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Unternehmenszentrale von großem Automobilzulieferer zieht von Heidelberg nach Ichtershausen

Seit gut zehn Jahren betreibt die IHI Charging Systems International GmbH einen Produktionsstandort in Ichterhausen. Jetzt zieht auch die Firmenzentrale ans Erfurter Kreuz.

Moderne Fertigungsstraße zur Montage von Turboladern in der Produktionsstätte der IHI Charging Systems International GmbH am Standort Erfurter Kreuz. Foto: wr

Bis September dieses Jahres will die IHI Charging Systems International GmbH den Umzug ihrer Unternehmenszentrale von Heidelberg nach Ichtershausen in der Gemeinde Amt Wachsenburg abschließen. Davon betroffen sind die Geschäftsleitung, das Projektmanagement und der Vertrieb mit etwa 40 Mitarbeitern. Dr. Daniel Bader, Geschäftsleiter des Produktionsstandorts Ichterhausen, teilte dazu mit, dass für die Firmenzentrale die Nähe zu den Wissenschaftsstandorten der TU Ilmenau, der FH Erfurt und der Hochschule Schmalkalden ein wichtiges Kriterium für diese Entscheidung gewesen sei. Zudem biete die zentrale Lage in Thüringen große logistische Vorteile für das Unternehmen und seine Kunden. Insbesondere solle durch die Neuausrichtung die Vorentwicklung im Bereich Fertigungstechnik stark profitieren, indem alle neuen Produkte in dem Werk am Erfurter Kreuz industrialisiert, also aus dem Entwicklungsprozess in die Produktion überführt werden.

Mehr als eine halbe Million Turbolader pro Jahr

Im Sommer vergangenen Jahres konnte IHI Charging Systems sein zehnjähriges Bestehen am Standort Erfurter Kreuz feiern. In dem modernen Werk stellen rund 400 Mitarbeiter auf einer Produktionsfläche von 22.000 Quadratmeter mehr als eine halbe Million Turbolader pro Jahr her. Die hocheffizienten Abgasturbolader werden insbesondere für die Marken VW, Audi und BMW produziert. Der Anteil der Eigenfertigung ist sehr hoch, nur wenige Teile müssen zugekauft werden. Turbinen und Verdichterräder werden mit Hilfe eigener Zerspanungsanlagen produziert, der Zusammenbau erfolgt auf automatisierten Montagelinien. Gearbeitet wird in drei Schichten an fünf Tagen. Ein weiterer Produktionsstandort befindet sich im italienischen Cernusco.

Der Turbolader nutzt die Energie von Motorabgasen zur Steigerung der Motorleistung und verringert damit zugleich den CO2 Ausstoß. So ist es möglich, dass heute ein Motor mit einem Hubraum von 1,4 Litern genauso viel Leistung bringt wie vor 15 Jahren ein Motor mit zwei Litern Hubraum. Der Abgasstrom dient dazu, eine Turbine anzutreiben, welche die für die Verbrennung des Kraftstoffes benötigte Luft extrem verdichtet und damit den Verbrennungsprozess zusätzlich antreibt. Turbolader müssen extremen Bedingungen gewachsen sein: Das Verdichterrad dreht sich mit 2088 Kilometer pro Stunde. Die Zentrifugalkräfte an dem Rad erreichen bis zu 1,9 Tonnen. In dem nur wenige Zentimeter langen Gerät müssen Temperaturunterschiede von rund 900 Grad beherrscht werden. Dafür sind besondere Materialien und höchste Präzision in der Fertigung sowie permanente Entwicklungsleistungen erforderlich.

Die IHI Charging Systems International GmbH ist eine Tochter der japanischen IHI Corporation, einem weltweit agierenden Mischkonzern, dessen breit gefächerte Geschäftsfelder unter anderem Anlagenbau für Energie- und Umwelttechnik, den Bau von Maschinen und Industrieanlagen, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung umfassen. IHI Charging Systems ist einer der bedeutendsten Automobilzulieferer in Europa.