sich um neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen handelt – uneingeschränkt verfolgen und ausleben. Dem gegenüber steht natürlich auch immer das Risiko zu scheitern, was nicht selten auch gleichbedeutend mit dem Verlust der privaten Existenz einhergeht. 
  2. Als Unternehmer Erfolg zu haben, etwas aufzubauen und zu gestalten, andere Menschen in diese Prozesse mit einzubinden und ihnen die Chance für eine berufliche Zukunft zu eröffnen, ist eine Möglichkeit ein hohes Maß an Zufriedenheit mit dem eigenen Tun zu erreichen. Wenn dann noch der persönliche materielle Erfolg dazukommt, mit dem man sich persönliche Wünsche erfüllen kann und der Sicherheit für die eigene Familie schafft, ist das der schönste Lohn eigener Arbeit.
  3. Wer schnell das große Geld verdienen möchte, sollte nicht unbedingt ein Unternehmen gründen, sondern lieber an der Börse spekulieren.
  4. „Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt“ dieses Zitat von Schiller aus dem Wilhelm Tell trifft eine Stück weit auf den Unternehmer zu, so wie ich ihn verstehe. Als Unternehmer trage ich die Verantwortung nicht nur für meine eigenen Entscheidungen und das eigene Tun sondern auch für die Mitarbeiter.
  5. Ein verantwortungsvoller Unternehmer hat eine langfristige Entwicklung seines Unternehmens im Auge, das schließt die Nachhaltigkeit der entwickelten Produkte und Verfahren und Ihre Umsetzung ebenso ein, wie eine Notfallplanung und die Vorsorge für die Mitarbeiter und insbesondere eine Nachfolgeregelung für den Fall des eigenen Ausscheidens aus dem Unternehmen.

Was erwarten Sie für die Zukunft Ihres Unternehmens?

Mit unserer Spezialisierung auf dem Gebiet der Laser-Präzisions- und Mikrobearbeitung sind wir in einer weltweiten Wachstumsbranche tätig. Um dort Erfolg zu haben setzt aber voraus, dass man ständig neue Entwicklungen verfolgt und seine Produkte und Verfahren ständig weiterentwickelt. In den letzten drei Jahren hatte LLT zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Ertrag erreicht. Das lässt sich nicht auf lange Sicht in dem Maße fortsetzen. Den erreichten Marktanteil aber mittelfristig zumindest zu halten, ist das Minimalziel für die Unternehmensentwicklung.

Die Unternehmensnachfolge haben wir bei LLT mit dem Engagement von Larissa Pause als Geschäftsführerin und Hauptgesellschafterin erfolgreich geregelt. Jetzt kommt es darauf an, die Strukturen so zu profilieren, dass die Unternehmensprozesse noch effizienter gestaltet werden können. Das betrifft z.B. Energieeffizienz genauso wie ein planmäßiges Personalmanagement oder Verbesserung im Einkauf, bei der Logistik und letztlich der Kostenreduzierung.

In den nächsten 10 Jahren sollte sich LLT zu einem führenden Maschinenbauunternehmen für Laser-Präzisions- und Mikrobearbeitungssysteme zumindest auf dem europäischen Markt entwickeln.

Haben Sie jemals bereut, sich für den Weg in die Selbstständigkeit entschieden zu haben?

Natürlich hatten auch wir schwierige Phasen in der Unternehmensentwicklung, z.B. während der Finanzkrise im Jahr 2009, verbunden mit einem erheblichen Umsatzrückgang im Maschinenbau. Aber auch damals haben wir keine Mitarbeiter entlassen. 

Manchmal habe ich mir schon gesagt, als Hochschullehrer oder als Beamter hätte ich ein viel leichteres Leben haben können, aber bereut habe ich den Schritt in die Selbständigkeit nie.

Was mich besonders stört, ist die Neiddebatte in Deutschland und das Ansehen, das Unternehmer in der öffentlichen Wahrnehmung genießen. Die soziale Marktwirtschaft eröffnet letztlich jedem die Chance, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. Leider werden es in den letzten Jahren aber immer weniger, die das tun.

Unser Standort

Was macht Ilmenau als Unternehmensstandort attraktiv?

Ilmenau ist ein attraktiver Unternehmensstandort. Wir haben zwischenzeitlich eine gut funktionierende Infrastruktur und ein breites Netzwerk an innovativen Firmen, die gut zusammen arbeiten können. Eine ganz wesentliche Rolle spielt die Technische Universität und das Technologie- und Gründerzentrum, da hier die kreativen Ideen für neue Unternehmensgründungen entstehen. 

Letztlich habe ich als Moderator des Unternehmerstammtisches in Ilmenau über mehr als zehn Jahre und heute noch als Unternehmervertreter in der Lenkungsgruppe für das Regionalmanagement mit dazu beigetragen, dass sich solche Netzwerke entwickeln konnten.

Und letztlich passen auch die weichen Standortfaktoren. Die Nähe zum Thüringer Wald, eine intakte Natur und letztlich auch zahlreiche Sport- und Freizeitangebote machen Ilmenau zu einem guten Standort, um hier zu arbeiten und zu leben.

Unsere Tipps

Das neue Firmengebäude ist ein markanter Blickfang auf dem Ilmenauer Industriepark „Am Vogelherd“ Foto: wr

Welche Tipps können Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

  • Hohe Ansprüche an sich selbst stellen zu können, ist die erste Voraussetzung, um Unternehmer zu werden. Eine 40-Stundenwoche reicht bei weitem nicht aus, um ein Unternehmen von der ersten Gründungsidee bis zum ersten Markterfolg aufzubauen. 
  • Man muss überzeugt sein, von der eigenen Idee für die Unternehmensgründung. Allerdings sollte man vorher immer eine Marktanalyse voranstellen, um die Chancen und Risiken einer eigenen Unternehmensgründung besser einschätzen zu können.
  • Es gibt zwischenzeitlich in unserer Region eine große Anzahl erfolgreicher Unternehmer, die nach der Wende ihre Unternehmen gegründet haben. Scheuen sie sich nicht, gegebenenfalls auch dort einen Rat zu suchen. 
  • Als Unternehmer kann und sollte man Visionen haben, sich aber stets nur erreichbare Ziele setzen.

Das Unternehmen

LLT Applikation GmbH, Am Vogelherd 51, 98693 Ilmenau

Telefon: +49 3677 4633-0

Telefax: +49 3677 4633-10

E-Mail: info@LLT-ilmenau.de

www.LLT-ilmenau.de

Gegründet: 1997
Gründer: Dr.-Ing. Siegfried Pause
Mitarbeiter heute: 25 (Stand Oktober 2015)
Branche: Lasertechnik
Produkt/Innovation: Laser-Präzisions- und Mikrobearbeitungssysteme, Laserlohnfertigung und Applikationslabor