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Schnelle Mobilfunklösungen sind Voraussetzungen für hochautomatisierten Verkehr

Die Stadt Ilmenau erhält vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Fördermittel in Höhe von 71.110 Euro zur Entwicklung vernetzter Mobilitätslösungen.

Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (Mitte) mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (r.) und Tankred Schipanski (l.), MdB-CDU, bei der Übergabe der Fördermittel in Berlin. Foto: BMVI

Die Stadt Ilmenau erhält Fördermittel für ihre Beteiligung am 5G-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, mit dem Projekt „P-Mover: Mobilitätslösungen im suburbanen Raum vernetzen“. Das Bundesministerium hat in Deutschland den „5G-Innovationswettbewerb“ ausgelobt, der deutschlandweit auf großes Interesse stieß. Es wurden insgesamt 138 Förderanträge für konkrete Projektvorhaben gestellt, von welchen jetzt 67 Projekte in einer ersten Phase unterstützt werden.

Oberbürgermeister zu Gast im Bundesverkehrsministerium

Der Förderantrag der Stadt Ilmenau wurde für eine Konzeptförderung ausgewählt. Aus diesem Anlass war Oberbürgermeister Daniel Schultheiß am 19. Dezember 2019, im Bundesverkehrsministerium in Berlin zu Gast. Auf der feierlichen Übergabeveranstaltung konnte er eine Zuwendungsurkunde über Fördermittel in Höhe von 71.110,48 Euro entgegennehmen. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Gelegenheit, Kontakte zu anderen Wettbewerbern und Innovationsträgern zu knüpfen, um weitere wertvolle Ideen und Ansätze für das Pilotprojekt zu generieren.

Schultheiß: „Ilmenau ist durch die Eingemeindungen in seiner Größe enorm gewachsen. Wir haben die flächenmäßige Ausdehnung von Hannover erreicht, aber auf dieser Fläche leben nur etwa 39.000 Menschen. Um uns ernsthaft mit zukunftsfähigen und auch kleingliedrigen Mobilitätslösungen für den ländlichen Raum zu beschäftigen, helfen uns die Fördermittel sehr. Aber jetzt beginnt die Arbeit erst. Zusammen mit der TU Ilmenau und dem Ilm-Kreis wollen wir uns mit einem exzellenten Konzept für die nächste Förderrunde bewerben. Das wird bei der hochwertigen Konkurrenz jedoch äußerst schwer werden.“

Kleingliedrige Mobilitätslösungen für den ländlichen Raum

Das Konzept „Mobilitätslösungen im suburbanen Raum vernetzen“ verfolgt als Ziel die Vorbereitung eines groß angelegten Projekts zur Erprobung und Erforschung zukünftiger kleingliedriger Mobilitätslösungen unter den realen Bedingungen einer Kommune mit überdurchschnittlich großer Ausdehnung und suburbaner Struktur, wie Ilmenau. Die Vernetzung von Verkehrs- und Datenströmen im ÖPNV anhand ausgewählter innerstädtischer Linien und einer Stecke außerhalb der Kernstadt sowie die intelligente Verkehrsbeeinflussung im Mischverkehr stehen dabei im Mittelpunkt. Neuartige Mobilitätslösungen wie der Einsatz hochautomatisierter Fahrzeuge werden erst dann zur Alternative, wenn der Zugriff auf eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur, wie 5G garantiert ist und die Beherrschung realer Verkehrsszenarien durch intensive Forschungsarbeit schrittweise verbessert wird.

5G steht für den Englisch-sprachigen Begriff „fifth generation“ – „fünfte Generation“ und bezeichnet einen neuartigen Standard für mobiles Internet und Mobiltelefonie. Mit der Nutzung höherer Frequenzen lassen sich größere Datenmengen pro Zeitintervall übertragen als zum Beispiel mit dem bisher leistungsstärksten LTE-Standard. Deshalb ist 5G auch für Unternehmen und Kommunen im ländlich geprägten Raum interessant. Die Möglichkeit der Übertragung enorm hoher Datenmengen in kurzer Zeit könnte auch eine mögliche Alternative zum Verlegen von Glasfaserkabeln und damit zu teuren Tiefbaumaßnahmen darstellen. Gleichzeitig eröffnet sich eine Vielzahl von mobilen Anwendungsmöglichkeiten, für teilautonomes- und autonomes Fahren, was die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum enorm verbessern könnte.

In der ersten Förderphase, der Konzeptförderung, wird die Erstellung eines Projektkonzepts finanziell unterstützt. In der zweiten Phase setzt sich der Wettbewerb um die verfügbaren Fördermöglichkeiten im Rahmen der Umsetzungsförderung fort. In der Umsetzungsförderung wird die Realisierung der erarbeiteten Konzepte weniger Kommunen finanziell gefördert.