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Eines der größten Probleme ist der Fachkräftenachwuchs

Einen bedeutenden Logistikstandort hat die Schenker Deutschland AG seit 2004 in Arnstadt aufgebaut. Arnstadts Bürgermeister informierte sich vor Ort über dessen Entwicklung.

Betriebsbesuch in der Schenker Deutschland AG: (v.l.) Arnstadts Bürgermeister Alexander Dill, Uwe Witt, Geschäftsleiter der Schenker-Niederlassung Arnstadt und Stadträtin Martina Lang, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit im Ilm-Kreis. Foto: wr

Wenig erbaut zeigte sich Uwe Witt, Geschäftsleiter der Schenker-Niederlassung Arnstadt, von den zurückliegenden Bahnstreik. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass diese nun erst einmal ruhen, denn die Arbeitskämpfe, so sagte er, hätten sein Unternehmen in eine schwierige Situation gebracht. Da kaum noch Güterzüge gefahren sind, musste Schenker versuchen, die der Firma anvertrauten Waren der Kunden Waren alle über die Straße zu transportieren. Witt: „Die Fahrzeuge dafür mussten wir erst einmal auftreiben. Dann sind die Lastzüge auf der Autobahn zweispurig gefahren.“ Dies und viele weitere Details aus der Welt der Logistik erfuhr Arnstadts Bürgermeister Alexander Dill bei seinem Betriebsbesuch in der Niederlassung Arnstadt der Schenker Deutschland AG. Anlass des Besuchs war eigentlich das 25. Firmenjubiläum in Thüringen, das am 6. Juni gefeiert wird. Zwischen 10 und 16 Uhr können sich Besucher den Standort besichtigen und sich über moderne Logistik informieren.

Begleitet wurde der Bürgermeister von Jörg Neumann, Geschäftsführer der Stadtmarketing Arnstadt GmbH, von Thomas Bauer, Geschäftsführer der Stadtwerke Arnstadt GmbH sowie von Stadträtin Martina Lang, zugleich Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit im Ilm-Kreis. Das Landratsamt des Ilm-Kreises wurde durch Dr. Thomas Scheller, Sachgebietsleiter Kreisentwicklung, vertreten. Uwe Witt, Geschäftsleiter der Niederlassung Arnstadt, stellte die Schenker Deutschland AG vor. Ergänzende Erläuterungen gaben Vertriebsleiterin Silke Schreiber und die Leiterin des Logistikbereichs, Simone Eckhardt. Das Unternehmen gehört zu der weltweit tätigen Transport und Logistiksparte DB Schenker der Deutschen Bahn AG.

Beim Aufbau des Logistikstandort in Arnstadt erwies sich die zentrale Lage des Gewerbegebiets „Erfurter Kreuz“ als ein bedeutender Vorteil. In der hiesigen Region und für Thüringen ist Schenker seit 1990 tätig. Die erste Niederlassung befand sich in Räumen des ehemaligen Kraftverkehr Ilmenau. 1993 wurden Hallen und Räume am Ziegelhüttenweg in Ilmenau bezogen. Bereits zwei Jahre später zog die Niederlassung in das Henneberg-Gebäude auf dem ehemaligen Ilmenauer Porzellanstandort. Witt: „Dort hatten wir zwar viel Platz, doch die Fabrikflächen waren eben nicht für Logistikaufgaben gebaut. Außerdem wollten wir näher an das Autobahnkreuz und die Bahnumschlagplätze in Erfurt heranrücken.“ So zog die Schenker-Niederlassung 2004 komplett auf einen neu errichteten Standort nach Arnstadt. 2012 kam ein fast 20.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum hinzu. 33 Mitarbeiter sind dort tätig. In der Halle werden Waren für Kunden gelagert und nach deren Vorgaben versandt. Die Niederlassung ist die einzige in Thüringen.

Eines der größten Probleme sieht das Leitungsteam beim Fachkräftenachwuchs. Zwar stehen 15 Ausbildungsplätze für Berufskraftfahrer, Fachlageristen, Facharbeiter für Logistik und Kaufleute zur Verfügung, die auch besetzt sind. Doch gerade die dringend benötigten Berufskraftfahrer sind auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden. Nur wenige junge Leute möchten heute noch diesen Beruf ergreifen, sagte Uwe Witt. Der Schichtdienst und das Unterwegssein auf Straßen und Autobahnen hält viele davon ab. Auch müssen sich die Fahrer immer wieder mit verschiedensten Formen der Kriminalität auseinandersetzen, so Witt: „Wir müssen uns immer wieder mit diesem Problem befassen. Unsere Fahrer sind angehalten, sich in solchen Fällen zurückzuhalten und nicht als Helden aufzutreten.“

Durch einen Videoclip erfuhren Bürgermeister Dill und seine Begleiter, dass Schenker Deutschland an mehr als 100 Standorten 15 500 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Umsatz von knapp vier Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften. Das Unternehmen sieht sich als führender Anbieter für integrierte Logistik in Deutschland. Das heißt, im Komplex mit DB Schenker können Kunden Verbundlösungen von Landverkehr auf Straße und Schiene sowie Luft- und Seefracht in Anspruch nehmen. Uwe Witt unterstrich: „Egal welche Transportvariante ein Kunde benötigt oder für sich in Anspruch nimmt, bei uns hat er immer den selben Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme.“ Die Muttergesellschaft DB Schenker ist international tätig. In 140 Ländern unterhält das Unternehmen etwa 2000 Standorte und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von fast 20 Milliarden Euro. Allein in Europa werden 720 Standorte in 36 Ländern betrieben.

Weltweit sind 65.000 Mitarbeiter für DB Schenker tätig. Hinzu kommen Vertragsunternehmen, die Transportaufgaben insbesondere im Ausland übernehmen. Der Geschäftsleiter hob hervor, dass sein Unternehmen mehr biete, als den reinen Transport von Waren: „Unsere Kunden erhalten eine umfassende Beratung rund um Transport und Logistik, um die für ihr Anliegen effektivste Lösung zu finden.“