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Tag des Glasapparatebauers soll mithelfen, den hohen Fachkräftebedarf zu decken

Sieben glasverarbeitende Unternehmen aus Ilmenau und Umgebung präsentierten im Christlichen Jugenddorfwerk CJD Ilmenau den Beruf des Glasapparatebauers.

Kim Yasmin Lehmann, Auszubildende im zweiten Lehrjahr, zeigte Jimmy William Kahindi aus Kenia, wie Glas geblasen wird. Foto: wr

Die Lehrwerkstatt der Glasapparatebauer im Beruflichen Bildungszentrum CJD Ilmenau zeigte sich am Nachmittag des 15. November als Ausstellungsort und als Berufsmesse für die glasverarbeitende Industrie der Region Ilmenau. Sieben Unternehmen aus dieser Branche haben sich zu einem Netzwerk zusammengefunden, das insbesondere den Zweck verfolgt, den hohen Fachkräftebedarf auch künftig besser zu decken. So ging es bei diesem ersten Tag des Glasapparatebauers darum, den Beruf mit langer Tradition in Ilmenau und Umgebung einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Das CJD als Ausbildungsstätte, in der eine Reihe von Unternehmen die praktische Ausbildung von Glasapparatebauern durchführen lässt, bot für eine solche Präsentation die besten Voraussetzungen und stellte deshalb ihre Räume für die Veranstaltung zur Verfügung. Ulf Fink, Leiter der Bildungseinrichtung, hob in seiner Begrüßung das Anliegen aller beteiligten Unternehmen hervor, dieses Netzwerktreffen, so nannte er die Veranstaltung, zu verstetigen und in der Zukunft weiter auszubauen. Das sei deshalb so wichtig, weil der Fachkräftebedarf in allen glasverarbeitenden Unternehmen ausgesprochen hoch sei. Ebenso betonte Fink, das junge Leute in diesem Beruf beste Chancen haben: „Wer den Beruf des Glasapparatebauers ergreift, für den ist Arbeitslosigkeit kein Thema.“

Netzwerktreffen mit Entwicklungspotenzial

Nun war diese erste Veranstaltung nicht gerade ein starker Publikumsmagnet. Dennoch sind Gäste gekommen, junge Leute zum Teil mit Familienangehörigen, auch ausländische Interessenten, die in Deutschland eine berufliche Zukunft suchen. Die Bedeutung dieses ersten Netzwerktreffens der glasverarbeitenden Unternehmen wurde auch durch die Anwesenheit der Wirtschaftsförderung des Ilm-Kreises unterstrichen. Karl-Heinz Schmidt, Vorsitzender des Vereins Ilmenauer Glastradition, betonte, dass der Start solcher Veranstaltungsreihen zumeist etwas verhalten ausfällt: „Das war auch bei der Berufsmesse von Erfurter Kreuz am Anfang so. Daraus konnte inzwischen ein echter Anziehungspunkt entwickelt werden. Für die Zukunft ist es sinnvoll, im Vorfeld stärker auf die Beteiligung von Schulen zu setzen.“

Highlight waren freilich die Vorführungen, die Auszubildende des Berufs Glasapparatebauer in der Lehrwerkstatt boten. Hier hatten auch Gäste die Möglichkeit, selbst einmal Glas zu blasen. Diese Chance nutzte zum Beispiel Jimmy William Kahindi aus Kenia. Auf der Suche nach einem für ihn geeigneten Ausbildungsberuf hatte er die Veranstaltung besucht. Kim Yasmin Lehmann, Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei Endress und Hauser, zeigte ihm, wie Glas geblasen wird und gab ihm Hinweise, damit er es selbst einmal probieren konnte. Das hat er auf Anhieb recht gut gemacht. „Es ist ein interessanter Beruf und es hat mir richtig Spaß gemacht“, sagte er in gutem Deutsch. Kim unterstrich dies: „Glasapparatebauer ist wirklich ein schöner und abwechslungsreicher Beruf, für mich genau der richtige.“