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TerraBotik ist eine neu erfundene mobile Trägerplattform für die Landwirtschaft

Die Bauhaus-Universität Weimar und der Unternehmer Dr. Andreas Karguth aus Tüttleben haben ein autonomes Trägersystem für landwirtschaftliche Anwendungen entwickelt.

Auszeichnung mit Goldmedaille: Prof. Andreas Mühlenberend, Bauhaus-Universität Weimar, Dr. Andreas Karguth, GentleRobotics Tüttleben, Michael Rieke, Student der Bauhaus-Universität Weimar und Prof. Jan Willmann, Bauhaus-Universität Weimar. Foto: wr

Forscher und Designer der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar und des Unternehmens GentleRobotics von Dr. Andreas Karguth haben gemeinsam ein autonomes Trägersystem für Geräte der automatisierten Bodenanalyse, Pflanzenpflege und Ernte namens, „TerraBotik" entwickelt. Die Erfindung wurde auf der Innovationsmesse iENA 2018 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Im Detail handelt es sich um ein dreirädriges, (teil)autonom fahrendes Landwirtschaftsfahrzeug in Leichtbauweise, das in zwei Fahrspuren fährt und als mobiles Trägersystem für Sensor- und Manipulationseinheiten ausgestaltet ist.

Anwendung in der Pflanzenproduktion, in Baumschulen und in der Forstwirtschaft

Anwendungen der Erfindung ergeben sich insbesondere in der Pflanzenproduktion, in Baumschulen und in der Forstwirtschaft. TerraBotik kann sowohl indoor zum Beispiel im Gewächshaus als auch outdoor etwa auf dem Feld oder im Weinberg eingesetzt werden. Für die Anwendungsszenarien in der Pflanzenproduktion wird angestrebt, Arbeitsgänge von vielen kleinen mobilen Trägerplattformen statt weniger großer Maschinen erledigen zu lassen. Die autonom fahrenden und arbeitenden Miniroboter könnten unter anderem auf dem Feld Wetterdaten messen und aufzeichnen, Informationen über die Bodeneigenschaften und Bewässerungsdaten erfassen, selbstständig Saatgut und Dünger ausbringen sowie den Boden bearbeiten. Aufgrund des zweispurigen Fahrens wäre das mobile Trägersystem auch für den Einsatz im Weinberg, Hopfenfeld und im Gewächshaus besonders gut geeignet.

Die Vorteile der mobilen Trägerplattform liegen unter anderem in der geringen Bodenbelastung durch Leichtbau, in der freien Wahl des Spurabstandes bei nur zwei Spuren im Feld, in einer einfachen Höhenverstellung, im minimalen Wendekreis, im Staub- und Spritzwasserschutz, der Wasserdichtigkeit, was besonders bei Sonderausführung für den Reisanbau günstig ist. Vorteilhaft ist außerdem, dass die TerraBotik-Parameter einfach auf unterschiedliche

Größen und Leistungsanforderungen angepasst werden können, eine hohe System- und Anwendersicherheit sowie ein minimaler Installations- und Betreuungsaufwand besteht.

Komponenten der Industrieautomatisierung und E-Mobilität

Es werden Komponenten der Industrieautomatisierung und E-Mobilität verwendet, Schnittstellen für individuelle Steuerbarkeit sind vorhanden. Terra Botik benötigt durch Klappbarkeit nur eine geringe Lager- und Transportfläche, ist für lange Betriebszeiten ausgelegt, ist zur Kooperation durch Schwarmfähigkeit fähig und ermöglicht gleichermaßen eine wirtschaftliche sowie regenerative Landwirtschaft ohne personalintensive Ressourcen.

Dr. Andreas Karguth war gemeinsam mit Olaf Mollenhauer Gründer der TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbh in Ilmenau. Bei TETRA entwickelte Karguth eine Vielzahl von Leichtbaurobotik-Systemen, die bionisch inspiriert sind. 2016 übertrugen die beiden TETRA-Gründer ihre Gesellschafteranteile an die Jenaer avateramedical GmbH. In Tüttleben im Landkreis Gotha hat Dr. Karguth GentleRobotics gegründet, eine Firma, in der er seine Entwicklungstätigkeit auf dem Gebiet der Leichtbaurobotik weiterführt.