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Social Media gegen Bedrohung von Patienten, Ärzten und Pflegekräften in Kriegsgebieten

Ein Medienprojekt von Studenten der TU Ilmenau mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz wurde jetzt erfolgreich beendet.

Studierende des Masterstudiengangs Media and Communication Science entwickelten mit ihrem Seminarleiter Dr. Andreas Schwarz (r.) Konzepte für die IKRK-Kampagne „Health Care in Danger“. Foto: TU Ilmenau

Mit einem Pitch ging an der Technischen Universität Ilmenau soeben ein Seminar zu internationaler PR in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) erfolgreich zu Ende. Studenten des Masterstudiengangs Media and Communication Science präsentierten unter realistischen Bedingungen ihre Social-Media-Strategien für die IKRK-Kampagne „Health Care in Danger“, die weltweit auf die zunehmende Bedrohung von Patienten, Ärzten und Pflegekräften in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam macht.

Ärzte, Krankenschwestern und Patienten Ziele von Angriffen

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes leistet in über 80 Ländern der Erde Menschen, die von Konflikten und bewaffneter Gewalt betroffen sind, Hilfe. Auf seiner Webseite schreibt das IKRK: „Bei Ausbruch von Kampfhandlungen ist die Gesundheitsversorgung entscheidend. Gleichzeitig sind Gesundheitseinrichtungen gerade dann besonders anfällig für Angriffe. So wurden Ärzte und Krankenschwestern, Ambulanzfahrer und Sanitäter, Spitäler und Gesundheitszentren und sogar Verwundete und Kranke zu Zielen von Angriffen.“ Um Menschen auf der ganzen Welt über diese Gefahren zu informieren, entwickelten 25 Studentinnen und Studenten der TU Ilmenau aus 13 Ländern, die sich auf fünf konkurrierende „Nachwuchs-PR-Agenturen“ aufteilten, ein Semester lang professionelle Social-Media-Konzepte, die sie nun dem IKRK in einem Pitch präsentierten. 

Zur Jury gehörten neben dem Seminarleiter Dr. Andreas Schwarz, Leiter des Fachgebiets Public Relations und Technikkommunikation, Irene Raciti vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) in Genf und Michael Weber-Kopal vom Deutschen Roten Kreuz. In der Kategorie einer Kampagne für den europäischen Markt siegte die studentische Nachwuchsagentur „Global PRformance“, in der Studenten aus Pakistan, Brasilien und Rumänien eine Social Media-Strategie für Skandinavien vorlegten, an der sie bedeutende Influencer, also Menschen mit hohem persönlichem Ansehen in der Öffentlichkeit, beteiligten. Die Jury überzeugten sie auch mit 360-Grad-Bildern auf Facebook und Instagram, in denen von einem westlichen Krankenhaus zu einem im Kriegsgebiet zerstörten Krankenhaus geschwenkt wird.

Fachkompetenz und internationale Vielfalt

In der Kategorie für den amerikanischen Markt setzte sich „IlmConnect“ mit Studenten aus Deutschland und Indonesien durch. Für die Zielländer USA, Mexiko und Brasilien entwickelte die Nachwuchsagentur eine Kampagne mit dem Claim „connect to protect“. Youtube-Videos, Facebook-Challenges und eine geschickte Einbindung von Social Media-Stars gaben den Ausschlag. Die Jurymitglieder des Roten Kreuzes waren von beiden Konzepten beeindruckt: „Die Kombination aus Fachkompetenz und internationaler Vielfalt der Studenten in diesem Seminar war wirklich beeindruckend und hat uns viele neue Ideen für die Verbesserung unserer globalen Kommunikationskampagne geliefert“, sagt Irene Raciti vom IKRK. Das IKRK, das die Kooperation mit der TU Ilmenau insgesamt als sehr erfolgreich bezeichnete, erwägt nun ernsthaft, einige der Ideen der Studenten umzusetzen. 

Für die Medienstudenten war das Seminar beste Vorbereitung auf künftige Tätigkeiten in der zunehmend internationalisierten Kommunikationsbranche. Mit der Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes setzte Dr. Schwarz neue Akzente in der Ilmenauer PR-Ausbildung: „Nach diesem äußerst erfolgreichen Pilotprojekt werden wir auch im Wintersemester 2018/19 wieder ein anwendungsorientiertes Seminar zu internationaler PR mit einem ebenso attraktiven Partner wie dem IKRK durchführen.“