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Arnstädter Wirtschaftsfrühling zeigt erneut hohen Fachkräftebedarf und interessante Angebote

Zum zehnten Jubiläum freuten sich die Organisatoren über die bislang höchste Zahl an Ausstellern und über einen starken Andrang gleich zur Eröffnung.

Messerundgang: (v.l.) Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling, Landrätin Petra Enders, „Betty Bauchladen“ von der Künstlervermittlung, Wirtschaftsminister Tiefensee und Beatrice Ströhl, Chefin der Arbeitsagentur Erfurt. Foto: wr

Über starken Besucherandrang konnten sich die Veranstalter des 10. Arnstädter Wirtschaftsfrühlings freuen. Foto: wr

Der Arnstädter Wirtschaftsfrühling präsentierte im zehnten Jahr seines Bestehens einmal mehr den Ilm-Kreis als herausragende Wachstumsregion in Thüringen. Mit 76 Ausstellern waren noch nie so viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an diesem Großevent beteiligt. Die Veranstalter, Bundesagentur für Arbeit, Stadt Arnstadt und Jobcenters Ilm-Kreis, zeigten sich nicht nur über die hohe Teilnahme überaus zufrieden. Auch die Angebote von mehr als 600 freien Arbeitsplätzen sowie von über 250 Ausbildungs- und Studienplätzen für das duale Studium unterstrichen die enorm gestiegene Wirtschaftskraft der Region. Jörg Neumann, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt Arnstadt und federführender Organisator des Wirtschaftsfrühlings für die Kreisstadt, hob hervor, dass ihn vor allem die zunehmende Qualität der Ausstellerangebote beeindrucke. Zugleich betonte er: „Auch das Publikum geht heute mit deutlich gestiegenen Ansprüchen von Stand zu Stand. Deshalb wird für uns künftig die qualitative Weiterentwicklung des Arnstädter Wirtschaftsfrühling im Mittelpunkt stehen.“

Mit 3-D-Brillen Ausbildungsberufe in einer 360-Grad-Review erleben

Der Ilm-Kreis als starke Wachstumsregion im Verhältnis zum Wirtschaftsfrühling Arnstadt stand auch in den Ansprachen zur Eröffnung der Veranstaltung im Vordergrund. Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt, unterstrich die enorme Entwicklung des Wirtschaftsfrühlings in den zurückliegenden zehn Jahren. In diesem Zeitraum habe sich die Anzahl der Aussteller verdoppelt und die Nachfrage der Besucher von einer allgemeinen Suche nach Arbeitsplätzen zu einer genauen Betrachtung des Arbeitsmarktes im Hinblick auf mögliche Verbesserungen der eigenen Situation gewandelt. Ströhl wies auch auf den Einzug der Digitalisierung in den Wirtschaftsfrühling hin. So können die Gäste am Stand der Agentur für Arbeit erstmals mit 3-D-Brillen Unternehmen und Ausbildungsberufe in einer 360-Grad-Review erleben. Der Schirmherr, Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, und Landrätin Petra Enders konnten sich davon beim Rundgang überzeugen und waren recht beeindruckt.

Tiefensee hob den weiterhin hohen Fachkräftebedarf besonders im Ilm-Kreis hervor, zumal sich dieser als Lokomotive der Wirtschaft für ganz Thüringen entwickelt hat. Er betonte, dass dieser Weg weiter gegangen werde und kündigte an: „Wir werden die intensive Ansiedlungspolitik, insbesondere am Erfurter Kreuz, fortsetzen.“ Schließlich brach der Minister eine Lanze für die duale Berufsausbildung. Er sagte, dass nicht nur das Studium eine zukunftsweisende Ausbildungsform für junge Leute sei. Die Ausbildung in innovativen Berufen müsse wieder stärker beachtet werden.

Fachkräftegewinnung ist wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre

Die gute Ansiedlungspolitik des Landes nannte Landrätin Petra als eine Ursache für die herausragende Entwicklung des Ilm-Kreises zum Wirtschaftsmotor des Landes. Aber auch die zentrale Lage der Region, das Engagement der Städte und Gemeinden sowie die hervorragende Arbeit der regionalen Wirtschaftsförderung des Ilm-Kreises hätten wesentlich dazu beigetragen, dass der Kreis so gut aufgestellt ist. Deshalb gehören Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. In diesem Sinne freute sich die Landrätin über die vielfältigen Möglichkeiten, die der Arnstädter Wirtschaftsfrühling den Gästen biete: „Ich hoffe, dass möglichst viele junge Leute einen Praktikumsplatz finden, um später mithilfe einer Ausbildung oder eines Studiums in dem Unternehmen Karriere machen können.“

Nicht zuletzt betonte Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling die Erfolgsgeschichte, die nunmehr in zehn Kapiteln geschrieben wurde. Die Messe sei in den zehn Jahren ihres Bestehens mit der Region und mit der Kreisstadt mitgewachsen und er verwies auf den breiten Branchenmix der Region, der sich auch im Wirtschaftsfrühling widerspiegele. Spilling sagte, dass auch Arnstadt weiter wachse und neben der Ansiedlung von Unternehmen neue Wohngebiete ausgewiesen und Kindereinrichtungen geplant und gebaut werden. Sein besonderer Dank galt allen, die an der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt haben.

Beim Anschließenden Messerundgang konnten sich Wirtschaftsminister Tiefensee, der Erste Beigeordnete der Landrätin, Kay Tischer, Bürgermeister Frank Spilling, Alexander Kötschau, Geschäftsführer des Jobcenter Ilm-Kreis und weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft an den einzelnen Ständen über die Angebote informieren. Erstmals auf dem Arnstädter Wirtschaftsfrühling dabei war die ZAV-Künstlervermittlung am Stand der Arbeitsagentur. In Gestalt von Betty Bauchladen eröffnete sie die Möglichkeit, mit Künstlervermittlern ins Gespräch zu kommen und die Möglichkeit kennen zu lernen, einen Künstler für ein Event buchen zu können. Der große Andrang von Besuchern zeigte dabei einmal mehr, wie wichtig eine solche Veranstaltung gerade dann ist, wenn weniger die Gäste auf der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen sind, sondern sich die Unternehmen viel stärker bemühen müssen, um freie Arbeits- und Ausbildungsplätze besetzen zu können.