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Umlegung von Grundstücken – konstruktiv und erfolgreich

Ilmenaus Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber besuchte heute gemeinsam mit Bürgermeister Kay Tischer und Wirtschaftsförderer Thomas Jäcklein das Vermessungsbüro Norbert Scheer.

 

 

Im Rahmen seiner Betriebsbesuche traf sich Ilmenaus Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber heute mit dem Vermessungsingenieur Norbert Scheer. Dieser betreibt Seit 1996 sein Vermessungsbüro in Ilmenau und beschäftigt fünf Mitarbeiter. 1993 war er aus dem Saarland nach Thüringen gekommen. Seinen Berufsstand, so sagte er, habe es damals im Osten gar nicht gegeben. Anfangs hatte er sowohl im Saarland als auch in Thüringen gearbeitet. Doch 1994 wurde für Thüringen gesetzlich festgelegt, dass nur noch ortsansässige öffentlich bestellte Vermesser im Freistaat tätig sein dürfen. So gab Scheer seine Zulassung im Saarland zurück und siedelte sich in Ilmenau an.

Oberbürgermeister Seeber unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem Vermessungsingenieur. Besonders die Umlegung von Grundstücken auf dem Gebiet des Bebauungsplanes „Friedhof“ hob Seeber als positiv hervor: „Die Arbeit des Umlegungsausschusses unter der Leitung von Norbert Scheer erfolgte außerordentlich konstruktiv und ohne Schwierigkeiten, trotz der Vielzahl von Grundstücken und mit all den unterschiedlichen Interessen, die dort aufeinander trafen.“ Vier Jahrelang arbeitete Scheer an dem Umlageverfahren.

Die Umlegung von Grundstücken ist Voraussetzung für die Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten. Scheer: „Die Umlegung steht oft in schlechtem Ruf und wird nicht selten mit Enteignung gleich gesetzt. Im Gegensatz dazu stärkt die Umlegung aber die Rechte von Eigentümern. Die Enteignung ist nur das allerletzte Mittel.“ Bei der Umlegung werden Eigentümern in Plangebieten in der Regel Baugrundstücke im entsprechenden Gegenwert angeboten oder Kaufangebote unterbreitet. Auch für das Gewerbegebiet „Ehrenberg Ost“ in Langewiesen hat Scheer die Umlegung durchgeführt.

Wenn es um Grundstücksvermessungen, Ingenieurmessungen für Bauvorhaben, Teilungsvermessungen von Grundstücken, Grenzfeststellungen oder um die Neuordnung von Grund und Boden in Bebauungsgebieten geht, dann nehmen öffentlich bestellte Vermessungsingenieure diese Aufgaben wahr. Scheers Büro arbeitet seit vielen Jahren auch mit der Stadt Ilmenau eng zusammen. Weitere Partner sind unter anderem die Städte Langewiesen und Nordhausen, der Freistaat Thüringen, auch die TU Ilmenau, für die ein Bestandsplan erarbeitet wurde.

Die öffentliche Bestellung wird vom Land vorgenommen. Dieses ist zugleich ein bedeutender Auftraggeber. Dennoch, so sagte Scheer, sei das Verhaltnis zu den Landesbehörden nicht ungetrübt. So habe man den öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren untersagt, nebenher ein Ingenieurbüro oder eine andere GmbH zu betreiben. Dann stellte das Land die Gebäudeeinmessung für eine Thüringer Liegenschaftskarte ein. Dadurch habe man den Vermessungsingenieuren einen nicht unbedeutenden Umsatzanteil entzogen. Scheer: „Wir hatten bis dahin immer sieben Mitarbeiter. Dadurch mussten wir eine Reduzierung vornehmen.“ Außerdem, so sagte er, leide darunter die Qualität der Liegenschaftskarte, da Gebäude nur noch über Luftbilder aufgenommen werden können, was deutlich ungenauer sei.

Zum Vermessungsbüro Norbert Scheer

Anlauffoto: Norbert Scheer, öffentlich bestellter Vermessungsingenieur. Foto: wr