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Konjunkturklimaindikator erreicht neuen Bestwert, Wachstumsrallye geht weiter

Gute Geschäfte und noch bessere Erwartungen prägen die Wirtschaft im Ilm-Kreis in diesem Herbst, stellt die Industrie- und Handelskammer Südthüringen fest.

Die IHK Südthüringen weist in ihrem neuesten Konjunkturbericht für die Wirtschaft im Ilm-Kreis ein hervorragendes Wachstumsklima aus. Foto: wr

Der Konjunkturklimaindikator der IHK Südthüringen erreicht einen neuen Bestwert, die Wachstumsrallye im Ilm-Kreis geht weiter, so schätzt die IHK ein. Zwei von drei Unternehmen betonen jedoch Fachkräfteengpässe, in denen ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu sehen sei. Diese und weitere Ergebnisse liefert die Konjunkturumfrage Herbst 2018 der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK), die jetzt für den Ilm-Kreis vorliegen.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator als wichtigstes Maß für die Stimmung der regionalen Wirtschaft steigt gegenüber dem Frühsommer um neun Punkte und erreicht 136 von 200 möglichen Punkten. Dies ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Derzeit bewerten 58 Prozent der Unternehmen ihre Geschäfte als gut, weitere 41 Prozent als saisonüblich beziehungsweise befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 27 Prozent bessere Geschäfte und 64 Prozent den derzeit erreichten Umfang. Unter den großen Standorten des Landkreises liegt Amt Wachsenburg mit einem Indikatorwert von 162,6 Punkten vorn, gefolgt von Ilmenau mit 141,8 Punkten und Arnstadt mit 131,1 Punkten.

Stimmung im Ilm-Kreis ist besser als in anderen Regionen

Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen sagt dazu: „Die Stimmung der Unternehmen im Ilm-Kreis ist besser als in den anderen Regionen Südthüringens. Unsere Zahlen zeigen starke Zuwächse im Auftragseingang sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Auch die Ertragslage ist gut und hat sich für jedes dritte Unternehmen gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessert. Auch die Erwartungsindikatoren für Investitionen und Beschäftigung weisen steil nach oben und kündigen weiteres Wachstum an.“

So planen neun von zehn Unternehmen in den kommenden Monaten Investitionen. Dieser Anteil ist außerordentlich hoch, weil normalerweise die Investitionsintensität der einzelnen Branchen unterschiedlich kräftig ausfällt. Aufgrund der guten Ertragslage kann nun in fast allen Unternehmen die Zukunftsfähigkeit verbessert werden. Hierbei wird hauptsächlich modernisiert und Ersatz beschafft.

Belegschaften sollen durch weitere Einstellungen wachsen

Darüber hinaus planen 30 Prozent der Unternehmen Rationalisierungsinvestitionen, die zum Beispiel durch zunehmende Automatisierung die Effizienz im Unternehmen steigern sollen. 23 Prozent planen Produkt- und Prozessinnovationen für die Produkte und Dienstleistungen der nächsten Generation. Und 24 Prozent der Unternehmen planen die Erweiterung der Kapazitäten. Damit korrespondierend gehen 18 Prozent davon aus, dass ihre Belegschaften durch weitere Einstellungen wachsen werden. Lediglich ein Prozent der Unternehmen erwartet eine zurückgehende Zahl der Mitarbeiter.

„Bereits seit einem Jahr sind die Personalplanungen der Unternehmen im Ilm-Kreis außerordentlich expansiv“, so Pieterwas: „Bis auf ganz wenige Ausnahmen strotzt die Wirtschaft vor Energie und will weiter wachsen. Allerdings bleiben neue Stellen heute länger frei als früher, die Stellenbesetzung gestaltet sich unendlich zäh. Daher betrachten inzwischen 66 Prozent der Unternehmen Fachkräfteengpässe als wirtschaftliches Risiko.“ Der Hauptgeschäftsführer weiter: „Nach der Veröffentlichung der Fachkräftestudie durch die Landesregierung erwarten die Unternehmen nun weitere Aktivitäten zur Personalgewinnung.“

Allein die repräsentativ ausgewählten Umfrageteilnehmer meldeten 133 freie Stellen, die zum Teil bereits seit Monaten unbesetzt sind. Die IHK Südthüringen geht davon aus, dass in den Unternehmen erheblich mehr Stellen frei sind, als derzeit mit 1.186 der Arbeitsagentur gemeldet. „Das Wirtschaftswachstum hätte eine noch höhere Schlagzahl, wenn alle Stellen besetzt wären“, so Pieterwas.