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Die meisten Bürgernachfragen gab es zum Projekt der Reaktivierung des Arnstädter Güterbahnhofs

In einem Bürgergespräch am 23. November 2021 stand der Projektfortschritt des Batterieherstellers CATL im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ im Mittelpunkt.

Bürgerdialog bei CATL Contemporary Amperex Technology Thüringen GmbH im Industriegebiet Erfurter Kreuz. Foto: wr

Der chinesische Batteriehersteller CATL Contemporary Amperex Technology Limited errichtet im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ eine große Produktionsstätte für Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge. Das Großprojekt sowie die wachsende Zahl der dort angesiedelten Unternehmen zieht nicht nur erhebliche Veränderungen für das Industriegebiet nach sich, sondern auch für das Arnstädter Stadtgebiet. Aus diesem Grund wurde am 23. November 2021 ein hochkarätig besetztes Bürgergespräch in den Räumen von CATL anberaumt. Anwesend waren Wolfgang Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Susanna Karawanskij, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Matthias Zentgraf, Europachef von CATL, Andreas Krey, Sprecher der Geschäftsleitung der LEG Thüringen, Martina Lang, ehrenamtlicher Beigeordnete der Stadt Arnstadt in Vertretung des Bürgermeisters, Matthias Kittel, 1. Beigeordneter Amt Wachsenburg, Frank-Peter Tille, Geschäftsführer Thüringer Energienetze sowie Kai Birnstein Deutsche Bahn Cargo. Die Moderation übernahm Peter Rüberg von MDR Thüringen.

Zu Beginn ging Wirtschaftsminister Tiefensee auf die Bedeutung der Industriegroßfläche „Erfurter Kreuz“ und den Aufbau eines großen Batteriewerks durch einen der Weltmarktführer auf diesem Gebiet ein. Er hob ebenso wie Infrastrukturministerin Karawanskij den Dialog mit den Bürgern hervor, der im vergangenen Jahr bereits wegen Corona ausfallen musste, in diesem Jahr aber trotz steigender Infektionszahlen unbedingt stattfinden sollte. So waren umfassende Hygienemaßnahmen einzuhalten, beispielsweise die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 60. Alle weiteren Interessienten konnten die Veranstaltung im Livestream der LEG Thüringen verfolgen.

Fragestellungen zur Flächennutzung, zur Infrastruktur, zur Arbeitsplatzsituation

Umfassende Fragestellungen zur Flächennutzung, zur Infrastruktur, zur Arbeitsplatzsituation, zum Wohnen und sozialen Umfeld kamen zur Sprache. Neben der Entwicklung des Großprojekts CATL standen vor allem die Straßenanbindungen in der Diskussion, die am Erfurter Kreuz immer stärkerer Belastung ausgesetzt sind, ganz besonders aber das Vorhaben, den Warenverkehr von CATL in hohem Maß auf die Schiene zu verlegen. Einen Überblick über die sechs Bauabschnitte des 439 Hektar großen Industriegebiets gab Heiko Reinhardt von der LEG Thüringen. Er ging auch auf die geplante Erweiterung der Verkehrsknoten Lützer Feld in der Gemarkung Arnstadt und Wolff-Knippenberg-Straße in der Gemarkung Amt Wachsenburg ein sowie auf den Ausbau der Landesstraße 1044 zur Autobahn A4.

CATL-Europachef Matthias Zentgraf berichtete über den Bau des neuen Gebäudes für die Zellproduktion. Dort werden Anlagen aus China aufgestellt. 179 Beschäftigte aus der hiesigen Region wurden bereits eingestellt, mehr als 30 Neueinstellungen sollen bis zum Ende des Jahres erfolgen. Hinzu kommen 115 Experten aus China, die in dem Werk tätig sind. Zentgraf unterstrich, den hohen Energiebedarf für die Batterieproduktion, weshalb ein 110 Kilovolt Anschluss nötig ist. Dazu äußerte sich Frank-Peter Tille, Geschäftsführer Thüringer Energienetze. Die Planungen dieses Unternehmens sehen eine 110-Kilovolt-Leitung für CATL vor, für die allerdings eine neue Trasse gefunden werden musste.

Den bedeutendsten Anteil, auch bei den anschließenden Bürgernachfragen nahm das Projekt Reaktivierung des Arnstädter Güterbahnhofs ein. Kai Birnstein von DB Cargo gab hierzu einen Einblick in die Planungen der Deutschen Bahn. Beim Ausbau des alten Güterbahnhofs zu einem modernen Logistikterminal solle auch der Personenbahnhof einer Aufwertung unterzogen werden. Er kündigte an, die Anlage in das architektonische Stadtumfeld einzufügen, Schall- und Lichtemissionen zu begrenzen. Es werde lediglich einen Zweischicht-Betrieb geben, sodass in der Nacht keine Rangierfahrten stattfinden. Hierzu artikulierten Anwohner die größten Sorgen. Birnstein betonte, dass dieser Standort alle Voraussetzungen erfülle, um eine Verladung von acht LKW pro Stunde zu ermöglichen. Allerdings müsse die „letzte Meile“ auf der Straße gefahren werden. Hier sollen Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. DB Cargo hat hierzu eine eigene Website gestaltet.

Zu CATL Contemporary Amperex Technology Limited

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