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Die Stadt Ilmenau hofft auf Lösung für marodes Henneberg-Areal am Stadteingang

Ende Januar 2018 machte eine Baumfällung an der B87 in Ilmenau ein Problem sichtbar, das seit geraumer Zeit seiner Lösung harrt: das Gelände von Hennerbergporzellan.

Eine Fällaktion macht sichtbar, was gut versteckt hinter Bäumen verborgen war: die heruntergewirtschafteten Hennerg-Gebäude. Foto: wr

Wohl aus Sicherheitsgründen hat der Thüringen Forst im Januar eine Reihe von Bäumen entlang des ehemaligen Porzellanwerks Graf von Henneberg gefällt. Damit wurde am Stadteingang der Universitätsstadt Ilmenau eine beträchtliche städtebauliche Miseere sichtbar: die Gebäude des einstigen Porzellanwerks in einem üblen Zustand. Ilmenaus Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber bemerkte dazu, dass der Thüringenforst die Stadt nur sehr kurzfristig informiert habe, sodass keine Möglichkeit bestanden habe, den Kahlschlag zu verhindern. Allerdings fügte Seeber hinzu, dass die Aktion auch eine positive Seite hatte: „Durch den freien Blick auf den Misstand ist das Henneberg-Gelände wieder in der Fokus gerückt und hat uns allen den dortigen Handlungsbedarf vor Augen geführt.“

Der Oberbürgermeister sagte auch, dass hier keine kurzfristige Lösung zur Reaktivierung dieser Industrieflächen zu erwarten sei. Mit einem Zeitraum von fünf Jahren plus sei zu rechnen. Die Stadt werde sich dabei auch finanziell engagieren, könne jedoch eine Neuerschließung selbst nicht tragen. Man setzte auf eine Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG). Momentan wird eine Machbarkeitsstudie erarabeitet, um überhaupt den Bedarf an Industrieflächen in Ilmenau zu ermitteln. Diese letzte große Industriebrache der Stadt ist etwa 14 Hektar groß. Bei einer Neuerschließung wird mit Kosten von zehn Millionen Euro gerechnet.

Ob das Henneberg-Areal überhaupt wieder eine industrieelle Zukunft haben wird bleibt vorerst aber offen. Im Ilm-Kreis bestehen nämlich bereits mehrere ausgewiesene und auch erschlossene Industrieflächen zur Verfügung, die von der LEG vermarktet werden. Der neuerliche Vorstoß der Stadt in Richtung Neuerschließung ist nicht der erste. Bereits vor einigen Jahren wurden hierzu Verhandlungen geführt, die jedoch Ergebnislos blieben.