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Russische Wissenschaftler gaben sich in Ilmenau Klinke in die Hand

Wissenschaftler der Nationale Forschungsuniversität Moskauer Energetisches Institut (MEI) waren bis zum 15. November zu Gast an der TU Ilmenau, momentan sind Gäste der Staatlichen Elektrotechnischen Universität Sankt Petersburg in Ilmenau.

 

 

Bei den wissenschaftlichen Gesprächen zwischen den Ilmenauer und den russischen Wissenschaftlern geht es um Sensorsysteme und -netze, eine Domäne, in der die TU Ilmenau besonders stark ist. Und in Wissenschaft und Wirtschaft ist das Forschungsgebiet höchst aktuell, denn die Bandbreite an künftigen Anwendungsmöglichkeiten ist enorm. Die TU Ilmenau arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit den beiden russischen Universitäten in Moskau und Sankt Petersburg zusammen. Koordinator der Kooperation ist Prof. Matthias Hein, Leiter des Fachgebiets Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik.

Hein weiß, dass solche Kooperationen über Disziplin- und Ländergrenzen hinweg für beide Seiten vorteilhaft sind: „In der Zusammenarbeit mit russischen Wissenschaftlern habe ich persönlich beste Erfahrungen gemacht. Neben ausgezeichneten Beiträgen unserer russischen Kollegen auf renommierten Konferenzen, eröffnen uns die Kontakte neue Möglichkeiten, uns an bedeutenden, international ausgelegten Förderformaten der Russischen Föderation und der Europäischen Union zu beteiligen.“

Im März dieses Jahres war es der Technischen Universität Ilmenau gelungen, zur Finanzierung einer neuen Form von strategischen Partnerschaften mit den russischen Universitäten in Moskau und Sankt Petersburg vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) eine Förderung von 580.000 Euro zu erhalten. Der DAAD, die zentrale Einrichtung zur Förderung des internationalen akademischen Austauschs in Deutschland, hatte von 117 Vorhaben, die sich für eine Förderung beworben hatten, nur für 18 Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuerkannt.

Bei den aktuellen Gesprächen in Ilmenau erkunden die Wissenschaftler nun Möglichkeiten für konkrete Forschungsvorhaben und bringen den Austausch von Dozenten, Doktoranden und Studierenden auf den Weg. Die russischen Gäste lernen persönlich und aus erster Hand für die Partnerschaft besonders viel versprechende Forschungsaktivitäten der TU Ilmenau kennen und ebenso verschiedene Einrichtungen der Universität, insbesondere das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien (ZMN). Sie besuchen zudem industrienahe Partnereinrichtungen der TU Ilmenau, so das Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS), als An-Institut der TU Ilmenau eng mit der Universität verbunden, und das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen.

Bereits heute bestehen zwischen der TU Ilmenau und den russischen Universitäten Kooperationsverträge auf Rektorenebene. In deutsch-russischen Ingenieurfakultäten können Studentinnen und Studenten beider Seiten nach einem teilweise in Ilmenau und teilweise in Russland absolvierten Studium Doppel-Masterabschlüsse erwerben. Vor einem Monat, am 15. Oktober, bekam die erste Doppel-Masterabsolventin in Sankt Petersburg die Urkunde aus den Händen des Ilmenauer Leiters des Fachgebiets für Theoretische Elektrotechnik, Prof. Hannes Töpfer, überreicht. Yulia Lapteva hatte an der TU Ilmenau elf Monate ein spezielles Teilstudium absolviert, in dem sie innovative Kommunikationskonzepte für die Automobilbranche erforschte. Ihre industrienahen Forschungsarbeiten führte sie in enger Abstimmung mit dem Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme durch, das die Arbeit auch finanziell unterstützte.

Im Sommer 2014 wird die TU Ilmenau in Thüringen ein zweiwöchiges wissenschaftliches SPITSE-Symposion mit Professoren, jungen Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden der drei Universitäten Ilmenau, Moskau und Sankt Petersburg durchführen. Neben einer thematisch ausgerichteten Sommer­schule für die Studentinnen und Studenten sind Workshops, Vortragsreihen, Präsentationen wissenschaftlicher Arbeiten mit Prämierung des besten Beitrags und Besichtigungen technisch ausgerichteter Unternehmen in der Region geplant.

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Anlauffoto: Professor Matthias Hein, Koordinator der TU Ilmenau der Kooperation mit den russischen Universitäten. Foto: TU Ilmenau