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2019 im Rückblick: Herausforderungen im Ilm-Kreis mit vereinten Kräften gemeistert

Auf ein abwechslungsreiches Jahr schaute Landrätin Petra Enders in ihrer Jahresabschlusspressekonferenz zurück und zog eine positive Bilanz.

Die Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers CATL am Erfurter Kreuz bezeichnete Landrätin Petra Enders als großen Gewinn für den Ilm-Kreis. Foto: wr

Am 23. Dezember hatte Landrätin Petra Enders zu ihrer traditionellen Jahresabschlusspressekonferenz in Landratsamt Ilm-Kreis eingeladen. In ihrem Rückblick verwies sie auf eine Vielzahl an Herausforderungen im Ilm-Kreis, die aber, wie sie sagte, mit vereinten Kräften gemeistert wurden. Als Beispiele nannte sie den Waldbrand bei Plaue, die Kommunalisierung des ÖPNV oder die Sperrung der Schule in Martinroda: „Das hat uns viel Kraft gekostet, all das war schwere Arbeit für uns. Wir haben viel Geld in Schulen investiert, das Ehrenamt gefördert und Akzente im Klimaschutz gesetzt.”

Hohe Investitionen

Knapp sieben Millionen Euro investierte der Kreis 2019 in Schulen und Turnhallen. Wenn die großen Maßnahmen in Langewiesen, am ehemaligen Neideck-Gymnasium in Arnstadt, an den Turnhalle Marlishausen und Bechstein-Schule Arnstadt sowie an der Grundschule Martinroda abgeschlossen sind, hat der Kreis rund 14 Millionen Euro in die Schulen und Turnhallen gegeben. Für das kommende Jahr sind die Grundlagen für weitere Vorhaben gelegt, so etwa in Geraberg für 2,6 Millionen Euro. Auch in den Straßenbau wurde wieder investiert. So gab es 2019 drei große Straßenbaumaßnahmen des Kreises: Zusammen mit der Stadt Arnstadt und dem Wasser- und Abwasserzweckverband Arnstadt und Umgebung WAZV wurde die K30 „An der Setze” in einem zweiten Bauabschnitt ausgebaut. Vom Lokschuppen aus bis ins Gewerbegebiet Erfurter Kreuz führt jetzt ein Radweg parallel zur Thöreyer Straße. Zwischen Gillersdorf und Böhlen wurde die Kreisstraße 48 erneuert.

Die Landrätin sagte weiter dazu: „Für alle Baumaßnahmen haben wir Förderungen über verschiedene Programme erhalten. Ohne die Mittel des Landes wären viele Maßnahmen nicht möglich gewesen. Ich danke deshalb für die Unterstützung. Auch 2020 sind weitere Maßnahmen in Schulen und auf Kreisstraßen vorgesehen. Ob die Kreisstraßen bei Kahlert und Ehrenstein, die Geraberger Regelschule, die Turnhallen in Gräfenroda, Stützerbach und Dörnfeld, das ehemalige Neideck-Gymnasium oder ein Multifunktionsgebäude für die Schulen in Ilmenau Am Stollen, es gibt noch viel zu tun. Das gelingt nur mit einem soliden Haushalt, der im Januar hoffentlich beschlossen wird.”

Herausforderung Waldbrand

Den Waldbrand bei Plaue hob die Landrätin als eine der größten Herausforderungen des zu Ende gehenden Jahres hervor. Am Nachmittag des 24. April 2019 war dieser in einem Waldgebiet unterhalb der Reinsberge ausgebrochen. Am Abend sah sich Enders aufgrund des Ausmaßes des Feuers gezwungen, Katastrophenalarm auszurufen. 34 Feuerwehren mit 425 Einsatzkräften und 52 Fahrzeugen, zudem Rettungshundestaffel und Ortungstechnik wirkten an der Brandbekämpfung mit sowie Feuerwehrkräfte aus den Nachbarkreisen Weimarer Land, Suhl, Erfurt, Schmalkalden-Meiningen, Gotha und Wartburgkreis. Die Landespolizei war mit einem Hubschrauber und Wärmebildkamera an allen drei Tagen zur Erkundung im Einsatz. Die Bundespolizei hatte drei Löschhubschrauber im. Mit drei Traktoren mit 10.000 Liter Wasserfässern unterstützten zwei Landwirtschaftsbetriebe des Kreises die Löscharbeiten. Nach drei Tagen könnten die Löscharbeiten abgeschlossen werden. Enders dankte allen beteiligten für ihr Engagement.

Eine große Zahl an Aufgaben standen auch im Bereich Gesundheit, Prävention und Pflege an. Einer der Schwerpunkte im Gesundheitsamt des Ilm-Kreises war 2019 die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen. Hier wurden im Schuljahr 2018/2019 6.700 Untersuchungen durchgeführt. Neben der Zahngesundheit führte das Gesundheitsamt 962 Einschulungsuntersuchungen durch, die in Thüringen Pflicht sind. Wo es notwendig ist, gibt das Gesundheitsamt viele nützliche Tipps an die Erziehungsberechtigten, um den Kindern bei Auffälligkeiten oder Defiziten zu helfen. Die Amtsärztinnen verweisen auch an Fachärzte, wo eine weitere Behandlung nötig ist. Mit Stolz wies die Landrätin auf die Arbeit der Ilm-Kreis-Kliniken hin. Der Ilm-Kreis ist zu 100 Prozent Gesellschafter gemeinnützigen GmbH. Bis zum 31. Oktober 2019 wurden in den Kliniken 561 Kinder geboren und über 16.000 Patienten stationär behandelt. Das EndoProthetikZentrum (EPZ) für die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie konnte erfolgreich erweitert werden, sodass der Standort Ilmenau ebenfalls Bestandteil des EPZ ist und erfolgreich zertifiziert wurde. Auf Wunsch von Seniorenvertretungen wurde ein Kommunale Senioren- und Pflegeinformationszentrum. Christiane Herrmann koordiniert in Zukunft die verschiedenen Dienstleistungen und Angebote in der Pflege, zum altersgerechten und barrierefreien Wohnen, im präventiven Bereich oder auf Seiten der Behörden erfassen.

Funktionierende Wirtschaftsförderung

Gern unterstreicht Petra Enders auch die Tatsache, dass der Ilm-Kreis der wirtschaftlich stärkste Landkreis Thüringens ist. So auch im zu Ende gehenden Jahr 2019. „Hierbei kommt es auf eine gut funktionierende Wirtschaftsförderung an, die Verwaltung und Wirtschaft zusammenbringt und unterstützt”, sagte sie dazu. Die Wirtschaftsförderung habe bisher 20 gewerbliche Anträge auf Investitionszuschuss zur Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur bewertet. Sie hatten ein Investitionsvolumen von 18,8 Millionen Euro für Neuansiedlungen, Erweiterungen oder Rationalisierungsprozesse. Dadurch konnten 970 Arbeitsplätze im Ilm-Kreis gesichert und neu geschaffen werden. Dabei stand die Ansiedlung des chinesischen Batterie-Herstellers Contemporary Amperex Technology CATL an erster Stelle mit einer Gesamtinvestition von 1,8 Milliarden Euro, die der Ilm-Kreis bei der Planung begleitet. Enders: „Die CATL-Ansiedlung ist ein großer Gewinn für den Ilm-Kreis. ”

Die Wirtschaftsförderung hat auch den Fachkräftegewinn im Blick und arbeitet in der Arbeitsgruppe Schulewirtschaft mit, die den Tag im Unternehmen organisiert. Das Sachgebiet Wirtschaftsförderung und Infrastruktur organisierte ebenso die Unternehmensbesuch der Landrätin, die sie 2019 in die PDF Präzisionsdrehteile Frankenhain GmbH & Co KG, in die Porzellanmanufaktur Martinroda, die Agrargenossenschaft Bösleben, in die Geratherm Medical und Capillary Solutions in Geschwenda, in die IlmDoc Technische Dokumentation in Langewiesen sowie in die Bio-Bäckerei Mann in Arnstadt führte. In dem Zusammenhand betonte sie die gute Unterstützung, die das Regionalmanagement Landkreis Gotha und Ilm-Kreis im Bereich der Wirtschaftsförderung leistet: „Mit einem gemeinsamen Regionalmanagement wachsen die wirtschaftlich stärksten Kreise enger zusammen. So gelingt eine gemeinsame Entwicklung für attraktive und dynamische Regionen.”

Viele weitere in 2019 relevante Themen griff Petra Enders in ihrer Pressekonferenz auf, über die noch gesondert berichtet wird. Darunter waren die Kommunalisierung des ÖPNV, die Stabilität der Gebühren in der Abfallwirtschaft, der Radverkehr, Aktivitäten zum Naturschutz sowie die umfangreiche Arbeit im Verkehrs-, Gewerbe- und Ordnungsamt. Auch die Kreisgebietsreform durch die im Ilm-Kreis acht neue Verwaltungseinheiten geschaffen wurden zählte dazu. Insgesamt zog sie eine positive Bilanz der Bewältigung der bestehenden Aufgaben. Sie bedauerte allerdings, dass in den Ämtern der Kreisverwaltung mit viel Öffentlichkeitsverkehr ein zunehmend aggressives Auftreten von manchen Bürgern verzeichnet wird, das bis zu Gewalttätigkeiten gereicht hat. Sie appellierte, jegliche Auseinandersetzungen mit zivilisierten Mittel und nicht mit Beleidigungen zu führen. Und sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es im kommenden Jahr diesbezüglich friedlicher wird.