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Fraunhofer IDMT: Neuer Institutsdirektor bringt strategische Ausrichtung mit

Prof. Dr.-Ing. Joachim Bös ist seit 1. Oktober 2019 neuer geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT.

Prof. Joachim Bös ist neuer geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IDMT. Foto: Fraunhofer IDMT

Professor Bös übernimmt die Leitung des Fraunhofer IDMT von Prof. Dr.-Ing. Udo Bechtloff, der das Institut kommissarisch seit Februar 2018 geleitet hat und dieses zum 31. Oktober 2019 verlässt. Prof. Karlheinz Brandenburg, der seit der Gründung des Fraunhofer-Instituts an dessen Spitze stand, hat die Leitung bereits im Februar 2019 niedergelegt und ist nach seinem Eintritt in den Ruhestand Ende Juni 2019 aus dem Institut ausgeschieden. Damit hat an der Institutsspitze eine komplette Staffelübergabe stattgefunden. Prof. Dr.-Ing. Thomas Sporer, seit 2004 stellvertretender Leiter des Fraunhofer IDMT, bleibt weiterhin an dieser Position.

Neues Fachgebiet an der Fakultät für Maschinenbau der TU Ilmenau aufbauen

Neben der Institutsleitung wird Joachim Bös auch als neu berufener Professor das Fachgebiet „Industrielle Anwendungen von Medientechnologien“ an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Ilmenau aufbauen. Bisher war er an der Technischen Universität Darmstadt als Akademischer Direktor und stellvertretender Leiter des Fachgebiets Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik SAM tätig. Der bisherige Leiter des Fraunhofer IDMT, Prof. Udo Bechtloff, gibt mit der Berufung von Prof. Bös an das Fraunhofer IDMT und die TU Ilmenau seine kommissarische Institutsleitung ab. „Ich bin stolz, dass wir mit Joachim Bös einen hochqualifizierten und wissenschaftlich renommierten Nachfolger gefunden haben. Für seine neuen Aufgaben wünsche ich ihm viel Erfolg und freue mich auf die neuen, zukunftweisenden Forschungsthemen, die Professor Bös in Ilmenau auf den Weg bringen wird.“

Professor Bös wird seine bisherigen Forschungsschwerpunkte Technische Akustik, Maschinenakustik, Körperschall sowie Bewertung und Beeinflussung von Geräuschentstehung strategisch in die künftige Ausrichtung des Fraunhofer IDMT einbringen. „Am Fraunhofer IDMT kann ich auf langjährige und weltweit anerkannte Forschungsarbeiten im Bereich der immersiven Audiowiedergabe und der KI-basierten Analyse audiovisueller Inhalte aufbauen. Hier sehe ich großes Potenzial, um basierend auf meinen bisherigen Forschungsansätzen neue Anwendungsfelder im industriellen und maschinenbaulichen Kontext zu erschließen. Dies gilt insbesondere für die Themen automatisierte Analyse von Audiodaten zur akustischen Qualitätskontrolle und virtuelle akustische Produktentwicklung. Auch möchte ich weiterhin darauf hinarbeiten, dass im Produktentwicklungsprozess die akustischen Emissionen von Anfang an berücksichtigt werden – das ist in der industriellen Praxis bislang leider noch eher selten der Fall. Ich freue mich darauf, meine Erfahrung und Expertise einzubringen, um die Kernkompetenzen des Instituts weiter zu stärken, neue Forschungsgebiete aufzubauen und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Dabei setze ich vor allem auf eine enge Kooperation mit der Technischen Universität Ilmenau und auf die gute Zusammenarbeit mit den vielen Forschungspartnern des Fraunhofer IDMT.“

Werdegang und Gremienarbeit

Joachim Bös studierte Maschinenbau an der TU Darmstadt und an der State University of New York (SUNY) at Buffalo, USA, und arbeitete danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Mechatronik und Maschinenakustik der TU Darmstadt. Von 2003 bis 2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzcenter Mechatronik/Adaptronik des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt und promovierte im April 2004 an der TU Darmstadt zum Thema „Numerical shape optimization in structural acoustics“. 2008 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am heutigen Fachgebiet Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik SAM der TU Darmstadt und 2009 stellvertretender Leiter des Fachgebiets SAM. Bis zu seinem Ruf an die TU Ilmenau und an das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT war Joachim Bös zuletzt als Akademischer Direktor am Fachgebiet SAM und in Nebentätigkeit weiterhin für das Fraunhofer LBF tätig.

Professor Bös ist Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Akustik e. V. (DEGA) im Vorstandsrat der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e. V. (DPG). Als Leiter des DEGA-Fachausschusses „Physikalische Akustik“ ist er Mitglied des Vorstandsrats der DEGA. Ferner ist er Mitglied im DEGA-Fachausschuss »Lehre der Akustik«. Joachim Bös ist außerdem Mitglied des Arbeitsrings Lärm der DEGA (ALD), der Acoustical Society of America (ASA), der American Society of Mechanical Engineers (ASME), des Deutschen Hochschulverbands (DHV), des International Institute of Acoustics and Vibration (IIAV) und im Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

Neben seiner aktiven Gremienarbeit fungiert Herr Professor Bös regelmäßig als Gutachter für Projektanträge und Fachartikel. Zu seinen Publikationen gehört unter anderem der Buchbeitrag „Maschinenakustik“ in den jüngsten Auflagen des „DUBBEL – Taschenbuch für den Maschinenbau“. Er veröffentlichte verschiedene wissenschaftliche, begutachtete Fachartikel,unter anderem im Journal of the Acoustical Society of America, in Mechanical Systems and Signal Processing, in Acta Acustica united with Acustica oder im Journal of Vibration and Acoustics sowie zahlreiche nationale und internationale Konferenzbeiträge. Er organisierte und leitete viele nationale und internationale Tagungen, Workshops, Seminare und Konferenzsitzungen, auch übernahm er die Organisationsleitung der „DAGA 2012 – 38. Jahrestagung für Akustik“ in Darmstadt.