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Hinwendung zum hochpreisigen Sägensegment

Arnstadts Bürgermeister Alexander Dill besuchte am 19. Juni gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Rainer Zobel die Wintersteiger Sägen GmbH in der Alfred-Ley-Straße.

 

 

Geschäftsführer Matthias Hengelhaupt und Emanuel Richter, zuständig für die Qualitätssicherung in dem Unternehmen begrüßten neben Bürgermeister Dill und dem stellvertretenden Landrat Rainer Zobel auch den ehrenamtlichen Beigeordneten der Stadt Arnstadt, Horst Höhne, und Jörg Neumann, stellvertretender Geschäftsführer der Stadtmarketing Arnstadt GmbH.

In den vergangenen beiden Jahren hat Wintersteiger erheblich investiert, um zur Marktführerschaft im Dünnschnitt-Sägenbereich zu gelangen. Parkettfabriken in der ganzen Welt arbeiten mit diesen Werkzeugen, ebenso Bleistifthersteller und Möbelproduzenten. Nicht zuletzt ist die Lebensmittelindustrie ein wichtiger Abnehmer der Wintersteiger-Produkte. Diese Hinwendung zu dem hochpreisigen Segment ist Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009. Bis dahin hat die Arnstädter Firma vor allem Massenware für den russischen Markt gefertigt. Bis zu fünf Millionen Meter Bandsägen für mobile Sägewerke wurden in der Spitze nach Russland geliefert.

Dann folgte in der Krise ein Umsatzeinbruch von etwa zehn Millionen auf 5,8 Millionen Euro. Geschäftsführer Matthias Hengelhaupt sagte dazu: „Wir haben die Krise damals nur deshalb überstanden, weil der Wintersteiger-Konzern insgesamt so breit ausgestellt ist, sodass der Einbruch durch andere Bereiche aufgefangen werden konnte.“ Inzwischen hat auch die Wintersteiger Sägen GmbH diese Probleme überwunden. Eine Umstrukturierung wurde vorgenommen, hin zur Fertigung von Präzisionssägeblättern. Auch nach Russland wird weiter geliefert. Doch ist dieser Marktanteil heute eher gering.

In vier Geschäftsbereiche ist die Wintersteiger AG gegliedert: Maschinen und Anlagen für die Saatzucht, Holztechnik, zu der das Arnstädter Tochterunternehmen gehört, Sport, der auch in der Krise rentabel geblieben ist, und Richtmaschinen. 800 Mitarbeiter sind in dem Sondermaschinenbauer aus Oberösterreich tätig. Weltweit verfügt das Unternehmen über 18 Niederlassungen und erwirtschaftete 2012 einen Jahresumsatz 126 Millionen Euro. Zu 85 Prozent wird für den Export produziert. In dieser Woche feiert Wintersteiger sein 6o-jähriges Bestehen.

In der Arnstädter Wintersteiger Sägen GmbH sind momentan 47 Mitarbeiter tätig, darunter sechs Auszubildende. 60 Prozent der Umsätze erzielt die Firma im eigenen Konzern, die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf weltweite Geschäfte. Nachdem die Kriseneinbrüche überwunden sind, ist für 2013 ein Umsatz von 7,8 Millionen Euro geplant, für die kommenden zwei Jahre wurde das Ziel bei zehn Millionen Euro abgesteckt. Wenn diese Ziele erreicht werden und die gesamte Entwicklung weiter positiv verläuft, rechnet der Geschäftsführer mit einer möglichen Erweiterung des Betriebes. Diese war eigentlich schon viel früher geplant. Doch die Krise hatte dieses Vorhaben verhindert. Die bauliche Ausweitung ist leicht möglich, zumal von dem  21.000 Quadratmeter großen Firmengelände nur 5.000 Quadratmeter bebaut sind.

Das Arnstädter Werk wurde 2004 von der Wintersteiger AG übernommen. Zuvor, seit 1992, war es Tochterunternehmen der Banholzer GmbH aus Heilbronn. Zunächst in Ichtershausen ansässig, zogen die Sägenbauer 1996 nach Arnstadt und erweiterten die Produktion. 2005, bereits unter der Regie von Wintersteiger wurde mit dem Neubau auf dem jetzigen Firmengrundstück begonnen. Noch im selben Jahr konnte dort die Produktion angefahren werden. Matthias Hengelhaupt: „Dass uns Wintersteiger damals übernommen hat, war ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Sägenproduktion. Durch die Kompetenz und internationale Aufstellung der Wintersteiger AG können wir in Arnstadt zum Sägen-Kompetenzzentrum ausgebaut werden.“

Zur Wintersteiger Sägen GmbH

Anlauffoto: Wintersteiger-Geschäftsführer Matthias Hengelhaupt. Foto: wr