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Im Ilm-Kreis ist die Zahl der Arbeitslosen in Sommer um zwei Prozent gestiegen

Saisonbedingt ist im Juli auch in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit in Südthüringen leicht gestiegen. Die Industrie- und Handelskammer sieht aber noch keine Konjunkturdelle.

In der Sommersaison nimmt auch im Ilm-Kreis die Arbeitslosigkeit immer leicht zu. Dennoch gibt es kein Ende der hohen Fachkräfteengpässe in den Unternehmen. Foto: wr

Wie in den vorangegangenen Jahren nimmt auch in diesem Juli die Zahl der Arbeitslosen zu – thüringenweit um 1.369 Personen. Angesichts des konjunkturellen Umfelds bekommen diese Zahlen jetzt mehr Aufmerksamkeit. Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. Stellen Unternehmen kurzfristig eine Delle im Absatz fest, ist Kurzarbeit das bessere Instrument. Die voreilige Freisetzung von Personal ist wegen der hohen Fachkräfteengpässe kontraproduktiv.

Jedes Jahr im Juli zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt das gleiche Bild: Unter anderem wegen des Auslaufens von Ausbildungsverträgen und wegen der Beendigung der Schulzeit steigt kurzfristig die Arbeitslosigkeit an. In den vergangenen zehn Jahren gingen bereits im September die Arbeitslosenzahlen in Südthüringen wieder deutlich zurück.

Angesichts der aktuellen konjunkturellen Entwicklung mit Schwierigkeiten im Automobilabsatz und politisch getriebenen Störungen im Welthandel finden die Arbeitsmarktzahlen jedoch erhöhte Aufmerksamkeit. Während in den meisten Südthüringer Landkreisen der Anstieg der Arbeitslosigkeit moderat ausfällt, gibt die Entwicklung im Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu denken. Dort steigt die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni um 198 Personen oder acht Prozent. Im Ilm-Kreis mit einer ähnlich hohen Arbeitslosigkeit steigt die Zahl der Arbeitslosen um 55 Personen oder zwei Prozent. In den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg fällt die Zunahme geringer als zwei Prozent aus, in der Stadt Suhl beträgt der Anstieg etwas mehr als zwei Prozent.

Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, erklärt dazu: „Die Wirtschaftsentwicklung in Südthüringen ist dank einer kräftigen Binnennachfrage äußerst robust. Das schließt nicht aus, dass einzelne Unternehmen Absatzschwankungen gegenüberstehen, die finanziell schwer zu bewältigen sind. Wir empfehlen in diesem Fall die Nutzung von Kurzarbeit. Betroffene Mitarbeiter erhalten dann Entgeltersatzleistungen von der Arbeitsagentur. Sie bleiben im Unternehmen und sind da, wenn das Wachstum wieder einsetzt.“

Angesichts der hohen Fachkräfteengpässe sollte man nicht damit rechnen, dass frei gesetzte Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber in der Arbeitslosigkeit die Treue halten. Das zeigt die Entwicklung von Industrie und Baugewerbe im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009. In diesem Marktsegment ging binnen zwei Jahren die Zahl der Beschäftigten um 1.222 Personen zurück. Bis heute wurde das Niveau aus 2008 nicht wieder erreicht.