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Gemeinsame Stärken schärfen, Entwicklungspotenziale eröffnen und Synergien für die Region nutzen

Das Regionalmanagement Thüringer Bogen hat am heutigen 1. März 2022 gemeinsam mit Landrätin Petra Enders und Landrat Onno Eckert Bilanz seiner bisherigen Arbeit gezogen.

Ausschnitt aus dem Berufsorientierungsfilm Lebensmitteltechniker. Foto: noxus TV

Das Denken in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum anstatt in engen Kreisgrenzen hoben Landrätin Petra Enders für den Ilm-Kreis und Landrat Onno Eckert für den Landkreis Gotha als besonderes Merkmal und als Vorteil des Regionalmanagement der beiden Kreis hervor. Petra Enders sagte einleitend: „Wir bündeln unsere Kräfte, bearbeiten gemeinsam die regional wichtigen Themen und entwickeln ein regionales Marketing, um den Thüringer Bogen als Wirtschaftsstandort dauerhaft zu sichern und weiterentwickeln zu können. Es ist ein Früchte tragendes Projekt.“ Onno Eckert ergänzte: „Wir haben eine ganze Reihe von Projekten begonnen und in Vorbereitung, die langfristig angelegt sind. Aber wir haben auch von Anfang an Vorhaben in Angriff genommen, um die gemeinsame Region schnell sichtbar zu machen.“ Dabei verwies er insbesondere auf das Schlüsselprojekt Pylonen und Beschilderung zur Kennzeichnung von Gewerbegebieten.

Vier große Handlungsfelder

Insgesamt hat das Regionalmanagement auf der Grundlage des Regionalwirtschaftlichen Entwicklungskonzepts vier große Handlungsfelder herausgearbeitet, die, wie Regionalmanager Christian Schmidt betonte, dazu dienen, die Stärken der beiden Landkreise langfristig auszubauen, Entwicklungspotenziale zu heben und Synergien zu nutzen. So ist das Handlungsfeld A der Infrastruktur, dem Gewerbe und der Wirtschaft allgemein gewidmet. Im Handlungsfeld B stehen Arbeitsmarkt und Bildung im Mittelpunkt. Wissen, Innovation und Gründungskultur bilden die inhaltlichen Schwerpunkte im Handlungsfeld C. Und schließlich geht es im Handlungsfeld D um das Regional- und Regionenmarketing sowie um das regionale Image.

Das von Landrat Eckert hervorgehobene Pylonen- und Beschilderungsprojekt zählt zum Handlungsfeld A, in dem es vorrangig darum geht, eine prägnante Präsentation von Gewerbe- und Industrieflächen zu schaffen, um diese attraktiv bewerben zu können. Ein wichtiges Schlüsselprojekt ist hierbei die Errichtung von Pylonen an den Zufahrten zu den Gewerbegebieten im Thüringer Bogen, wie Eckert unterstrich. Er kündigte an, dass allein im Landkreis Gotha zehn, im Ilm-Kreis fünf Pylonen bis Ende April 2022 errichtet werden. Die Gewerbegebietsbeschilderungen sollen der effizienten und zielführenden Orientierung und Navigation für die relevanten Zielgruppen, zum Beispiel Lieferanten, dienen, sagte der Landrat, und weiter: „Als Instrument des Standortmarketings sind die einheitlich gestalteten Pylonen zudem ein wichtiges Medium zur Bekanntmachung der Wort-Bild-Marke des Thüringer Bogens und ein sichtbares Zeichen für die gelebte Kooperation zwischen beiden Landkreisen und den jeweils beteiligten Städten und Gemeinden.“

Schwerpunkt Fachkräftegewinnung und -bindung

Zum Thema Arbeitsmarkt und Fachkräfte, dem Handlungsfeld B gab Landrätin Enders einen Überblick über die Schwerpunkte. Fachkräftegewinnung und –bindung nannte sie als vordringliche Aufgabe, um die wirtschaftliche Stärke der Region langfristig zu sichern: „Wir wollen Menschen zurückgewinnen, die irgendwann die Region verlassen haben, wir wollen aber auch Fachkräfte aus anderen Gegenden und international gewinnen.“ Ein Pendlertag am 17. Juni mit Unterstützung  der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung ThAFF soll zu diesen Zwecken stattfinden, auch eine sogenannte Landingpage, eine Website zur Orientierung für Interessierte Fachkräfte, welche hier heimisch werden wollen, soll geschaffen werden. Ganz besonders verwies die Landrätin auf die berufliche Orientierung in den Schulen. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler besonders an Technik und Naturwissenschaft herangeführt werden. 20 Projekttage in Unternehmen der beiden Kreise werden hierzu gefördert. Eine regionale Praktikumsbörse, soll dazu dienen, junge Leute in die hiesige Wirtschaft einzuführen und Berufe zu präsentieren.

Zum Handlungsfeld C Wissen, Innovation und Gründungskultur gab Regionalmanager Christian Schmidt Erläuterungen, verwies dabei auf das geplante Transferzentrum am Erfurter Kreuz und eine dafür entwickelte Machbarkeitsstudie, die im April zur Verfügung stehen soll. Zu dem Thema kündigte er für den 25. März einen weiteren Workshop an. Schmidt ging auch noch einmal auf die Berufsorientierung ein, und dabei vor allem auf die zwölf Berufsorientierungsfilme, in denen typische Berufe der Region vorgestellt werden. Drei davon wurden gezeigt: der Glasapparatebauer, der Lebensmitteltechniker und ein Film, der zu Existenzgründungen einlädt. Schließlich ging es im Handlungsfeld D um das Regionalmarketing, um die Bewerbung der Marke „Thüringer Bogen“ und die Umsetzung des Kommunikationskonzepts des Regionalmanagements. Schmidt kündigte an, dass der Thüringer Bogen, je nach den Möglichkeiten, die eventuelle Corona-Maßnahmen bieten, wieder am Messen wie der EXPO REAL, der inovailmenau und der Internationalen Grünen Woche teilnehmen werde.

Regionalmanagement und Regionalbudget

Bezogen auf das Regionalbudget zur Finanzierung der meisten Projekte des Regionalmanagements, in dessen Rahmen 900.000 Euro in der ersten Förderperiode bereit standen, sagte Christian Schmidt, dass davon etwa 750.000 Euro zur Umsetzung von Projekten verwendet wurden. Inklusive der jeweiligen Eigenanteile habe man fast eine Million Euro investiert. Für die neue Förderperiode ab 1. Mai 2022 wurde bereits im Januar ein Förderantrag gestellt. Dann sollen wieder Mittel in Höhe von mehr als einer Million Euro zur Verfügung stehen, dann mit einer 70prozentigen Förderung und 30 Prozent Eigenanteilen. Für das Regionalmanagement selbst standen in der ersten Förderperiode 600.000 Euro bereit. Die Förderquote lag bei 75 Prozent, die Eigenanteile bei 12,5 Prozent pro Kreis, also jeweils 100.000 Euro. In der aktuellen zweiten Förderperiode liegen ähnliche Zahlen vor, jedoch mit einer Förderquote von 65 Prozent. Nach einer möglichen dritten Förderperiode wolle man das Projekt verstetigen.

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