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„Spielzeugland Thüringen“ – Ausstellung in der Unibibliothek Ilmenau

Seit mehr als 25 Jahren sammelt Klaus Dörfer, Mitarbeiter der Universitätsbibliothek Ilmenau, altes Spielzeug. Besondere Stücke aus seiner umfangreichen Sammlung hat er auch schon ausgestellt. Die Ausstellung, die heute, am Freitag, 1. November 2019, um 17 Uhr, in der Universitätsbibliothek eröffnet wird, zeigt Spielzeug aus den Jahren 1949 bis 1990 ausschließlich von Herstellern aus Thüringen. Erweitert um Leihgaben von Sammlerfreunden Dörfers und des „Freundeskreises Stadtilmer Spielzeugbahnen“, zeigt sie ein vielseitiges Bild thüringischen Spielzeugs aus vier Jahrzehnten. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Dezember von montags bis samstags zu den Öffnungszeiten der Bibliothek frei zugänglich.

Thüringen ist, neben dem Erzgebirge und der Region um Nürnberg, eines der traditionsreichsten Zentren der Spielzeugherstellung in Deutschland. Dabei war in Thüringen die Herstellung vor allem in den Regionen um Sonneberg und Waltershausen und später, in der DDR-Zeit, in der Stadt Weimar verwurzelt. Da um 1913 rund 20 Prozent der auf dem Weltmarkt gehandelten Spielwaren in der Region um Sonneberg hergestellt wurden – neben Holzspielzeug vor allem Puppen und Spieltiere –, wurde die Stadt damals sogar „Weltspielwarenstadt“ genannt. 

In ihren Anfängen war die Spielzeugherstellung in Thüringen ein typisches Heimgewerbe. Unzählige kleine und kleinste Werkstätten fertigten und verkauften aber nicht in eigenem Namen, sondern für sogenannte Verleger. Sie bestimmten, was und wieviel produziert werden sollte, und sorgten für den weltweiten Vertrieb. Erst um 1850 kamen Firmen auf, die unter eigenem Namen auftraten. Weltkriege und Wirtschaftskrisen sorgten für Einschnitte, die Enteignung aller privaten Hersteller und die Konzentration der Fertigung in großen Kombinaten in der DDR erwies sich für den Wirtschaftszweig als hinderlich und auch die Wende 1990 tat der Branche nicht gut. Doch wird in Thüringen auch heute noch qualitativ hochwertiges und pädagogisch wertvolles Spielzeug hergestellt.

Die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Ilmenau kann die große Vielfalt der Thüringer Spielwarenproduktion nur anreißen. Sie zeigt aber, dass sich engagierte Menschen mit diesem speziellen Gebiet der Kultur-, Industrie- und Heimatgeschichte befassen. An der Ausstellung mitgearbeitet hat die „Ankerstein GmbH Rudolstadt“, ein traditionsreicher Thüringer Spielzeughersteller.