EN
DE

Ilm-Kreis mit jährlichen leichten Einwohnerverlusten

Höchste Wanderungsgewinne bei unter 30-Jährigen in Jena und Erfurt, der Ilm-Kreis liegt im guten Mittelfeld, die Ostthüringer Landkreise verzeichnen die höchsten Wanderungsverluste.

Die Universitätsstadt Jena und Landeshauptstadt Erfurt profitierten im Jahr 2013 unter den Landkreisen und kreisfreien Städten am stärksten von der Zuwanderung bei den unter 30-Jährigen. Für 2013 hat das Thüringer Landesamt für Statistik die Zahlen komplett erfasst und aufbereitet. Nach Mitteilung des Landesamtes lag der Wanderungsgewinn in dieser Altersgruppe in Erfurt bei 1319 Personen, was 79 Personen je 1000 Einwohner dieser Altersgruppe entspricht. In Jena waren es 924 unter 30-Jährige, die in diesem Zeitraum mehr zuzogen als fortzogen beziehungsweise 80 Personen je 1000 derselben Altersgruppe.

Der Ilm-Kreis verzeichnet in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen ein Minus von 46 Personen, beziehungsweise einen Verlust von elf Personen je 1000 Einwohner. Über alle Altersgruppen ergibt sich ein Negativsaldo von 61 Personen beziehungsweise ein Verlust von einem Einwohner pro 1000. Damit hat sich der Ilm-Kreis mit jährlichen leichten Verlusten im guten Mittelfeld der Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte positioniert. Im Rückblick auf die drei Jahre von 2011 bis 2013 zeigt sich für den Ilm-Kreis eine relativ stabile Entwicklung. Lag der Wanderungssaldo 2011 bei minus 82, ging er 2012 auf minus 41 zurück, um 2013 auf minus 61 wieder etwas anzusteigen. Im Vergleich dazu haben sich die Wanderungsbewegungen im Nachbarkreis Gotha volatiler gezeigt, doch letztlich mit einem positiven Saldo. Mit einem Plus von 42 Einwohnern schloss das Jahr 2011 ab. 2012 gab es im Landkreis Gotha einen Verlust von 34 Einwohnern. Doch 2013 stand am Ende ein Gewinn von 433 Personen der Einwohnerbilanz.

Der Landkreis Greiz, das Altenburger Land und der Kyffhäuserkreis hatten im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung die höchsten Verluste bei den unter 30-Jährigen in 2013. Der Landkreis Greiz hatte einen Wanderungsverlust von 326 Personen (-82 Personen je 1000 Personen), das Altenburger Land verlor per Saldo  259 unter 30-Jährige (-62 Personen je 1000 Personen) und den Kyffhäuserkreis verließen 238Personen (-65Personen je 1000 Personen) mehr, als in der genannten Altersgruppe zuzogen. In der Altersgruppe der über 30-Jährigen profitieren vor allem die Landkreise Gotha und die Stadt Gera. In Gotha betrug der Wanderungsgewinn 305 Menschen (9 Personen je 1000 Einwohner) und in Gera 174 (7 Personen je 1000 Einwohner).

Die größten Verluste im Verhältnis zur Bevölkerung in dieser Altersgruppe weisen Jena mit 287 (-11 Personen je 1000 Einwohner) und Suhl mit 60 Einwohnern (-7 Personen je 1000 Einwohner) auf. Über alle Altersgruppen betrachtet profitierten die kreisfreien Städte Erfurt und Jena. Auf 1000 Einwohner beträgt der Wanderungsgewinn für Erfurt sieben und für Jena sechs Personen. Die größten Verluste meldeten der Kyffhäuserkreis, das Altenburger Land, der Landkreis Greiz und der Saale-Orla-Kreis mit einem Wanderungsverlust von je vier Personen pro 1000 Einwohner. 

Die Zuzugsgewinne über die Kreisgrenze im Jahr 2013 wurden hauptsächlich durch die Nichtdeutschen getragen. So konnten die kreisfreien Städte Jena, Weimar und Eisenach, aber auch die Landkreise  Schmalkalden-Meiningen, Gotha, Sömmerda und der Saale-Holzland-Kreis die Wanderungsverluste bei den Deutschen durch Wanderungsgewinne bei den Nichtdeutschen mindestens ausgleichen. Nur in der Stadt Erfurt waren die Wanderungsgewinne im Jahr 2013 bei  den  Deutschen (+835 Personen) größer als bei Nichtdeutschen (+635 Personen).

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik