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Landrätin würdigte die hervorragende Arbeit der Archivarin des Ilm-Kreises

Derzeit zieht das Kreisarchiv des Landkreises aus dem ehemaligen Neideckgymnasium aus in eine Halle in der Ichtershäuser Straße.

Archivarin Claudia Zentgraf (l.) und Landrätin Petra Enders im Gespräch über den Umzug des Kreisarchivs. Foto: Doreen Huth// LRA Ilm-Kreis

Seit drei Wochen laufen schon die Arbeiten für den Umzug des Kreisarchivs. Ende April will das Archiv, das die Dokumente des Altkreises Ilmenau von 1952 bis 1994 und die des Ilm-Kreises ab 1994 aufbewahrt, an neuer Stätte wieder öffnen. Bei einem Besuch im Keller des ehemaligen Neideckgymnasiums lobte Landrätin Petra Enders, wie gut organisiert der Umzug laufe, und würdigte die hervorragende Arbeit der Archivarin Claudia Zentgraf.

„Dass Sie an Ihrem Archiv hängen, merke ich gleich“, sagte Landrätin Petra Enders am Dienstagvormittag zu Archivarin Claudia Zentgraf. Die begleitet den schon seit drei Wochen laufenden Umzug des Archives in die Ichtershäuser Straße mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Im Keller des ehemaligen Neideckgymnasiums waren die Lagerbedingungen für die Dokumente nicht mehr die optimalsten. Auch der Platz wurde knapp in den einstigen Aufenthaltsräumen der Schule. Auf den 650 Quadratmetern in der neuen Halle in der Ichtershäuser Straße gibt es nun beste Luftfeuchte-Bedingungen und viel Platz für die Archivarbeit. Doch ein so schönes Haus wie das Neideckgymnasium am Schloßplatz ist das neue Domizil natürlich nicht.

Viel Zeit bleibt nicht, um alles zu schaffen

Viel Zeit bleibt gerade nicht, darüber nachzudenken. Denn bis Ende April soll der Umzug geschafft sein und das Archiv wieder für Anfragen von Chronisten, Historikern, Genealogen, aber natürlich auch Bürgerinnen und Bürger offen stehen. Seit drei Wochen werden die Umzugskartons von der Erfurter Firma Umzüge Rothe gepackt und ordentlich beschriftet an die neue Stätte gebracht. „Die Firma leistet eine hervorragende Arbeit“, lobt Claudia Zentgraf. Sie und Oliver Kreyßler haben schon vor dem Umzug über Tausend Kartons mit Dokumenten, Akten, Zeitschriften, Plänen und mehr verpackt, damit die Firma erste Regale abbauen und am neuen Standort aufbauen konnte. Keine leichte Arbeit. Auch Landrätin Petra Enders weiß den Einsatz der Archivarin und ihres Helfers sehr zu schätzen. „Unglaublich, was Sie hier leisten.“

Das Archiv des Altkreises Ilmenau von 1952 bis 1994 und des Kreises ab 1994 weiß sie bei Claudia Zentgraf in guten Händen. Schon in Ilmenau betreute sie die Bestände, bevor sie 2011 nach Arnstadt zogen. Die Bestände des Altkreises Arnstadt werden im Stadtarchiv der Bachstadt mit betreut. Der große Wunsch: Irgendwann alle Kreisbestände zusammenführen.

Ehemaliges Neideckgymnasium wird vom Landkreis saniert

Nun muss erst einmal das Archiv am Schloßplatz Platz machen. Denn im April kann hier förderunschädlich schon mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden. Das ehemalige Gymnasium wird vom Landkreis saniert und soll wieder schulisch genutzt werden. Dafür muss Claudia Zentgraf gut 1300 Meter reine Aktenbestände sowie Mikrofilme, Zeitungen und mehr gut verpacken, beschriften und wieder neu einordnen nach dem Umzug. Das Archiv ist ein historisches und damit „das Gedächtnis unseres Kreises“, wie Landrätin Petra Enders betonte. Was hier an Zeitdokumenten landet, erzählt die Geschichte des Ilm-Kreises. Das älteste Dokument des Archives sind Lehnsbriefe von 1695. Die lagern während des Umzuges gut verwahrt in einem Tresor.

Das Archiv ist ein historisches. Anders als in der Registratur des Ilm-Kreises, die nur wenige Schritte entfernt im Landratsamt sitzt, werden hier die Dokumente dauerhaft aufgehoben. Was die Registratur nach den Aufbewahrungsfristen nicht kassiert, also vernichtet, kommt ins Archiv. „Hier ist Endstation“, sagt Claudia Zentgraf. Auch sie nimmt eine Bewertung der Akten vor und entscheidet dann, was für die Geschichte des Ilm-Kreises würdig ist, aufgehoben zu werden. Pro Jahr sind das fünf bis sechs Meter Akten. Sie alle sind mit Schutzfristen von 30 Jahren belegt, bevor sie ohne Weiteres eingesehen werden dürfen. Denn sie enthalten zum Teil auch sensible, personenbezogene Daten. Wer Akten einsehen will, muss einen Antrag stellen und sein Anliegen ordentlich begründen.

Herausforderung: Digitalisierung in den Archiven

Eine Herausforderung ist die Digitalisierung in den Archiven. So nehmen zwar die Aktenberge ab, doch auch Speichermedien müssen ordentlich gelagert werden. Den Nutzerinnen und Nutzern der Archive kommen diese Speicher entgegen. Viel schneller und leichter, benutzerfreundlicher kann der Zugang dann sein. Was derzeit neu an Beständen reinkommt ins Archiv, wird deshalb auch digitalisiert. Ausnahmen bilden unter anderem Bauakten, die auch in Papierform weiter vorgehalten werden müssen.

In dieser Woche wird nun das Drehsternregalsystem von der Firma Gromann ausgebaut. Das war auf zwei Räume aufgeteilt und wird auch am neuen Standort seine Dienste leisten. Claudia Zentgraf ist zuversichtlich, dass der Umzug bis Ende April gelingen wird.