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Gebäudeteil im Gehrener Stadthaus wurde nach museumsspezifischen Gesichtspunkten saniert

Sonderöffnung des neuen Stadt- und Schlossmuseums Gehren am Internationalen Museumstag von 12 bis 18 Uhr, der am Sonntag, 15. Mai 2022, begangen wird.

Überreste des im Jahr 1933 abgebrannten Gehrener Schlosses der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Foto: wr

Das zu den Museen der Stadt Ilmenau gehörende Stadt- und Schlossmuseum Gehren öffnet nach umfangreichen Umgestaltungsmaßnahmen am Internationalen Museumstag und präsentiert sich interessierten Besucherinnen und Besuchern. Der Internationale Museumstag, am 15. Mai, steht in diesem Jahr in Deutschland unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Im Mittelpunkt steht das Thema „Museen in Krisen- und Kriegszeiten“, die Vielfalt und Bedeutung von Museen als kulturelles Erbe der Menschheit.

Mit der Gemeindereform im Jahr 2018 veränderte sich auch die Museumslandschaft Ilmenaus. Eine Vielzahl regional geprägter kleiner Museen, die meist ehrenamtlich geführt werden, geben Zeugnis von der vielfältigen Geschichte in den Bergregionen des Thüringer Waldes und seiner Ausläufer. Dazu gehört auch das Stadt- und Schlossmuseum Gehren. Es ist mit einer besonderen Ortsgeschichte verbunden. Ab 1564 war Gehren ein bedeutender Amtssitz. Die Grafen von Schwarzburg und späteren Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen errichteten ein repräsentatives Schloss, in dessen Umfeld sich der Ort weitentwickeln konnte. Nachdem das Schloss viele Jahrhunderte überdauerte und Kriegen standhielt, brannte es im Jahr 1933 ab.

Heimatgeschichtsverein Gehren schuf erstes Museum

Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Mitglieder des Heimatgeschichtsvereins Gehren e.V. intensiv mit der Geschichte ihres sehr bedeutenden Ortes und des Schlosses, von dem heute nur noch eine Ruine kündet. So entstand in Eigeninitiative, im Jahr 2005, ein Stadt- und Schlossmuseum in der Amtsstraße 3. Besonders verdienstvoll recherchierte die bereits verstorbene Heimatforscherin Ursula Beyer in den Archiven. Die von ihr ins Leben gerufene Schriftenreihe zu historischen Themen Gehrens wird bis heute fortgeführt.

Im Jahr 2018 übernahm die Stadt Ilmenau als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Stadt Gehren die Leih- und Schenkungsverhältnisse und die damit verbundenen zahlreichen Sammlungsgegenstände des Museums. Sie vermitteln ein lebhaftes Bild der Gehrener Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Da auf dem Gelände des Stadt- und Schlossmuseum Gehren ein Kindergarten entstehen soll, musste ein neuer Standort für das Museum gefunden werden. Hierfür bot sich das nicht mehr als solches genutzte Rathaus an, in dem ein Gebäudeflügel in der 1. Etage nach museumsspezifischen Gesichtspunkten saniert wurde. In diesem Zusammenhang wurde durch die veränderte räumliche Situation ein neues Konzept für das Museum notwendig. In Zusammenarbeit mit dem Heimatgeschichtsverein Gehren e.V. wurden in nur wenigen Monaten die Museumsgegenstände gereinigt, verpackt und in das Rathausgebäude transportiert. Sie können nun am neuen Standort in einem neuen Kontext mit zahlreichen erläuternden Texten wiederentdeckt werden. Die vergangenen Wochen wurden zudem genutzt, einen Audioguide zu erstellen, so dass sich Besucher eigenständig in der Ausstellung informieren können.

Repräsentativer Raum zeugt von der Geschichte des Schlosses

Ein repräsentativer Raum zeugt von der Geschichte und den Bewohnern des abgebrannten Schlosses. Das restaurierte Modell dazu erstrahlt in neuem Glanz und Fürstin Marie wird dem Besucher als Braut vorgestellt. In den anderen Räumen stehen die örtlichen Erwerbszweige wie Bergbau, Eisenverarbeitung, Spielwaren-, Glas- und Porzellanindustrie im Fokus. Neben den bereits vorhandenen Museumsobjekten können auch erstmals Leihgaben der Keramiker-Familie Smalun, wertvolle Mineralien des GoetheStadtMuseums Ilmenau, und ein Aquarell des Gehrener Schlosses aus dem Jahr 1855 bewundert werden. Eine Amtsstube und eine liebevoll eingerichtete Küche der Zeit um 1900 vermitteln ein Bild damaliger Arbeits- und Lebenskultur.

Die neue Ausstellung des Stadt- und Schlossmuseums Gehren kann nun noch vor Fertigstellung aller baulich notwendigen Brandschutzmaßnahmen, die für die Umnutzung des ehemaligen Rathauses notwendig sind, zum Internationalen Museumstag am 15. Mai von 12 bis 18 Uhr besichtigt werden. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Ilmenau werden nach Abschluss aller notwendigen Arbeiten im Gebäude die Mitglieder des Heimatgeschichtsverein Gehren e. V. das Museum für die Besucher jeweils Sonntagnachmittag öffnen. Ein genauer Termin für eine regelmäßige Öffnung des Museums kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden.

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