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Eine Beziehungsgeschichte: Göttingen und Gotha

Die Universitätsstadt Göttingen und die Residenzstadt Gotha scheinen auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemein zu haben. Steht Göttingen mit seiner lebendigen Universität für die fast zweihundertjährige Tradition akademischer Forschung, erscheint in Gotha die Dominanz von Hof und Adelskultur ungebrochen. Diese augenscheinliche Differenz beider Städte heuristisch nutzbar zu machen, ist das Anliegen des Workshops „Universität und Residenz, Wissenschaft und Sammlung, Göttingen und Gotha. Eine Beziehungsgeschichte“. Der Workshop findet am 11. und 12.1 Dezember 2019 im Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, Vortragssaal, statt.

Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass es von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts intensive Kontakte zwischen Göttingen und Gotha gab, die sich als Beziehung zweier Sammlungs- und Forschungsstandorte beschreiben lassen. Aufgrund von Lehrer-Schüler-Verhältnissen, familiären und geschäftlichen Verbindungen bestanden teils enge personelle Kontakte, die den Transfer bzw. die Zirkulation von Personen, Ideen, Verfahrensweisen und Objekten ermöglichten. Diese regen Beziehungen werfen die Frage auf, welche Übereinstimmungen auf der Ebene der Akteure und Praktiken bestanden. Trotz des unterschiedlichen Status beider Standorte war Austausch gegeben, der – so stellt es sich zumindest derzeit dar – erst im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts abnahm.

Aus diesem Befund ergibt sich die Zielstellung des Workshops: Indem der Grad an Übereinstimmung und Verflechtung zwischen Gotha und Göttingen zu unterschiedlichen Zeiten ausgelotet wird, sollen allgemeine Entwicklungen der Sammlungs- und Wissenschaftsgeschichte von besonderen unterschieden werden. Das Erkenntnisinteresse richtet sich dabei zunächst auf die spezifische Situation in Göttingen und Gotha, doch soll der Workshop es auch ermöglichen, über generelle Unterschiede zwischen Universitäts- und Residenzstadt nachzudenken.