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Kampf um Maschinenbauingenieure auf dem Arbeitsmarkt

„Fachkräfte gewinnen und halten“ war das Leitthema des Technologie-Stammtischs, zu dem sich 20 Gäste in der TechnoTeam Bildverarbeitung GmbH Ilmenau trafen.

Ulrike Kücker (r.), stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Initiative Erfurt Kreuz e.V., Gunnar Maaß (l.), Ilmenauer Gründerinitiative „auftakt“. Foto: wr

Ulrike Kücker, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Initiative Erfurt Kreuz e.V. und Geschäftsführerin der Olympia Personalleasing GmbH Arnstadt, stellte in einem Impulsvortrag zum Thema die Aktivitäten der Initiative Erfurt Kreuz zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften für die Mitgliedsunternehmen vor. Als zentrales Anliegen des Vereins hatte sich die Initiative diesem Thema schon früh zugewandt. Insbesondere setzt die Initiative Erfurt Kreuz auf eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen der Region, um junge Leute für eine Berufsausbildung in Mitgliedsunternehmen zu gewinnen.

Veranstaltungen wie „Ein Tag im Unternehmen“ für die achten Klassen, eine „Schüleruni“ für neunte und elfte Klassen sowie das Großevent „Industrieerleben“ nannte sie als Beispiele. Ein Bewerbungsportal für alle 80 Mitgliedsunternehmen auf der Website der Initiative Erfurt Kreuz bietet Arbeitssuchenden die Möglichkeit, mit einer Bewerbung bei allen Unternehmen der Initiative präsent zu sein. Darüberhinaus arbeitet der Verein mit der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung eng zusammen und beteiligt sich an unterschiedlichen Berufsinformationsmessen.

Ulrike Kücker nannte das ehrgeizige Ziel, bis zu 3000 Schüler mit Hilfe des Thüringer Arbeitskreises „SchuleWirtschaft“ in Veranstaltungen wie „Ein Tag im Unternehmen“ zu integrieren. Leider, so Kücker, sei das Interesse im Raum Ilmenau momentan noch recht gering. Sie rief die Ilmenauer Unternehmer dazu auf, bei diesen Aktionen mitzumachen. Auch sei die Beteiligung von Schulen aus Ilmenau noch stärker gefragt. Als stellvertretende Vorsitzende der Initiative Erfurter Kreuz sprach sie den Wunsch aus, dass Unternehmen aus dem südlichen Ilm-Kreis Mitglieder des Vereins werden.

Bereits in seinem Vortrag zur Vorstellung seines Unternehmens hatte Dr. Franz Schmidt Geschäftsführer der TechnoTeam Bildverarbeitung GmbH, die Aktivitäten seines Unternehmens zur Fachkräftesicherung erläutert. Die Übernahme von Kosten zur Kinderbetreuung und Gesundheitsvorsorge sowie eine großzügige Dienstwagenregelung nannte er als Sonderleistungen der Firma neben einem guten Gehalt. Die Rekrutierung von nachwuchs erfolge vor allem über die TU Ilmenau.

Für Dr. Ralph Mikolaschek, Geschäftsführer der CESYS GmbH, findet momentan ein Kampf um Maschinenbauingenieure auf dem Arbeitsmarkt statt. Das Unternehmen arbeitet für Großkunden über Werkverträge oder auch im Rahmen von Personaldienstleistungen zusammen. BMW, Siemens und Zeiss Oberkochen sind hier die Partner. Auch CESYS gewinnt Nachwuchs gern von der TU Ilmenau, aber auch von anderen Hochschulen. Als erstes werden die Absolventen in speziellen Lehrgängen für den Umgang CAD-Tools fit gemacht. Mikolaschek: „Wer von der Uni kommt ist zwar theoretisch gut aufgestellt, doch für Kunstruktionsaufgaben in der Praxis nicht gerüstet. Wenn wir die Leute fit machen kommen schnell 20.000 bis 30.000 Euro pro Arbeitsplatz zusammen.“ Und nur zu gern werden diese Fachkräft dann von Partnerunternehmen abgeworben.

Von den etwa 100 Mitarbeitern der BN Automation AG sind 50 Prozent Ingenieure, berichtete Dr. Frank Bonitz, Vorstand der Aktiengesellschaft. Weil die Zahl der Absolventen viel zu gering ist, setzt das Unternehmen immer mehr auf eigene Qualifikation. Bonitz: „Für uns hat das duale Studium in der Berufsakademie immer größere Bedeutung gewonnen. Den Besten bieten wir im Anschluss ein Masterstudium an der TU Ilmenau.“ Wenngleich er früher gegenüber dem Studium in der Berufsakademie eher skeptisch gegenüber stand, habe sich dieses duale Studium inzwischen als gute Möglichkeit erwiesen, Nachwuchs heranzubilden. Seit zehn Jahren nutze BN Automation diesen Weg mit großem Erfolg. Insbesondere die enge Verzahnung mit der Praxis im Unternehmen wirke sich sehr positiv aus.

Für Ilmenau forderte Frank Bonitz, die Stadt für junge Leute dadurch attraktiver zu machen, dass die Universität stärker in der Innenstadt verankert wird. Die Lebensqualität der Region müsse insgesamt stärker ins Denken der Menschen hineingebracht werden. Ein ähnliches Problem konstatierte Ulrike Kücker für Arnstadt: „Anstatt darüber nachzudenken wie die Stadt stärker belebt werden kann, sodass mehr Menschen in die Innenstadt kommen, macht man sich in Arnstadt Gedanken über  Verkehrsberuhigungen, die dafür eher hinderlich sind.“

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