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Chinesischer Batteriehersteller errichtet Werk auf Industriegroßfläche Erfurter Kreuz

Als ersten Produktionsstandort außerhalb Chinas baut der Batteriehersteller CATL ein Werk mit einer Investition von 240 Millionen Euro bis 2022.

Bei der Unterzeichnung der Projektvereinbarung durch den Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und CATL-CEO Robin Zeng (l.). Foto: Christoph Petras

Auf einem 70 Hektar großen Areal im Industriegebiet Erfurter Kreuz errichtet der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) sein erstes Werk außerhalb Chinas. Bis 2022 investiert CATL 240 Millionen Euro und schafft 600 neue Arbeitsplätze. Das hochautomatisierte neue Batteriewerk wird auf eine Kapazität von 14 Gigawattstunden ausgelegt. Damit bekräftigt die Firma ihr Engagement auf dem europäischen Automobilmarkt und will die Wachstumschancen nutzen, die sich in Europa und vor allem in Deutschland durch Elektrofahrzeuge auftun. Die Projektvereinbarung zwischen CATL und dem Freistaat Thüringen wurde am 9. Juli 2018 im Rahmen der Deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen im Bundeskanzleramt in Berlin unterschrieben.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee betonte: „Für Thüringen ist es die bedeutendste Industrieinvestition der letzten zehn Jahre.“ Er bezeichnete die Investition als eine „industriepolitische Weichenstellung mit enormer Langzeitwirkung“ – für CATL selbst, für die europäische Automobilwirtschaft, aber auch für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Weiter hob er hervor: Die bedeutendste Investitionsentscheidung der letzten zehn Jahre in Thüringen katapultiert unser Bundesland mindestens in die europäische Liga,  denn hier entsteht der erste europäische Produktionsstandort für Batteriezellen überhaupt. CATL setzt Maßstäbe.“ Die Landesregierung verspricht sich davon einen Zuzug weiterer Firmen der Batterieherstellung sowie der Zulieferindustrie und eine Spitzenposition bei den innovativen Elektrofahrzeugtechnologien.

Eigenständige Firma mit Produktion, Forschung und Entwicklung

Das Werk in Thüringen ist als eigenständige Firma mit Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Logistik geplant. CATLs Vorstandsvorsitzender Dr. Robin Zeng sagte: „Der Bau eines Werks zur Herstellung von intelligenten Batterien in Deutschland ist der erste Schritt unseres Investitionsplans für Europa. Er dient der Zusammenarbeit zwischen europäischen Autoherstellern und CATL. Durch die Etablierung der modernsten Technologie für Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland und die Liefermöglichkeiten vor Ort, sind wir näher am Kunden und können dadurch kundenspezifische Lösungen anbieten und noch schneller auf Kundenwünsche reagieren.“

Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) wurde 2011 gegründet und 2018 an der Börse notiert. Das Unternehmen entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batterien, Batteriesysteme für die Elektromobilität und Energiespeicherlösungen. Das Kerngeschäft der Firma umfasst auch Batteriemanagementsysteme sowie Batterierecycling und -wiederverwendung. Mit einem jährlichen Lieferumfang von 12 GWh im 2017 ist CATL die Nummer eins der weltweiten Automobilbatteriebranche. Ende 2017 beschäftigte CATL etwa 23 Prozent der Mitarbeiter und damit 3425 Personen in Bereich Forschung und Entwicklung. CATL hat Niederlassungen in Schanghai, Jiangsu, Qinghai und Foshan. Auslandsniederlassungen sind in München, Paris sowie in Japan und in den USA.