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„Softwareschmiede“ zum innovativen und international erfolgreichen Unternehmen geführt

Mit Frank Wicht wurde der Gründer EasternGraphics GmbH, eine der bedeutendsten Ilmenauer Softwarefirmen, als Unternehmer des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Frank Wicht (Mitte) Unternehmer des Jahres 2019. Weiter im Bild (v.l.): Sparkassenvorstand Marco Jacob, Rektor Prof. Peter Scharff, Landrätin Petra Enders, Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und Norbert Wagner, BVMW: Foto: wr

Die inzwischen traditionsreiche Verleihung des BVMW-Preises „Unternehmer des Jahres“ ist dazu angetan, das Wagnis des Unternehmertums, das Engagement für Arbeitsplätze und soziale Belange sowie die Vorbildwirkung herausragender Unternehmer zu würdigen. Einmal mehr geschah das am Abend des 22. November in der Hauptstelle der Sparkasse Arnstadt Ilmenau im Beisein zahlreicher Gäste und unter Mitwirkung prominenter Persönlichkeiten aus dem Ilm-Kreis. Dieses Anliegen, beispielhaftes Wirken von Unternehmen in den Mittelpunkt zu stellen, unterstrichen sowohl Marco Jacob, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau, und Norbert Wagner, Kreisgeschäftsführer des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft BVMW, in ihren Begrüßungsansprachen sowie Landrätin Petra Enders in ihrem Grußwort. Es war die 19. Verleihung des Unternehmerpreises des Verbandes der mittelständischen Wirtschaft BVMW im Ilm-Kreis und die achte in Partnerschaft mit der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom „jazzy-duo“ Jessica und Philipp Jacob aus Arnstadt, die für die dargebotenen Songs viel Beifall erhielten.

Vom Studium an der TU Ilmenau zum Unternehmer des Jahres

Wie so viele Gründer in den 1990er Jahren aus Ilmenau und Umgebung ist Frank Wicht Absolvent der TU Ilmenau. So war es naheliegend, dass der Rektor dieser Universität, Prof. Peter Scharff, die Laudatio auf den Preisträger hielt, zumal sich dieser bis heute für seine Alma Mater und für die Stadt engagiert. Der Rektor konstatierte, dass es nicht eben ein leichter Weg gewesen sei, vom Studium an der TU Ilmenau zum Unternehmer des Jahres zu gelangen. In Verlauf seiner Laudatio stellte er aber fest, dass es ein durchaus konsequenter Weg gewesen sei. Eigentlich hätte Frank Wicht Lehrer werden sollen. Er entstammt einer Lehrerfamilie und sein einschlägiger Studienplatz in Magdeburg war eigentlich schon gesichert. Doch er entschied sich schließlich ganz anders. 1989 begann er sein Informatikstudium in Ilmenau. Es fiel in die Zeit Umbruchs im Staat, in der Gesellschaft und auch an der damaligen Technischen Hochschule Ilmenau. Wicht habe dies für sich selbst, so Rektor Scharff, als Wandel in einem behüteten Umfeld bezeichnet. 1994 schloss er sein Studium ab und wurde als wissenschaftlicher Assistent an Fachgebiet Grafische Datenverarbeitung übernommen.

Doch bereits 1995 begann er die Gründung eines eigenen Unternehmens. Durch eine Publikation zu Forschungsarbeiten des Fachgebiets war ein großer deutscher Möbelhersteller auf Wicht aufmerksam geworden, woraus ein erstes großes Entwicklungsprojekt hervorging. So wurde die EasternGraphics GmbH zunächst als „Zwei-Mann-Betrieb“ gegründet. Aus der Entwicklungsarbeit entstand eine Software zur Raumplanung, die das Möbelrücken gewissermaßen in den virtuellen Raum verlagerte und sowohl die Einrichtung von Wohnungen, Büros oder Werkstätten deutlich erleichterte und zugleich den Möbelproduzenten ein mächtiges Werkzeug zur Verwaltung ihrer Produkte in die Hand gab. Mit der Entwicklung eines Datenstandards in der Büromöbelindustrie (Office Furniture Modelling Language) erfolgte der Wandel von der „Softwareschmiede“ zu einem innovativen und bis heute erfolgreichen Unternehmen der Informatik. Bis heute basiert darauf die gesamte Produktpalette von EasternGraphics, die seit 2001 unter der Dachmarke „pCon“ international erfolgreich ist.

Unter der Dachmarke „pCon“ erfolgreich

Insgesamt änderte das Unternehmen sein Erscheinungsbild und seine innere Struktur.  Aus dem „Zwei-Mann-Betrieb“, der im ehemaligen Manebacher Gemeindehaus seinen ersten Aufschwung erlebte, sodass das Gebäude bald zu klein wurde, entstand ein Unternehmen mit heute 145 Mitarbeitern, davon 112 am Standort Ilmenau sowie 33 Mitarbeitern an weiteren europäischen Standorten in Rumänien, Polen, Frankreich und der Türkei, sowie mit fünf Auszubildenden.  2001 musste ein neues Firmengebäude in der Albert-Einstein-Straße errichtet werden. 2013 erfolgte die Erweiterung des Bauwerks. Die Produkte von EasternGraphics sind international gefragt, besonders der „pCon.planner“. Er ist inzwischen überall dort unentbehrlich wo die Innenräume von Industriegebäuden, von Büros, von Lagerhallen, Krankenhäusern mit Operationssälen und Pflegeeinrichtungen mit Möbeln, Regalen, Maschinen, Anlagen, OP-Einrichtungen und anderen Gegenständen ausgestattet werden müssen. Natürlich hilft er auch bei der Einrichtung von Wohnungen.

Gerührt von dieser Ehrung zeigte sich Frank Wicht bei der Übergabe des Preises. In seinen Dankesworten richtete er sich ganz besonders an die Belegschaft von EasternGraphics: „Dieser Erfolg ist vor allem der Erfolg der Menschen bei EasternGraphics. Ohne sie wäre diese Unternehmensentwicklung nicht möglich gewesen.“ Ebenso dankte er seiner Familie, die stets der Anker in seinem Leben gewesen sei. Ohne sie und ohne gute Freunde hätte er diesen Weg nicht beschreiten können. Wicht wandte sich auch an den Gastgeber der Preisverleihung, die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau. Diese langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit habe mit dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen so gut entwickeln konnte. Am Ende wandte sich der Preisträger an alle Anwesenden: „EasternGraphics ist aus der Universität heraus gegründet worden. Sie ist für uns alle von größter Bedeutung. Bitte arbeiten sie alle gemeinsam mit daran, dass viele junge Absolventen hier in der Region bleiben, um diese und die Uni zu stärken.“ Zum Abschluss sagte Frank Wicht: „Danke für die Gänsehautmomente!“