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Zusammenarbeit für die Zukunft in Südthüringen

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl, Wolfgang Gold, und der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Peter Scharff, werben gemeinsam für ein Studium in Ilmenau und für eine spätere berufliche Tätigkeit in Südthüringen.

 

 

"Wir sind als Universität weltweit aufgestellt, aber wir fühlen uns vor allem der Region verpflichtet", sagte der Rektor der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff, während einer Zusammenkunft mit Wolfgang Gold, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl. Gold hatte die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Südthüringen bekanntgegeben und dabei eine besonders günstige Entwicklung festgestellt. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent und 5.400 Arbeitslosen weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres verzeichnete die Agentur für Arbeit Südthüringen einen besonders guten Stand. Die Arbeitslosenquote liegt bundesweit bei 7,3 Prozent und damit 0,5 Prozent höher als in Südthüringen.

Bei der Zusammenarbeit von TU Ilmenau und Agentur für Arbeit geht es besonders darum, die akademische Ausbildung an der TU Ilmenau noch stärker als Vorteil für die Region zu nutzen. Die Deckung des Fachkräftebedarfs in den Unternehmen Südthüringens ist die eine Seite. Die andere Seite der Kooperation beziht sich auf die Unterstützung von Studenten und Absolventen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Beiden Seiten ist es dabei wichtig, Absolventen in der hiesigen Region, zumindest aber in Thüringen zu halten.

"Etwa 40 Prozent aller Studierenden an der TU Ilmenau kommen aus Thüringen", sagte die Kanzlerin der Ilmenauer Uni, Dr. Margot Bock. Der Rektor ergänzte: „Leider sehen wir hierbei gleichzeitig eine auch demografische bedingte abnehmende Tendenz, obwohl insgesamt die Zahl der Studieninteressierten steigt. Je weniger wir Studierende aus Thüringer ausbilden, umso mehr kommen junge Leute aus Bayern und Hessen zu uns zum Studium.“ Auch der Anteil der ausländischen Studierenden sei von zehn auf 13 Prozent gestiegen. Dieser eigentlich positive Ausgleich hat aber auch eine negative Seite: Die meisten dieser jungen Leute, die nicht aus Thüringen kommen, werden nach dem Studium kaum im Land bleiben.

So unterstrich der Rektor: "Angesichts solcher Tendenzen kann Thüringen als eigenständiges Land nur überleben, wenn es eine eigene Identität hat. Dabei geht es sowohl um die Bewahung der Spitzenposition als Hochtechnologieland sowie auch um die kulturelle Identität." Der Rektor appelierte an die Politik: "Macht also nicht den Fehler, Investitionen in die Bildung einzuschränken. Das wäre ein fataler Fehler!" Der Wirtschaft rief er zu: "Die regionalen Arbeitgeber müssen attraktiv sein, um Absolventen zu binden. Hier kann eine frühzeitige Kooperation mit den Hochschulen helfen."

Professor Scharff versicherte, dass Studierende der TU Ilmenau beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben: „Natürlich sind wir stolz darauf, dass unsere Absolventen Stellenangebote von Global Playern aus dem In- und Ausland erhalten. Genauso wichtig finde ich aber, dass die Universität dazu beitragen kann, den Fachkräftebedarf in Thüringen und speziell in Südthüringen zu decken.“ Daher sei es für die Studenten wichtig, von der Agentur für Arbeit zu erfahren, welche beruflichen Perspektiven sich ihnen in der Region böten.

Um die unterschiedlichen Auffassungen von Studenten und Absolventen zu demonstrieren, stellte er Andreas Schubert und Michael Möhring vor. Andreas Schubert studierte Technische Physik und ist bei Bosch Solar Energy in Arnstadt im Bereich der technischen Produktoptimierung tätig. „Für mich war die Ausübung meines Berufes in der Region ein wichtiges Ziel. Bosch Solar Energy bietet mir das vor der Haustür. Es war die richtige Wahl“, so Andreas Schubert. Michael Möhring, im 4. Semester im Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik, sieht dagegen noch keine Festlegung: „Ich habe bislang viele attraktive Angebote außerhalb Thüringens erhalten. Eine Festlegung  habe ich nicht getroffen“.

Einmal in der Woche beraten zwei Mitarbeiterinnen der Ilmenauer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Suhl, Isabell Meißner und Ellen Sommer, Studentinnen und Studenten im Akademischen Service Center auf dem Universitätscampus der TU Ilmenau. Sie helfen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einem Studentenjob und bei Bewerbungen. Damit erhalten die Studierenden der einzigen technischen Universität Thüringens gezielt auch regionale Angebote. Auch auf der Firmenkontaktemesse inova, die jedes Jahr an der TU Ilmenau stattfindet, sind traditionell mehrere Vertreter der Agentur für Arbeit vor Ort. Die TU Ilmenau profitiert auch vom umfangreichen Netzwerk der Agentur für Arbeit, beispielsweise, um außerhalb der Universität für die Ilmenauer Studiengänge zu werben.

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Anlauffoto: Wolfgang Gold, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl und Professor Peter Scharff, Rektor der TU Ilmenau. Foto: wr