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Solar-Dorf Kettmannshausen engagiert sich für klimasensible Bildung in Schulen des Landkreises Gotha

Als Krönung eines gelungenen Kooperationsprojekts wurden am 25. April 45 Solar- und Wasserstoff-Demonstrationsmodelle im Berufsschulzentrum Hugo Mairich in Gotha übergeben.

 

Übergabe von Modellen des Solar-Dorf Kettmannshausen an den Landkreis Gotha: (v.l.) Thomas Fröhlich, 2. Beigeordneter des Landkreises Gotha, Landrätin Petra Enders, Vorstandsvorsitzender Prof. Bley, und Susanna Elias vom Solar-Dorf Kettmannshausen Foto: w

In Anwesenheit von Landrätin Petra Enders und dem 2. Beigeordneten des Landkreises Gotha, Thomas Fröhlich, überbrachte am 25. April 2022 Prof. Berthold Bley, Vorstandsvorsitzender des Solar-Dorf Kettmannshausen e.V., im Berufsschulzentrum Hugo Mairich in Gotha 45 Demonstrationsmodelle zur Anwendung von Solar- und Wasserstofftechnologien. Die Modelle wurden von dem Verein im Rahmen des Bildungsprojekts „3D-HYSOLAR-Home“ gemeinsam mit dort engagierten Schülerinnen und Schülern entwickelt und gebaut. Sie dienen dazu, in den Schulen des Ilm-Kreises und des Landkreises Gotha Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klassen für klimaneutrales Wohnen und CO2-freie Mobilität zu sensibilisieren. Die Erstellung der Modelle wurde vom Regionalmanagement Thüringer Bogen mit 53.000 Euro gefördert. Das Projekt „3D-HYSOLAR-Home“ umfasst einen finanziellen Umfang von rund 115.000 Euro.

Förderung durch das Regionalmanagement machte Projekt möglich

Thomas Fröhlich unterstrich in seinem Begrüßungsstatement das hervorragende Zusammenwirken des Vereins Solar-Dorf Kettmannshausen, des Regionalmanagements Thüringer Bogen und der beiden Landkreise. Das Ergebnis dieser Kooperation komme nun den Schulen in der Region zugute. Zugleich hob er hervor, dass die Umsetzung des Projekts ohne die Förderung durch das Regionalmanagement nicht möglich gewesen wäre. Landrätin Petra Enders freute sich, dass erstmals Demonstrationsmodelle für Solar- und Wasserstofftechnologien im Berufsschulzentrum Hugo Mairich einen festen Standort finden. Sie werden aber nicht dort allein bleiben, sondern allen Schulen der beiden Landkreise im Rahmen ihrer Bildungsaufgaben in den Themenbereichen Umwelt und Klimaschutz zur Verfügung stehen.

Die Landrätin würdigte das hohe Engagement des Solar-Dorf Kettmannshausen e.V. und seines Vorstandsvorsitzenden Prof. Bley. Sie bezog das nicht nur auf das anstehende Projekt, sondern auf das gesamte Wirken des Vereins im Bereich Bildung für Umwelt und saubere Energie seit Anfang der 1990er Jahre. Angesichts aktueller Entwicklungen in Politik und Wirtschaft unterstrich sie den enormen Bedeutungszuwachs für Solar- und Wasserstofftechnologien: „Diese Modelle leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, Kinder und Jugendliche mit diesen Themen zu erreichen.“ Sie sagte auch, dass es gerade für die beiden wirtschaftlich führenden Landkreise Thüringens entscheidend sei, diese Zukunftstechnologien zu fördern und sie ins Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit zu rücken.

Seit 1992 mit Solar- und Wasserstofftechniken befasst

Prof. Bley gab Erläuterungen zu dem Projekt „3D-HYSOLAR-Home“ und zu seinem Verein, hob aber gleich am Anfang die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gotha heraus. An den ebenfalls anwesenden Leiter des Amtes für Bildung, Schulen, Sport und Kultur des Landkreises Gotha, Jürgen Seiring, gewandt, sagte er: „Wir hatten von Anfang an eine Vision!“ Und diese sei nun Wirklichkeit geworden. Seit 1992 befasst sich der Solar-Dorf Kettmannshausen e.V. damit, Kinder und Jugendliche an Solar- und Wasserstofftechniken heranzuführen. Mit einer Forschungsarbeit zur Produktion von Wasserstoff mittels Bakterien war es Jugendlichen des vereins sogar schon gelungen, einen Preis bei „Jugend forscht“ zu gewinnen.

Bley führte aus, dass es im 3D-HYSOLAR-Home-Projekt darum gehe, Schülerinnen und Schüler „mit den Händen und mit dem Kopf“ in die Themen hineinzuführen. So sollen eigenständiges Tüfteln an technischen Fragestellungen, aber auch die Fähigkeiten zur handwerklichen Umsetzung gefördert werden. Es ging vor allem darum, untereinander verschaltbare Modelle zu entwickeln, mit denen Kinder und Jugendliche etwas anfangen können, die für sie interessant sind. Neben klimaneutralem Wohnen und Fahren sei es wichtig, Voraussetzungen von Verantwortung in solche Bildungsprozesse mit einzuführen, so der Vorstandsvorsitzende. Als entscheidend dafür nannte er das individuelle Eigentum, ohne das wirkliche Verantwortung nicht umsetzbar sei. Als weitere Vorhaben seines Vereins stellte er 3D-Druck-Anwendungen in Verbindung mit Klimaneutralität, und als Zukunftsprojekt die Hinwendung zu Agro-Photovoltaik vor.

Am Ende unterzeichneten Jürgen Fröhlich und Berthold Bley eine Vereinbarung zur Nutzung der Modelle. Beide unterstrichen noch einmal, dass es sich um ein einmaliges Projekt in Thüringen handele, dass als Vorbild für weitere Regionen dienen könne. Am Ende hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit der Solar- und Wasserstoffmodelle selbst zu testen.

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