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Etwas schwierigere Lange Nacht war doch ein großartiges Event

Drei Widrigkeiten standen der dritten Langen Nacht der Technik an der TU Ilmenau entgegen: Weniger der Rennsteiglauf, schon mehr das Finale der Fußball-Champions-League und am Ende das hässliche Wetter.

 

 

Bei all den Problemen hatten die Macher der Langen Nacht der Technik heute noch einigermaßen Glück. Der angekündigte Regen setze erst nach 20 Uhr ein, so dass der erste Teil des Großevents noch trockenen Fußes über die Bühne ging. Auch der Fußball vermochte der Langen Nacht das Publikum nicht wirklich zu entziehen, wurden doch auf dem Campus ausreichend Gelegenheiten geschaffen, das Finale der Fußball-Champions-League zu verfolgen. Schließlich hatte das Programm der Langen Nacht so starke Anziehungskraft, dass dennoch nach ersten Schätzungen an die 8000 Gäste zwischen Technikum und Campus auf der Technologiemeile unterwegs waren.

Am kleinen Campus Georg-Schmidt-Technikum pfiff der Wind kalt durch die Weimarer Straße, verwehte schnell den Dampf des Bratwurststandes. Auch heiße Musik konnte da wenig erwärmen. Umso mehr zog es die Gäste in den Überdachten Innenhof des Curiebaus. Dort fanden sie zahlreiche Experimentierstationen, mathematische und physikalische Spielereien. Dicht umrundet war immer der Getränkeautomat der Chemiker, die bunte Fruchtsaftmischungen boten. Wer wollte konnte ein Mini-Spektroskop basteln. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt bot dafür die Vorlage.

Dezente Pianoklänge empfingen die Besucher im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau, einem Ort, der in hohem Maß die Technologie Region Ilmenau Arnstadt repräsentiert. Im Foyer des Gebäudes bot die MetraLabs GmbH eine interaktive Robotershow mit ihren Produkten. Vor dem Eingang zog ein Notarzt-Einsatzfahrzeug der BINZ Ambulance- und Umwelttechnik GmbH die Blicke auf sich. Dort, wo sich sonst junge Gründer treffen, war die Ilmenauer Goetheschule mit der Roboter-LEGO-Welt zum Selbstbau zugegen. Viele Unternehmen aus dem Haus stellten sich vor, aber auch andere Firmen aus Ilmenau, wie die Wincor Nixdorf Technology GmbH, präsentierten ihre neuesten Entwicklungen.

Auch im Humboldtbau, dem zentralen Veranstaltungsort der Langen Nacht der Technik, spielte die Technologie Region Ilmenau Arnstadt eine bedeutende Rolle. Die Initiative Erfurter Kreuz e.V. stellte den Besuchern die größte Thüringer Industrie- und Gewerbefläche mit ihren 80 Mitgliedern vor. Auch einzelne Unternehmen vom Erfurter Kreuz waren dabei: Die N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG mit dem Modell eines Flugzeugmotors und die BorgWarner Transmission Systems Arnstadt GmbH.

Höhepunkt im Humboldtbau war die neueste Inszenierung von Rektor Professor Peter Scharff, Professor Gerhard Gobsch und Tagesschausprecher Professor Claus-Erich Boetzkes mit dem Titel „Leben und Tod des Dr. Faust – Physiko-cemisches Szenarium einer Deutschen Tragödie“. Derweil gab es in den Seminarräumen und im Foyer des Humboldtbaus eine Vielzahl an Vorführungen und Vorträgen zu spannenden Themen aus der Wissenschaft.

Auf der Bühne am Gustav-Kirchhoff-Platz bot Antenne Thüringen die Radio-Party. Dort zogen unter anderem „Grand Slam“ feat. Gary „Mudbone“ Cooper vom Leder. Wer dort zu nahe an den Boxen stand, dem sprangen schnell einmal die Piercings aus der Haut. Aber auch Licht und Klang gaben sich dort die Hand. Wer es etwas ruhiger mochte, der konnte sich im Newtonbau, inmitten von Forschungsprojekten und Testständen, das Duo faBRI mit Mandy Frohberg, Gesang, und Daniel Trommer, Gitarre,  aus Ilmenau anhören. Wer wollte, konnte sich dort aber auch in die Geheimnisse der Optik vertiefen, Mechanismen und Antriebe entdecken, Maschinen und Anlagen aus der Forschung der Fakultät für Maschinenbau bestaunen.

So meisterte die TU Ilmenau  mit noch vielen anderen Sehenswürdigkeiten diese etwas schwierigere Lange Nacht. Die Gäste erlebten einmal mehr ein großartiges Event, in dem Technik, Naturwissenschaften, Kultur und auch kulinarisches Erleben befruchtend aufeinander trafen.

Zur Langen Nacht der Technik der TU Ilmenau

Anlauffoto: Carmen Siegmund bediente denGetränkeautomaten der Chemiker. Foto: wr