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Technologie-Workshop zu Testverfahren für automatisiertes und vernetztes Fahren

Ein Workshop, der Einsichten in leitungslose Mess- und Testverfahren für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge bietet, findet am 20. und 21. September an der TU Ilmenau statt.

Testsituation im Messlabor des Thüringer Innovationszentrums Mobilität. Foto: TU Ilmenau

Das Thüringer Innovationszentrum für Mobilität an der Technischen Universität Ilmenau und die Microwave Vision Group laden am 20. und 21. September zu einem Workshop ein, der Einsichten in leitungslose Mess- und Testverfahren für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge bietet. Der Technologie-Workshop wendet sich an Entwickler und Techniker aus Industrie und Forschungseinrichtungen sowie interessierte Nachwuchswissenschaftler und ist für die Teilnehmer kostenlos.

Die fortschreitende Digitalisierung stellt herkömmliche Produktionszyklen von Fahrzeugen zunehmend in Frage und hat Markt und Wettbewerb grundlegend verändert. Um dieser Herausforderung zu begegnen, treibt die Mobilitätsbranche Forschung und Innovation von schnellen, zuverlässigen und effizienten Testverfahren für vernetztes und automatisiertes Fahren voran. So ist auf dem Weg zum autonomen Fahren die drahtlose Vernetzung zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Moderne Fahrzeuge entwickeln sich immer mehr zu komplexen drahtlosen Netzwerken, die mit einer Vielzahl von Funktechnologien ausgestattet sind: der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation „Vehicle-to-Everything-Communication“ (V2X), Satellitennavigation oder Radar. Die Entwicklung und die Zulassung neuer Funktionen für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge erfordern immer schnellere, genauere und zuverlässigere Mess- und Prüfverfahren sowie digitale Absicherungsmethoden. Daraus folgen neue und strenge Anforderungen an fortschrittliche Technologien zum Testen der drahtlosen Funktionen in ihrem Einbauzustand über die Luftschnittstelle in virtuellen Funkumgebungen.

Weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur

Das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) an der TU Ilmenau beschäftigt sich mit der Forschung und Entwicklung des vernetzten und automatisierten Fahrens in den Bereichen Funk- und Informationstechnik sowie Fahrzeugtechnik. Seine zukunftsweisende und zum Teil weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur führte 2015 zur Gründung der Virtual-Drive Test-Allianz (VDT-Allianz), einem industrieübergreifenden Zusammenschluss von heute 24 international agierenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen verschiedener Branchen. Hier werden Verfahren entwickelt, mit denen mit Hilfe virtueller Testfahrten die Leistungsfähigkeit und Sicherheit vernetzter Fahrzeuge im Betriebszustand effizient bewertet werden können.

Die Microwave Vision Group (MVG) war von Anfang an Teil der VDT-Allianz und hat deren Aktivitäten mitgestaltet. Die weltweit agierende Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Paris entwickelt schlüsselfertige Testlösungen für die Automobilindustrie. Sie hat sich darauf spezialisiert, Mikrowellen sichtbar zu machen und ist Experte für „Over-the-air (OTA)“-, also für leitungslose Mess- und Testverfahren. Ihr auf dem Markt einzigartiges Messsystem MVG SG3000 ermöglicht es, die Funktionen drahtloser Übertragung und die OTA-Leistungsmerkmale kompletter Fahrzeuge in kurzer Zeit mit hoher Genauigkeit zu charakterisieren und die Wechselwirkung mit elektromagnetischen Wellen zu visualisieren.

Interaktive Messabläufe in der „Virtuellen Straße“

In dem Workshop „Advancing OTA Testing – Research Challenges and Solutions for Connected Cars“ präsentieren ThIMo und MVG den Stand modernster Testverfahren für automobile Funksysteme, Antennenmessungen und Datenanalyse. Die Teilnehmer können sich außerdem an interaktiven Messabläufen in der „Virtuellen Straße – Simulations- und Testanlage (VISTA)“ beteiligen, einer elektromagnetisch geschirmten, teilweise echofreien Messkammer, die so geräumig ist, dass in ihr die drahtlosen Übertragungssysteme kompletter Mittelklasseautos im Einbauzustand getestet werden können.

Ein strategischer Höhepunkt der Veranstaltung ist die Unterzeichnung eines Memorandums zwischen der VDT-Allianz und der 5G Automotive Association (5GAA), das den Austausch von Informationen, gemeinsame Projekte und die Verknüpfung der Forschungsnetzwerke der Mitglieder vereinbart. Die 5GAA ist ein internationaler Zusammenschluss von Automobil-, Technologie- und Telekommunikationsunternehmen und entwickelt und testet Kommunikationslösungen für vernetzte Mobilität. Zu den Mitgliedsunternehmen zählen Global Player wie Audi, BMW, Bosch, Daimler, Ford, Fraunhofer, Honda, Hyundai, Infineon, Samsung, Vodafone und VW.