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Im Führerstand der Dampflok fuhr der Ministerpräsident zum Bahnhof Rennsteig

Die diesjährige Sommertour von Ministerpräsident Bodo Ramelow ist dem Tourismus gewidmet und führte gestern durch den Ilm-Kreis.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Die Fahrt auf der Dampflok war ein beeindruckendes Erlebnis“. Foto: wr

Reinhart Pulvers (r.), Bürgermeister der Gemeinde Schmiedefeld, begrüßte Bodo Ramelow am Bahnhof Rennsteig ein Fläschchen „Schwarze Beer Schnaps“. Foto: wr

Rundgang am Bahnhof Rennsteig mit (vorn v.l.) Landrätin Petra Enders, Ministerpräsident Bodo Ramelow und Dr. Lüder Kaltwasser, Geschäftsführer der Rennsteigbahn GmbH & Co. KG. Foto: wr

Im Führerstand der Rennsteigbahn-Dampflok fuhr gestern Ministerpräsident Bodo Ramelow im Bahnhof Rennsteig ein. Beim Halt in Stützerbach war er in die Lok umgestiegen und ging Lokführer Herbert Schmidt als Heizer zur Hand. „Die Fahrt auf der Dampflok war ein beeindruckendes Erlebnis“, sagte der Ministerpräsident nach der Ankunft. Die Fahrt habe ihm große Freude bereitet und sei zudem sehr lehrreich gewesen, fügte er hinzu. Auf dem Bahnsteig begrüßte ihn Schmiedefelds Bürgermeister Reinhart Pulvers und überreichte ihm ein Fläschchen „Schwarze Beer Schnaps“ vom Rennsteig.

Den Schein als Ehrenlokführer durchaus verdient

Lokführer Herbert Schmidt war recht angetan von der Arbeit seines zeitweiligen Gehilfen: „Dafür, dass es die erste Lehrstunde auf unserer Dampflok war, hat er sich recht gut gemacht. Da hat er sich den Schein als Ehrenlokführer durchaus verdient.“ Nach diesem praktischen Bahnerlebnis folgte eine Besichtigung des Bahnhofs Rennsteig in Begleitung von Landrätin Petra Enders und unter Führung von Dr. Lüder Kaltwasser, Geschäftsführer der Rennsteigbahn GmbH & Co. KG. Dabei und bei einem anschließenden Vortrag von Dr. Kaltwasser im Restaurant „Gleis 1“ konnte sich Ramelow über die Entwicklung der Rennsteigbahn und des Bahnhofs Rennsteig zum touristischen Highlight am Kamm des Thüringer Waldes informieren.

Der Geschäftsführer und die Landrätin nutzten dabei die Gelegenheit, auf Projekte der Rennsteigbahn wie die Erweiterung des Bahnverkehrs in Richtung Schleusingen und Themar hinzuweisen, ebenso auf eine mögliche Wiederinbetriebnahme der steilsten Bahnstrecke von Schleusingen nach Suhl. Enders warb insbesondere für eine Weiterentwicklung des Rennsteigtickets. Der Ilm-Kreis habe dafür gewissermaßen als Vorleistung 10.000 Euro in den Kreishaushalt eingestellt, um künftig auch nicht staatliche anerkannte Erholungsorte in das Rennsteigticket besser einbinden zu können. Die Landrätin wies auch auf die Chance hin, im Ilm-Kreis ein Eisenbahnmuseum mit echten Gegenständen der Bahngeschichte. Der Vorschlag stammt ursprünglich von Marita Eckstein, Geschäftsführerin der FES Bahntechnik GmbH & Co. KG in Thörey. Das Unternehmen verfügt über einen umfangreichen Fundus alter Bahntechnik.

Gründung eines Zweckverbands favorisiert

Ramelow erwähnte nochmals die beeindruckende Lokfahrt und unterstrich, dass es in der hiesigen Region viele gute Ideen für einen guten Tourismus gäbe. Alle diese Vorschläge sollten mit den neuen Amtsträgern diskutiert werden, die jetzt ihre Ämter in den umliegenden Städten und Gemeinden aufgenommen haben. Er hob hervor, dass er die Gründung eines Zweckverbands für die gesamte Region um den mittleren Rennsteig favorisieren würde, um den Tourismus noch stärker zu beleben.

Zugleich machte er deutlich, dass die Entwicklung der Bahnstrecken um den Rennsteig im Zusammenhang mit anderen ähnlichen Projekten voranzutreiben sei. Die Oberlandbahn zwischen Triptis und Bad Lobenstein nannte er hierbei, die wegen einer fehlenden Brücke nicht betrieben werden könne. Diese und weitere Vorhaben müssten in ein Gesamtkonzept, das vom Thüringer Wald bis zum „Thüringer Meer“ reicht und einen Mehrwert für Touristen bietet. Ramelow konstatierte Handlungsbedarf: „Bei der Aufstellung unserer Industrie sind wir weit gekommen. Im Tourismus ist Thüringen weiterhin Entwicklungsland.“