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CATL übernimmt Solarworld-Standort in Arnstadt als Teil einer neuen Batteriefabrik

Es ist kein Jahr her, dass der chinesische Batteriehersteller CATL und der Freistaat Thüringen eine Vereinbarung zum Bau eines Werkes in Arnstadt abgeschlossen haben.

Der Solarworld-Standort in Arnstadt wurde von dem chinesische Batteriehersteller CATL übernommen, der in unmittelbarer Nachbarschaft ein Werk zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien errichtet. Foto: wr

Am 9. Juli 2018 unterschrieben der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) und der Freistaat Thüringen eine Projektvereinbarung zur Ansiedlung des Unternehmens auf Thüringens größtem Industrie- und Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“. Die Verteinbarung beinhaltet den Bau eines Werkes für Batteriezellen für Elektrofahrzeuge. Jetzt hat CATL bereits Nägel mit Köpfen gemacht und den Standort des insolventen Solarzellenherstellers Solarworld in Arnstadt erworben.

Solarworld-Insolvenzverwalter Christoph Niering bestätigte inzwischen den Verkauf des Industriestandortes, wie der MDR und mehrere andere Medien meldeten. Auf dem Solarworld-Gelände sollen Logistik-, Lagerbereiche sowie die Verwaltung untergebracht werden. Der Neubau einer Batteriefabrik wird in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet. Dort hat CATL bereits entsprechende Grundstücke gekauft. 240 Millionen Euro wollen die Chinesen insgesamt bis 2022 investieren. Doch bereits 2020 ist der Produktionsstart geplant. 600 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. BMW sei der erste Auftraggeber, meldete die taz.

Das Chinesische Unternehmen hat offenbar Großes vor in Europa. Vor knapp einem Jahr verkündete der Vorstandsvorsitzende von CATL, Dr. Robin Zeng, dass der Bau eines Werks zur Herstellung von intelligenten Batterien in Deutschland der erste Schritt eines Investitionsplans für Europa sei. So wäre es durchaus denkbar, dass CATL seine Europazentrale auf dem ehemaligen Solarworld-Standort in Arnstadt ansiedelt. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und 2018 an der Börse notiert. CATL entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batterien, Batteriesysteme für die Elektromobilität und Energiespeicherlösungen. Das Kerngeschäft der Firma umfasst auch Batteriemanagementsysteme sowie Batterierecycling und Wiederverwertung. Mit einem jährlichen Lieferumfang von 12 GWh im 2017 ist CATL die Nummer eins der weltweiten Automobilbatteriebranche. Ende 2017 beschäftigte CATL etwa 23 Prozent der Mitarbeiter und damit 3425 Personen in Bereich Forschung und Entwicklung.