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Medien- und Kommunikationswissenschaftler warben für Kooperationen

Die Präsentation praxisrelevanter Projekte des Instituts für Medien und Kommunikationswissenschaft bot insbesondere denen einen interessanten Einblick in die Arbeit des Instituts, die nach Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Kommunikation oder der Medien suchen.

 

 

Auf großes Interesse stieß das Praxisseminar des Instituts für Medien und Kommunikationswissenschaft, in dem ein Querschnitt der aktuellen Forschung vorgestellt wurde. Bis auf den letzten Platz war der Curie-Hörsaal der TU Ilmenau am Donnerstagabend besetzt. Institutsdirektor Professor Jens Wolling hob insbesondere die einzigartige Verbindung von Medienwissenschaft mit Wirtschaft und Technik hervor, die die Ilmenauer Medienstudiengänge und die Forschung auf diesen Gebieten prägt. Krisen- und Risikokommunikation, Medienkompetenz und Medienqualität, Medienproduktion und Kommunikation für Unternehmen lauteten die Themenkomplexe, zu denen verschiedene Vorträge, moderiert von Professor Andreas Will, zu hören waren.

Starke Beachtung fand der Vortrag von Dr. Andreas Schwarz, der die internationale Forschergruppe Krisenkommunikation in Vertretung von Professor Martin Löffelholz leitet. Hierbei geht es im weitesten Sinne um die Entwicklung von Strategien für den „Ernstfall“. Dieser kann sich auch auf Terrorismus, Katastrophen, Staats-, Wirtschafts- oder Unternehmenskrisen beziehen. Andreas Schwarz: „Krisen gehören zu allen Lebenszyklen, nicht nur von einzelnen Menschen, sondern auch von Staaten und Organisationen.“

Sehr informativ war auch der Vortrag von Institutsdirektor Professor Jens Wolling. Er stellte ein Studie vor, die das Institut zur Meinung der Thüringer Bürger über die Energiewende angefertigt hat. Die Erhebung fand gleich zu Beginn der Energiewende, noch unter dem Eindruck der Katastrophe von Fukushima, statt. Damals gaben 51 Prozent der Befragten an, dass sie beim Thema „Energie“ die Umweltverträglichkeit an erster Stelle sehen wollen. 39 Prozent nannten die Versorgungssicherheit und nur elf Prozent war die Wirtschaftlichkeit wichtig. Die Studie relativierte auch eine Reihe von Vorurteilen, zum Beispiel, dass Menschen mit höherer Bildung eher für Windräder seien als andere. Das Gegenteil erwies sich stattdessen als richtig.

Christin Fiedler stellte eine Untersuchung vor, wie Leser die Qualität der Berichterstattung in Onlinemedien beurteilen. Zum Vergleich zog sie Spiegel Online, TZ Online und einen Weblog heran. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Nicht an journalistischen Qualitätskriterien orientierten sich die Leser, sondern eher an der stilistischen Aufbereitung, der Verständlichkeit und auch der Länge, beziehungsweise der Kürze eines Beitrags. So kam TZ Online auf den ersten Platz, gefolgt vom Weblog. Spiegel Online hatte das nachsehen. Wäre es nach journalistischen Qualitätskriterien gegangen, dann hätte die reihenfolge genau umgekehrt sein müssen.

Es folgten Vorträge zum Projekt "medienbewusst.de", zur Konzeption einer Märchenapp für Kinder sowie zu einer Karrierefanpage bei Facebook zum Recruiting und Employer Branding im Web 2.0. Dem Umgang mit Arbeitnehmern im Umfeld von Massenentlassungen war der Vortrag von Philipp Klöckner gewidmet. Das Projektmanagement in Theorie und Praxis stellte Ilka Siegmung vor. Am Ende warb Professor Jens Wolling für Kooperationen mit seinem Institut. Eine Posterpräsentation rundete das Praxisseminar ab.

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Anlauffoto: Der Curie-Hörsaal war zum Praxisseminar des Instituts für Medien und Kommunikationswissenschaft voll besetzt. Foto: wr