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Fahrradwerkstatt an der TU Ilmenau erhielt Spende von der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau

Für jeden beim Stadtradeln 2018 gefahrenen Kilometer im südlichen Ilm-Kreis gab es einen Cent Spende. Von dem Geld will die gemeinnützige Werkstatt Werkzeuge anschaffen.

In der Fahrradwerkstatt leisten Studierende aus aller Welt mehr, als nur Schläuche zu wechseln und Ketten zu ölen. Sie integrieren internationale Studierende und Flüchtlinge, bieten Hilfe in Alltagsfragen. Foto: LRA Ilm-Kreis/ Doreen Huth

Das Stadtradeln dient nicht nur der Gesundheit und der CO2-Reduzierung, sondern auch dem guten Zweck. Am Donnerstag, 5. Oktober, konnte Landrätin Petra Enders zusammen mit Sven Hauschild von der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau der Fahrradwerkstatt an der TU Ilmenau 1050 Euro als Geldspende übergeben. Für jeden beim Stadtradeln 2018 gefahrenen Kilometer im südlichen Ilm-Kreis gab es einen Cent Spende. Von dem Geld will sich die gemeinnützige Werkstatt Werkzeuge anschaffen.

Die Fahrradwerkstatt an der TU Ilmenau im Haus D ist mehr als nur ein Repariertreff für Studierende und ihre Fahrräder. Dort engagieren sich Studierende aus aller Welt, kommen ins Gespräch, lernen voneinander und helfen anderen. Sie bringen Flüchtlingen Deutsch und Fahrradfahren bei. Sie bieten Freundschaften und Unterstützung in vielen Lebenslagen an. Das zeichnet das gemeinsame Projekt der Hochschulgruppe Ingenieure ohne Grenzen und des Studierendenrates (Stura) aus. Pro Jahr stellt der Stura 500 Euro für die Werkstatt zur Verfügung. Das Studierendenwerk Thüringen stellt die Räume kostenlos zur Verfügung. Ausgediente Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeuge bringen Studierende, Mitarbeiter der TU und auch Ilmenauer gern vorbei. Jeden Donnerstag können dann Hilfesuchende mit ihren Rädern von 17 bis 20 Uhr vorbeikommen. Aber auch außerhalb dieser Öffnungszeiten helfen die Studierenden vor Ort gern weiter. Kontakte finden sich auf deren Facebook-Seite Fahrrad Selbsthilfewerkstatt „Wunderrad“ TU Ilmenau“ sowie über den Studierendenrat (Stura).

Heute engagieren sich in der Fahrradwerkstatt sechs aktive Studierende

Die Werkstatt gibt es schon seit Anfang der 2000 Jahre. Mit Hilfe von Kreshna und vielen anderen Studierenden gelang es dann um 2015 herum, das Hilfsangebot mit festen Öffnungszeiten zu organisieren. Heute engagieren sich dort sechs aktive Studierende. Sie arbeiten mit dem Flüchtlingsnetzwerk der Stadt, dem ADFC und auch den Radverkehrsbeauftragten der Stadt und des Kreises zusammen.

„Ich bitte Sie, auch nächstes Jahr wieder mitzuradeln beim Stadtradeln“, freute sich Landrätin Petra Enders über das Engagement der jungen Leute an der TU Ilmenau. „Hier geht es um viel mehr“, waren sich die Landrätin und Max Helbig vom Reparaturteam einig. Der Studierende betonte noch einmal die Arbeit neben der „Schrauberei“. Hier werde Integration, Hilfe und Freundschaft geboten. Manch Studierender aus dem Ausland lerne über die Fahrradwerkstatt Deutsch und Fahrrad fahren. Vor allem für sie bietet das Team einen Leihservice an. Gegen einen Pfand können Studierende für 10 Euro pro Semester Fahrräder dort ausleihen. Für die Mobilität in der Stadt ein unschätzbarer Service, weiß Petra Enders dieses Angebot zu schätzen.

Sie wies noch einmal auf die weiteren Vorhaben im Landkreis in Bezug auf Radmobilität hin. So werde das Radwegenetz immer weiter ausgebaut. An Schule werde man bis 2021 nun nach und nach die Unterstellmöglichkeiten für Schüler-Fahrräder verbessern oder überhaupt erst schaffen. Auch ein Pedelec-Verleihsystem in der Komet-Region soll die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger verbessern. Als Radverkehrsbeauftragte des Landkreises bat Katharina Cherubim zudem darum, auch für das nächste Jahr wieder Vorschläge für gute Zwecke zum Stadtradeln zu machen (k.cherubim@ilm-kreis.de). Im nördlichen Ilm-Kreis radelten die Teilnehmer dieses Jahr für die Verkehrswacht, mit Hilfe der Stadtwerke Arnstadt.