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Universitätstöchter seit fünf Jahren mit Erfolg im Geschäft

Den gestrigen Betriebsbesuch des Ilmenauer Oberbürgermeisters Gerd-Michael Seeber nutzte auch Landrat Dr. Benno Kaufhold, um sich über den Stand der beiden Universitätstöchter TU Ilmenau Service GmbH und Technologiegesellschaft Thüringen zu informieren.

 

 

Im Jahr 2005 gründete die TU Ilmenau zwei Tochterunternehmen. 2006 nahmen die TU Ilmenau Service GmbH und die Technologiegesellschaft Thüringen mbH & Co. KG die Geschäftstätigkeit im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau auf. Der Universität ging es dabei um das Outsourcing bestimmter Dienstleistungen in Forschung und Lehre, im Projektmanagement für industrielle Forschung und Entwicklung. Auch der Aufbau von Netzwerken und Entwicklungspartnerschaften bei der Förderung von Zukunftstechnologien und bei der Vorbereitung von Gründungen und Unternehmensansiedlungen sollte vorangetrieben werden, unter dem Aspekt der der eigenen Forschungsschwerpunkte.
 
Oberbürgergermeister Gerd-Michael Seeber bezeichnete die Gründung der zwei Gesellschaften als Ergebnis der Entwicklung von Universität und universitätsnahen Unternehmen: "Durch die zahlreichen Ausgründungen aus der TU Ilmenau und durch die Entwicklung der Ansiedlungen am Industriepark Erfurter Kreuz ist ein enormes Potenzial entstanden. Auch die Tatsache, dass das Innovationszentrum Green Mobility in Ilmenau angesiedelt wird, ist das Ergebnis dieser Entwicklung." Landrat Dr. Benno Kaufhold fügte hinzu: „Die TU Ilmenau hat hier einen  guten Weg gefunden, bestimmte Leistungen outzusourcen."

Die Service GmbH als 100-prozentige Tochter der TU Ilmenau nimmt alle Dienstleistungsaufgaben rund um die Universität, vom Merchandising über Weiterbildung bis zum Forschungstransfer, wahr. Die Technologiegesellschaft Thüringen widmet sich der Netzwerkbildung in der Region und ist seit 2006 Träger des Regionalmanagements im Ilm-Kreis. Als GmbH & Co. KG ist die Technologiegesellschaft keine 100-prozentige Tochter der Universität. Vollhafter in der Kommanditgesellschaft ist vielmehr die TU Ilmenau Service GmbH, weil die Universität selbst in dieser Rolle nicht in Erscheinung treten darf. Hinzu kommen vier Komplementäre, zu denen die Aninstute der Universität zählen. Geschäftsführer beider Gesellschaften ist Jörg Augustin.

„Die TU Ilmenau Service GmbH hat inzwischen ein starkes Eigenleben entwickelt, das in dieser Form ursprünglich nicht vorgesehen war“, hob Augustin hervor. Dabei habe sich der Forschungstransfer in Unternehmen als größter Geschäftsbereich herauskristallisiert. Dieser findet jedoch nur in dem Rahmen statt, in dem nicht Grundlagenforschung und Forschungsaufgaben liegen, die den hoheitlichen Obliegenheiten der TU Ilmenau angehören. Immerhin ist in diesem Bereich schon bald eine Ausgründung geplant. Dabei handelt es sich um das Projekt „Ultrabreitband-Radar“ mit dessen Hilfe unter anderem verschütte Personen bei Erdebeben geortet werden können.

In der Lehre widmet sich die TU Ilmenau Service GmbH Vorkursen in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern, mit denen sich Abiturienten eine bessere Ausgangsposition für das Studium erarbeiten können. 340 Teilnehmer hatten Vorkurse vor Beginn des jüngsten Wintersemesters belegt. Das ist mehr als ein Viertel der Studienanfänger.Das Universitätskolleg ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Ilmenauer Goetheschule und dem Berufschulzentrum Ilmenau zur Förderung besonders begabter Schüler auf den Gebieten der Naturwissenschaft und Technik (tria online berichtete). Dieses Projekt würdigte der Landrat besonders: "Das Universitätskolleg ist einmalig. Das können andere nicht vorweisen." Jörg Augustin unterstrich das: "Aus Dresden, Mannheim und Gießen haben wir Teilnehmer. Und im kommenden Kurs wird sogar eine junge Frau aus Moskau mitmachen."
 
Während die Service GmbH, wie Jörg Augustin betonte, überregional und inzwischen weltweit tätig ist, geht es in der Technologiegesellschaft vor allem um die regionale Entwicklung. Regionalmanager Karl-Heinz Schmidt unterstrich: „Unsere Region bietet eine Vielzahl von Potenzialen, die jedoch oft ungenutzt bleiben. Das wollen wir ändern und Informationsangebote unterbreiten.“ Auch die Fachkräfteproblematik, die sich gerade in den großen Unternehmen am Erfurter Kreuz abzeichnet sprach er an. Sowohl der Landrat als auch der Oberbürgermeister gingen davon aus, dass dieser zunehmende Fachkräftemangel große Aufgaben auch im Rahmen des Regionalmanagements und damit in der Technologiegesellschaft aufwerfen wird. Seeber: "Beim Wettbewerb um Fachkräfte geht es längst nicht mehr nur um Ingenieure. Aber wir stehen hierbei mit durchaus stärkeren Regionen im Wettbewerb."

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