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Sogar der berühmte Hersteller von Elektrofahrzeugen TESLA bezieht Seilzüge aus Gehren

Die SZW Prophet GmbH ist ein Automobilzulieferer mit einer Palette von Produkten, die sowohl in Verbrennern als auch in Elektromobilen unverzichtbar sind.

Firmenrundgang bei SZW Prophet: (v.l.) Werkleiter Thomas Ruckriegel, Wirtschaftsförderer Sebastian Poppner, Ortsbürgermeister Ronny Bössel, Oberbürgermeister a.D. Gerd-Michael Seeber und Geschäftsführer Jörg Prophet. Foto: wr

Am Standort Gewerbegebiet Gehren ist die SZW Prophet GmbH ansässig. Das Unternehmen ist bekannt als Seilzugwerk Gehren mit einer mehr als 75 jährigen Geschichte der Herstellung von Seil- und Bowdenzügen, und es ist Teil der familiengeführten MPM-Prophet-Gruppe mit Sitz in Nordhausen. Gerd-Michael Seeber, Oberbürgermeister a.D. und bis zur Wahl eines neuen OB Beauftragter für die Stadtverwaltung Ilmenau, stattete der Firma im neuen Ilmenauer Ortsteil Gehren einen Besuch ab. Vor Ort begrüßten ihn und Gehrens Ortsteilbürgermeister  Ronny Bössel sowie Sebastian Poppner, Wirtschaftsförderung der Stadt Ilmenau, Jörg Prophet, Geschäftsführer der MPM Prohet GmbH, Birgit Prophet sowie Werkleiter Thomas Ruckriegel.

Vielfältige Formen von Seil- und Bowdenzügen

Jörg Prophet gab einen Überblick über das Unternehmen, das seit 2003, unter der Führung der MPM Prophet GmbH steht und seitdem eine hervorragende Entwicklung genommen habe. Etwa 120 Mitarbeiter stellen vielfältige Formen von Seil- und Bowdenzügen her, die insbesondere in der Automobilindustrie oder bei anderen Automobilzulieferern Verwendung finden. Seit 2015 gehört auch AKT Prophet GmbH zur MPM Gruppe und ist in unmittelbarer Nachbarschaft des Seilzugwerks ansässig. Diesen Standort mit kompletten Produktions- und Bürogebäuden hat Prophet übernommen, nachdem die Firma Dura Automotiv von dort ins Ausland gezogen ist. AKT ist in der Kunststofftechnik tätig und ergänzt sorgt mit Kunststoffspritzguss-Erzeugnissen für Synergieeffekte bei der Produktion von Seil- und Bowdenzügen.

Der Unternehmenschef betonte, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung trotz schwieriger politischer Verhältnisse realisiert wurde. Allerdings hob er dabei besonders hervor, dass dies nicht die Lokalpolitik in Ilmenau und Gehren betreffe, mit den hiesigen Bürgermeistern habe er immer gut zusammengearbeitet, sondern die Politik in Bund und Land. Als größte Hemmnisse für nahezu alle mittelständischen Unternehmen nannte Prophet die deutsche Energiepolitik, mangelnde Infrastruktur, nicht nur beim schnellen Internet, und eine ausufernde Bürokratie. Die größten wirtschaftlichen Probleme bereite seinen Unternehmen der weiter steigende Strompreis. Er verwies auf die zahlreichen großflächigen Photovoltaikanlagen auf dem Firmengelände und sagte: „Das ist gewissermaßen unsere Notwehr gegen einen Strompreis der in Frankreich um die Hälfte geringer ist.“

Die Politik vom Land aufwärts habe für Mittelständler keine Eingänge mehr

Prophet beklagte, dass die Politik vom Land aufwärts für Mittelständler keinerlei Eingänge mehr habe. Bei der Energie befreie man nur die Großindustrie von der Abgabenlast, der Breitbandausbau ende genau an der Grenze des Gewerbegebiets und der weitere Ausbau der Bundesstraße 88 sei zum Erliegen gekommen. Im Gegenzug, so der Geschäftsführer, müsse sich sein Unternehmen im internationalen Wettbewerb gegen Billiganbieter behaupten und trotz all dieser Probleme eine weltweite Logistik vorhalten. Ortsbürgermeister Ronny Bössel hielt entgegen, dass inzwischen für den Anschluss des Gehrener Gewerbegebiets an das Glasfasernetz eine Lösung gefunden werde. Und Gerd-Michael Seeber unterstrich, dass sich die Stadt Ilmenau weiter für den Weiterbau der Bundesstraße stark mache.

17 Millionen Bowdenzüge werden jährlich in Gehren produziert. Sogar den inzwischen berühmten Hersteller von Elektrofahrzeugen TESLA beliefert die SZW Prophet GmbH. Darauf ist der Geschäftsführer besonders stolz: „Seilzüge werden in jedem Fahrzeug benötigt, egal ob Verbrenner oder Elektrofahrzeug. Insofern befinden wir uns in einer zukunftsträchtigen Branche.“ Als weiteres Problem nannte er die Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden. So wurde eine eigene Berufsausbildung aufgebaut mit momentan vier Auszubildenden im Berufsfeld Mechatronik sowie im kaufmännischen Bereich. Den Mitarbeitern werden umfangreiche Sozialleitungen geboten sagte Werkleiter Thomas Ruckriegel. Das reiche von speziellen Arbeitszeitmodellen, Kostenübernahme bei der Kinderbetreuung, Verköstigung im Schichtbetrieb und vieles mehr. Ein weiteres Standbein in Gehren ist die Vermietung von Gewerbeflächen, die insbesondere in der Hand von Birgit Prophet liegt. Über sieben Hektar Fläche verfügt das Unternehmen in Gehren. Dort sind 1200 Quadratmeter Bürofläche und rund 10.000 Quadratmeter Produktionsfläche in zwei Hallen vermietbar.