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Wo junge Leute die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten auch ganz praktisch ausloten

Seit zehn Jahren bietet das Kompetenzzentrum für Berufsorientierung im Ilm-Kreis Kindern und Jugendlichen einen praxisnahen Einblick in vielfältige Berufsfelder.

Landrätin Petra Enders (vorn l.) und Cornelia Koch (vorn r.), Geschäftsführerin des Bildungswerks Großbreitenbach, bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Kompetenzzentrums für Berufsorientierung in Arnstadt. Foto: wr

Glasbläsermeister Thomas Kirchgeorg (r.) aus Ilmenau zeigt dem Großbreitenbacher Schüler Ramon Franke (l.), wie eine Glaskugel geblasen wird. Foto: wr

Jungen Menschen bei der Berufswahl Hilfe und Unterstützung zu bieten, ist das Aufgabengebiet des Kompetenzzentrums für Berufsorientierung in der Arnstädter Kauffbergstraße. Am 19. September 2018 feierte die Einrichtung ihr zehnjähriges Bestehen im Kreis von Partnern, Unterstützern und natürlich mit den Schülerinnen und Schüler, die die Angebote nutzen, um den geeignetsten Beruf zu finden. Landrätin Petra Enders führte die Gästeliste an, auf der neben Vertretern der Industrie- und Handelskammer, der Initiative Erfurter Kreuz, des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft im Ilm-Kreis, vieler Schulen auch zahlreiche Unternehmen zu finden waren. Das Bildungswerk Großbreitenbach gGmbH als Projektträger richtete die Veranstaltung aus. Cornelia Koch, Geschäftsführerin des Bildungswerks Großbreitenbach, begrüßte die Gäste.

Stolz beim Rückblick auf zehn Jahre Berufsorientierung

Manfred Koch, heute Pensionär, Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Bildungswerks und Initiator des Kompetenzzentrums für Berufsorientierung, wusste viel über die Entwicklung dieses Projekts zu berichten, ging aber auch auf grundsätzliche Fragen von Bildung und Berufsförderung ein. Stolz sei er beim Rückblick auf die zehn Jahre Berufsorientierung, in denen junge Leute ihre Möglichkeiten und Talente auch ganz praktisch ausloten konnten. Während, wie Koch sagte, Schülerinnen und Schüler heute auf umfangreiche Ausbildungsangebote der Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes zugreifen können, habe für die Gründung des Kompetenzzentrums noch eine ganz andere Motivation gehabt. Damals waren Ausbildungsplätze eher rar und es herrschte in der Ausbildung eine hohe Abbrecherquote. Dem sollte mit besserer Vorbereitung auf die Berufswahl begegnet werden.

So wurde gemeinsam mit Partnern wie der Agentur für Arbeit, der IHK Südthüringen, mit Unternehmen wie dem GEWES Gelenkwellenwerk Stadtilm GmbH und der AGIL Ausbildungsgesellschaft Ilmtal mbH , dem Arnstädter Bildungswerk, der IKL GmbH und vielen anderen Unterstützern 2008 das Kompetenzzentrum ins Leben gerufen. Einer der wichtigsten Partner war der Ilm-Kreis, der als Eigentümer das Gebäude in der Kauffbergstraße, eine ehemalige Stasi-Dienststelle, zur Verfügung stellte. Mit sechs Verbundpartnern und neun Schulen startete das Bildungswerk Großbreitenbach das Projekt. Das Gebäude musste zunächst umgebaut werden, denn es sollte dort ursprünglich die Agentur für Arbeit einziehen. In nur acht Wochen, so Koch, habe man den Umbau größtenteils mit eigenen Kapazitäten erledigt. Doch von Anfang an plagte Finanznot die Verantwortlichen, die permanent damit beschäftigt gewesen seien, Mittel aufzutreiben. So mahnte er an, in Thüringen andere Voraussetzungen zum Betrieb solcher Einrichtungen zu schaffen, denn „es ist nicht gut, wenn Pädagogen Geld beschaffen müssen und ihre eigentlichen Aufgaben liegen bleiben“. Doch für ihn habe stets festgestanden, dass Bildung die beste Investition in die Zukunft einer Gesellschaft sei. In diesem Sinne formulierte Koch sein Motto: „Chancen erkennen, Chancen Nutzen und mit Bildung Zukunft gestalten.“

Kontinuierliche Entwicklung des Kompetenzzentrums

Die Ausführungen des Initiators des Kompetenzzentrums für Berufsorientierung untermauerte Projektkoordinator Hagen Schneider. Er zeigte eine kontinuierliche Entwicklung auf von den ersten 300 Schülern vor allem aus Ichtershausen, denen zunächst fünf Berufsfelder nahe gebracht werden konnten. Im Jahr 2011 unter dem damals so benannten Projekt "SEBEIK" waren es schon acht Berufsfelder für die siebenten Klassen und neun Berufsfelder für die achten Klassen. Später stieg die Zahl der Berufsfelder auf 13, zudem dezentrale Angebote im Kreisgebiet. Sogar ein Bus kam zur Berufsberatung zeitweise zum Einsatz. Inzwischen wird bei elf präsentierten Berufsfeldern die jährliche Zahl von 2000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern weit überschritten, sagte Schneider.

Landrätin Petra Enders hob die zehnjährige Arbeit des Kompetenzzentrums als Erfolgsgeschichte hervor. Obwohl die Situation auf dem Ausbildungsmarkt heute eine ganz andere sei als im Jahr der Gründung werde das Kompetenzzentrum weiterhin dringend gebraucht. Angesichts einer enormen Vielzahl an Berufen seien junge Leute umso mehr darauf angewiesen, bei der Berufswahl über umfassende Informationen zu verfügen, um sich für den für ihre Fähigkeiten angemessenen Beruf entscheiden zu können. Als das besondere an dem Arnstädter Kompetenzzentrum unterstrich sie die Möglichkeit, dass sich Jugendliche in dem Haus auch praktisch erproben können. Enders betonte, dass der Ilm-Kreis die Einrichtung auch weiterhin unterstützen werde. Sie dankte Manfred Koch und dem Bildungswerk Großbreitenbach sowie allen, die am Erfolg des Kompetenzzentrums mitgeschrieben haben. Im Anschluss brachte Geschäftsführerin Cornelia Koch ihren Dank gegenüber den Partnern mit kleinen Präsenten zum Ausdruck. Dann wurde gefeiert.