EN
DE

Ilmenauer QSIL AG erwirbt Thüringer Traditionsunternehmen Barat Ceramics in Auma

Als „Thüringer Lösung“ soll der Unternehmenskauf neue Absatzmärkte öffnen, langfristige Stabilität bringen und Synergien freisetzen.

Die Qsil AG im Ilmenauer Ortsteil Langewiesen. Foto: wr

Pünktlich zum Weihnachtsfest erfüllte sich der Werkstoffspezialist QSIL den nächsten Wachstumswunsch: Durch den Kauf des Keramikexperten aus Auma erreicht die QSIL Gruppe aus Ilmenau zukünftig die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro. Barat Ceramics GmbH blickt auf eine ähnliche Vergangenheit wie QSIL zurück: Ausgegründet aus dem Kombinat VEB Keramische Werke Hermsdorf, hat sich die Gesellschaft in den letzten 25 Jahren zum gefragten Lösungsanbieter mit Produkten aus der technischen Spezialkeramik entwickelt.

Kulturelle Gemeinsamkeiten für das Wachstum nutzen

Für QSIL Miteigentümer Stephan Behr hat die Akquisition neben der weiteren Diversifikation der Unternehmensgruppe und den wechselseitigen Chancen in Technik und Vertrieb auch eine persönliche Komponente. Er wurde in der Nähe von Auma geboren und hat einen Großteil seiner Jugend in Zeulenroda verbracht. Die „Thüringer Lösung“, wie er den Unternehmenskauf nennt, soll die Nähe der Standorte und kulturelle Gemeinsamkeiten zur Zusammenarbeit und zum gemeinsamen Wachstum nutzen.

Bis 2021 werden fünf Millionen Euro in den Standort Auma investiert und der internationale Vertrieb gestärkt. Michael Keitz, Finanzvorstand der QSIL, wird Thüringens Wirtschaftsminister, Wolfgang Tiefensee, bei dessen Besuch in Auma am 9. Januar 2019 fragen, wie die Unterstützung der Thüringer Landesregierung bei diesem Vorhaben aussehen kann. Nach dem erfolgreichen Wachstum der Gruppe mit Produktionsstandorten in Ilmenau, Auma und Winschoten (Niederlande) wird QSIL ab 2019 als „Großes Unternehmen“ eingestuft und ist damit – genau wie die großen DAX-Konzerne – von der Förderung einer deutlichen Kapazitätserweiterung ausgeschlossen.

Barat Ceramics traditionsreich und zukunftsorientiert

Die Barat Ceramics GmbH ist ein traditionsreiches und zugleich zukunftsorientiertes, international tätiges Unternehmen mit Sitz im ostthüringischen Auma. Seit mehr als 100-Jahren befasst sich das Unternehmen mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Erzeugnissen aus technischer Keramik. Heute bietet sie ihrer Kundschaft eine breite Palette moderner oxidkeramischer Hochleistungswerkstoffe. Dabei gehören diverse Systemlösungen aus metallkeramischen Verbindungen ebenfalls zu dem Portfolio. Das Unternehmen vertreibt keramische Komponenten aus eigener Produktion weltweit auf

vier Kontinenten und ist insbesondere in der Medizintechnik, Anlagen- und Maschinenbau, Mess- und Regeltechnik, Life Science sowie in der Ballistik erfolgreich.

Die QSIL Gruppe ist ein innovativer, international tätiger Werkstoffspezialist, der auf die Herstellung von Quarzglas und Oxydkeramik spezialisiert ist. Wichtigste Märkte sind die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie, die Lichtquellenindustrie sowie weitere industrielle Anwendungen in der Chemieindustrie, der Analytik und der Glasfaserherstellung. QSIL hat eine global diversifizierte Kundenbasis. Zu den Kunden zählen Großunternehmen aus Europa, Asien und Amerika. QSIL erwirtschaftete im Jahr 2018 mit zirka 400 Mitarbeitern einen Umsatz von über 80 Millionen Euro. Mit dem Erwerb des Spezialkeramikproduzenten Barat Ceramics GmbH wächst der Thüringer Konzern auf 600 Mitarbeiter und über 100 Millionen Euro Umsatz.