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Junge Wissenschaftlerin des Fraunhofer IDMT mit preisträchtiger Dissertation

Nach dem ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ 2019 wurde Anna Kruspe jetzt mit dem Fraunhofer ICT Dissertation Award ausgezeichnet.

Dr. Erion Elmasllari vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin und Dr.-Ing. Anna-Marie Kruspe vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau. Foto: Nicolas Wefers

Schon wieder eine Auszeichnung für Dr. Anna Kruspe, Alumna des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT Ilmenau. Nachdem Sie am 6. September 2019 bereits mit dem ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ 2019 ausgezeichnet wurde, bekam sie am 26. September 2019 Uhr im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik an der Universität Kassel den ICT Dissertation Award des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie überreicht. Der mit 5000 Euro dotierte 1. Platz ging an die junge Wissenschaftlerin für ihre Dissertation zum Thema „Application of Automatic Speech Recognition Technologies to Singing“. Die Dissertation entstand am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie und der Technischen Universität Ilmenau.

Bei der diesjährigen Verleihung der ICT Dissertation Awards des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie kam es zu einer Premiere: Erstmalig befand die Jury zwei Arbeiten für würdig, den ersten Preis zu erhalten. Den ersten Preis teilen sich demnach Dr.-Ing. Anna-Marie Kruspe vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau und Dr. Erion Elmasllari vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin.

Anwendung von Methoden aus der Spracherkennung auf Gesang untersucht

Anna-Marie Kruspe wurde für Ihre Arbeit ausgezeichnet, die die Anwendung von Methoden aus der Spracherkennung auf Gesang untersucht und Möglichkeiten zur Anwendung und Verbesserung von Techniken der automatischen Spracherkennung bei verschiedenen gesangsbezogenen Suchaufgaben beschreibt. Dazu zählen  Phonemerkennung, Spracherkennung, Schlagwortsuche, Text-zu-Gesangs-Angleichung und Liedtextsuche. Zu diesem Zweck verfolgte sie zwei allgemeine Ansätze: Zum einen arbeitet sie an besseren Phonemerkennungsmodelle, die sie als allgemeinen Engpass bei fast allen der oben genannten Abrufaufgaben identifizierte, und trainiert sie mit erweiterten Sprachaufnahmen, die „liedhafter“ dargestellt werden, oder mit echten Gesangsaufnahmen mit automatisch angepassten Texten. Zum anderen passt sie die Techniken  der automatischen Spracherkennung an den Gesang an, bezieht Domänenwissen ein und passt sie an die verschiedenen Eigenschaften dieser Daten an.

Mit der Dissertation „A Framework for the Successful Design and Deployment of Electronic Triage Systems“ konnte Erion Elmasllari überzeugen. Triage ist der Prozess, mit dem Notfallhelfer, insbesondere bei hohem Patientenaufkommen, die Reihenfolge und Priorität für medizinische Hilfeleistungen festlegen. Nach der Beurteilung der Schwere der Verletzungen, markieren Ersthelfer die Opfer, um eine Behandlungspriorität anzuzeigen. Am Ende des Triage-Prozesses werden Opfer entsprechend der zugewiesenen Priorität behandelt. Der dritte Preis wurde an Dr. Naser Damer vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt für die Doktorarbeit mit dem Titel „Application-driven Advances in Multi-biometric Fusion“ verliehen. Dabei geht es um den relativ neuen und vielversprechenden Ansatz, mehrere biometrische Merkmale zu verwenden, um einen bestimmten Benutzer zu identifizieren.