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Arnstadt stellt Ideen zur Landesgartenschau vor – der ganze Ilm-Kreis soll mit profitieren

In einer mit 80 Gästen gut besuchten Bürgerversammlung im Theater im Schlossgarten hat die Stadt Arnstadt die Bewerbung zur Landesgartenschau 2028 präsentiert.

Der Schlossgarten mit Neideckturm soll einer der zentralen Orte im Konzept zur Gestaltung der Landesgartenschau in Arnstadt werden. Foto: wr

Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling will, falls die Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2028 erhält, dass der Ilm-Kreis insgesamt und seine Kommunen davon profitieren. Das kündigte er in der Bürgerversammlung im Theater im Schlossgarten an, in der am 18. Oktober 2021 die Machbarkeitsstudie für die Bewerbung vorgestellt wurde. Dazu habe es inzwischen auch Kontakte zur Nachbarstadt Ilmenau gegeben. Deren Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß würde ein gemeinsames Projekt der beiden großen Städte des Ilm-Kreises begrüßen. Auch weitere Gemeinden sollen einbezogen werden. Zu Gast in der Bürgerversammlung war auch Apoldas Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand, der darüber berichtete, welche günstigen Auswirkungen die Landesgartenschau 2017 für die Kreisstadt gebracht hat. Er wies darauf hin, dass sich die Ausrichtung der Landesgartenschau nicht nur positiv auf die garten- und landschaftsgestalterische Situation Apoldas ausgewirkt habe, sondern zugleich eine Vielzahl weiterer Förderprojekte beschleunigt habe. Mit etwa 60 Millionen Euro bezifferte er die Gesamtkosten bei einem selbst gesteckten Limit von 15 Millionen Euro als Eigenmittel.

Kosten von rund 370 Millionen Euro veranschlagt

Landschaftsplanerin Heike Roos, sie hatte bereits die Planung der Landesgartenschau in Apolda geleitet, veranschlagte für Arnstadt allerdings eine deutlich höhere Summe, angesichts der gesteckten Ziele und Projekte. Dabei würde es um rund 370 Millionen Euro gehen, bei einem Eigenanteil von zirka 44 Millionen Euro. Der Fluss Gera und die angrenzenden Parks und Grünräume sollen gestalterisch aufgewertet werden. Der Anspruch Arnstadts als Kulturstadt mit Johann Sebastian Bach an der Spitze soll vor allem stark zum Tragen kommen. Generell will sich die Kreisstadt des Ilm-Kreises als Wirtschafts-, Wohn- und Bildungsstandort sowie als Tourismusregion weiter profilieren. Die Bedingungen dafür seien in der Machbarkeitskonzept als besonders gut beschrieben, weil Arnstadt eine einzigartige Komposition aus Historie und Kultur, moderner Industrie und Hightech-Ansiedelungen, Natur und Lage bietet. Nirgendwo sonst in Thüringen prallen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so intensiv aufeinander.

Konkret geht es darum, die Innenstadt durch Fortsetzung der Stadtsanierung aufzuwerten und öffentliche Räume weiter zu gestalten, zentrale Punkte der Stadt besser miteinander zu verbinden, vorhandene Grünräume weiterzuentwickeln und zu vernetzen sowie Brachen neu zu gestalten und zu revitalisieren. Der historische Stadtkern und die teilweise erhaltene Stadtmauer sind Teil der über 1300-jährigen Stadtgeschichte. Damit ist Arnstadt der älteste, urkundlich erwähnte Ort in Thüringen. Johann Sebastian Bach begann sein künstlerisches Wirken in Arnstadt, das jährliche Bach-Festival-Arnstadt zieht heute Kulturinteressierte und Musikliebhaber aus der ganzen Welt an. Zugleich befindet sich im Norden der Stadt mit der Industriegroßfläche „Erfurter Kreuz“ das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Thüringens. In zahlreichen Hightech- und Industrieunternehmen sind über 8.000 Menschen beschäftigt. Tendenz stark steigend.

Besondere Orte und Plätze sind Hauptbestandteile der Bewerbung

Naturräumlich und touristisch wird Arnstadt durch die Lage am nördlichen Rand des Thüringer Waldes, die Gera und die Wilde Weiße geprägt. Die Stadt gilt häufig als Tor zum Thüringer Wald. Neben der landschaftlichen Schönheit sind viele weitere historisch und kulturell bedeutende Orte wie die Landeshauptstadt Erfurt, Eisenach, Gotha und Weimar von Arnstadt aus leicht zu erreichen. Das zieht jährlich viele Städte- und auch Radtouristen an. Zahlreiche regionale Rad- und Wanderwege kreuzen die Stadt. Hauptbestandteile der Bewerbung sollen ganz besondere Orte und Plätze wie der Schlossgarten, die Schlossruine Neideck, das Fischtor mit der historische Brücke, der Alte Friedhof, das Neues Palais, die Liebfrauenkirche und der Prinzenhof sein. Sie alle sind Teil der unverwechselbaren Stadtgeschichte, sie alle gelten als Träger von hohem Potential zur Weiterentwicklung.

Eine Landesgartenschau (Laga) soll dazu beitragen, Lebensräume und Grünzonen zu schaffen, die unter umweltpolitischen und ökologischen Gesichtspunkten gestaltet sind. Gleichzeitig sollen städtebauliche und strukturelle Defizite der Kommunen aufgearbeitet werden. Sie sollen insbesondere Naherholungsangebote, Möglichkeiten der wohnungsnahen Freizeitgestaltung, die ökologische Qualität von Flächen und Gewässern, das Stadtklima und damit generell die Lebensbedingungen verbessern. Die Landesgartenschauen sind ein Instrument der Stadtentwicklung, Orte der Umweltbildung und natürlich Leistungsschauen des Thüringer Gartenbaus.

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