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Mechatronikentwicklung heißt Verkettung der Komponenten Bewegung, Sensorik und Licht

Der avateramedical Mechatronics GmbH galt der jüngste Unternehmensbesuch von Ilmenaus Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und Bürgermeisterin Beate Misch.

Unternehmensbesuch bei avateramedical Mechatronics: (v.l.) Bürgermeisterin Beate Misch, Wirtschaftsförderer Sebastian Poppner, Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und Geschäftsführer Andreas Wegner-Berndt. Foto: wr

Auf dem Ilmenauer Gewerbegebiet „Am Wald“ ist der Standort der avateramedical Mechatronics GmbH, ehemals TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbH. Bereits seit 2015 ist TETRA eine 100-prozentige Tochter der Jenaer avateramedical GmbH und seit 2018 trägt sie den Namen avateramedical Mechatronics GmbH. Ilmenaus Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß, Bürgermeisterin Beate Misch und der städtische Wirtschaftsförderer Sebastian Poppner besuchten am 6. Juni das Unternehmen. Das Anliegen der beiden noch recht neuen Stadtoberhäupter: die Wirtschaft der inzwischen erheblich gewachsenen Universitätsstadt näher kennenzulernen und zu schauen, wo die Stadtverwaltung bei der Entwicklung von Unternehmen unterstützen kann.

Konzentration auf das Kerngeschäft der Muttergesellschaft

Andreas Wegner-Berndt, seit 2016 Geschäftsführer der avateramedical Mechatronics GmbH, gab einen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens von der Gründung von TETRA bis zur heutigen Neuausrichtung der Geschäftsfelder. War TETRA noch in den Bereichen Sensorik, Robotik und Automation relativ breit aufgestellt, konzentriert sich avateramedical Mechatronics seit 2017 ausschließlich auf das Kerngeschäft der Muttergesellschaft. Diese befasst sich mit der Entwicklung und Fertigung von minimalinvasiven, robotisch assistierten Chirurgiesystemen. Der Ilmenauer Unternehmenszweig ist hierbei für die komplette Mechatronikentwicklung und –fertigung zuständig. Konkret geht es dabei um die Verkettung der Komponenten Bewegung, Sensorik und Licht.

Die ursprünglichen TETRA-Produkte wurden, wie Wegner-Berndt sagte, auf Eis gelegt. In einzelnen Fällen sei es möglich gewesen, Produktentwicklungen an andere Firmen weiterzuvermitteln. Die Entwicklung von Tribometern zur Messung von Reibungskräften und des TETRA-Nano 3D-Druckers habe man allerdings beenden müssen. Nunmehr werden hochpräzise mechatronische Bauteile für das avatera-Chirurgiesystem entwickelt und gebaut. Der Geschäftsführer betonte, dass es sich dabei nicht um einen Operationsroboter handelt, sondern um eine Anlage, die die außerhalb des Patienten ablaufenden Handbewegungen des Arztes unmittelbar auf die Instrumente am Ort der Operation überträgt. Insbesondere Urologen sind zuerst auf die Möglichkeit gestoßen, mithilfe der robotisch assistierten Chirurgie die Arbeit der Operateure zu erleichtern. Dabei stand zuerst die Prostataoperation im Vordergrund, die als besonders Aufwendig und Anstrengend gilt. Inzwischen haben auch Ärzte der Thoraxchrirurgie, Gynäkologen und viele andere diese Vorteile entdeckt.

Markteinführung des Produkts in 2020

Eine Markteinführung des Produkts gibt es noch nicht, aber die wichtigsten Zulassungen liegen derweil vor, sodass Wegner-Berndt im kommenden Jahr mit dem Auftritt auf dem Markt rechnet. Bis dahin wird das gesamte Unternehmen von Investoren finanziert. Allerdings ist bereits heute weitgehend bekannt, wer die ersten Abnehmer des Chirurgiesystems sein werden.

Der Geschäftsführer unterstrich die Absicht der Muttergesellschaft, den Standort Ilmenau auf jeden Fall zu erhalten. Die Vorteile des Technologie- und Wissenschaftsstandortes Ilmenau wolle man auf jeden Fall weiter nutzen, zumal es auch eine Reihe von Kooperationsbeziehungen zu weiteren Unternehmen in der Region und eine enge Vernetzung mit der TU Ilmenau gibt. Der Platz in dem Gebäude auf dem Gewerbegebiet „Am Wald“ ist jedoch recht knapp geworden. 82 Mitarbeiter, die Hälfte davon Ingenieure, sind dort tätig. So existieren durchaus Vorstellungen den Standort eventuell noch auszubauen. Diesem Anliegen galt das besondere Interesse von OB Schultheiß und Bürgermeisterin Misch. Sie boten an, bei einem solchen Vorhaben, die Unterstützung der Stadt einzubringen. Bei einem Rundgang durch Entwicklungs- und Fertigungsbereiche des Unternehmens konnten die Gäste einen Eindruck von der hoch qualifizierten und präzisen Arbeit mitnehmen, die in der avateramedical Mechatronics GmbH geleistet wird.