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Umrüstung auf Digitalfunk hatte 2017 begonnen und muss Ende 2021 abgeschlossen sein

Die Fahrzeugbesatzungen der Rettungsdienste im Landkreis Gotha funken seit dem heutigen Dienstag, 25. September, digital.

Blick in ein Rettungsfahrzeug. Foto: wr

Unter Federführung des Amtes für Sicherheit und Ordnung des Landkreises Gotha wurden im Juni und Juli dieses Jahres insgesamt 14 Rettungstransportwagen (RTW) sowie Notarzt-Einsatzfahrzeuge (NEF) mit der neuen Technik ausgerüstet. Die Kosten von rund 3.000 Euro je Wagen werden anteilig vom Land Thüringen erstattet sowie mit dem kommunalen Finanzausgleich verrechnet. „Für die Einsatzkräfte im Landkreis ist das ein großer Meilenstein“, befindet Landrat Onno Eckert. Zum ersten Mal sei eine ganze Fraktion der Blaulicht-Kräfte komplett auf Digitalfunk umgestellt worden. Die Rettungsdienste kommunizieren dann untereinander und mit der Rettungsleitstelle dank einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abhörsicher auf eigenem Kanal. Als Rückfallebene haben die Fahrzeuge auch weiterhin noch Analogfunk an Bord; so sehen es die Vorschriften für eine Übergangszeit vor.

Angebunden ist der Rettungsdienst damit an das bundesweit einheitliche digitale Sprech- und Datenfunksystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (kurz: BOS). Dessen technisches Rückgrat bildet das TETRA-Funknetz, das dem GSM-Mobilfunknetz ähnelt. Digitalfunk kann dabei grundsätzlich mehr als nur Sprache übermitteln. Technisch möglich ist zudem die Übertragung von Textnachrichten oder GPS-Einsatzkoordinaten. Bei größeren Schadenslagen können gemeinsame Rufgruppen gebildet werden; die Reichweitenüberbrückung ist dank des Rückgriffs auf die Funkmasten auch Regionen übergreifend möglich.

Nach Zwangspause bei der Umrüstung läuft diese weiter

Begonnen hatte die Umrüstung der Einsatzkräfte bereits im Jahr 2017, wobei zunächst die Feuerwehren der Nesse-Apfelstädt-Landgemeinde und in Günthersleben-Wechmar Priorität hatten. Diese bilden im Havariefall die so genannte Tunnelbasiseinheit, die den südlichen Eingang des ICE-Tunnels Augustaburg unweit von Ingersleben absichert. Nach einer vom Land verordneten Zwangspause bei der Umrüstung, die in einem Verkauf des Systemanbieters an chinesische Eigentümer begründet lag, konnte nach Klärung der Sicherheitsbedenken im Frühjahr 2018 die Ausstattung der Fahrzeuge wieder anlaufen.

Insgesamt sind 2017 21 Feuerwehrfahrzeuge umgerüstet worden, im laufenden Jahr weitere 30. So haben die Dienstwagen der Kreisbrandmeister sowie der Führungskraftwagen (FüKW), der Gerätewagen Atemschutz (stationiert bei der Stützpunktfeuerwehr Ohrdruf) sowie die Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr Gotha sowie der freiwilligen Stadtteilwehren Digitalfunkgeräte erhalten. Vor den Systemadministratoren des Amtes für Sicherheit und Ordnung liegt aber noch ein Berg Arbeit: Rund 200 weitere Fahrzeuge, die den Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises Gotha zugeordnet sind, müssen bis Jahresende 2021 umgerüstet sein.