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Signal für nachhaltigen, umweltschonenden und zukunftsfähigen Tourismus im Thüringer Wald

Das Schullandheim Geraberg ist die erste Einrichtung außerhalb eines Kurortes, die das Rennsteigticket seit Jahresanfang 2020 anbietet.

Im Schullandheim Geraberg: (v.l.) Jens Hertwig, Betreiber des Schullandheims, Dr. Elke Hellmuth, UNESCO Biosphärenreservat, Landrätin Petra Enders und Tilman Wagenknecht, Verein Bus und Bahn Thüringen. Foto: Doreen Huth, LRA Ilm-Kreis

Das Schullandheim in Geraberg ist seit 1. Januar 2020 der erste Partner des Rennsteigtickets außerhalb eines Kurortes. „Die Einrichtung ist damit vorbildhaft für die Erweiterung dieses großartigen Angebotes im Tourismus. Es steht für eine nachhaltige Entwicklung, die die Natur zum Fahrtziel erklärt und unseren schönen Thüringer Wald für noch mehr Besuchergruppen erschließt“, lobt Petra Enders die Kooperation zwischen dem Verein Schullandheim Geraberg und dem Verein Bus und Bahn Thüringen.

Kostenlose Nutzung des ÖPNV im Ticketgebiet

Auf das Rennsteigticket ist Landrätin Petra Enders besonders stolz. Und so freut es die Kreischefin noch mehr, dass seit Januar 2020 die Erweiterung des Geltungsgebietes vom Ilm-Kreis aus voranschreitet. Seit Anfang des Jahres ist das Schullandheim Geraberg Partner des Rennsteigtickets. Es ist damit die erste Einrichtung außerhalb eines Kurortes, die seinen Gästen über die Gästekarte die kostenlose Nutzung des ÖPNV im Ticketgebiet anbietet. „Das Rennsteigticket ist im Ilm-Kreis entwickelt worden und wird von hier aus nun erweitert. Das ist das richtige Signal für einen nachhaltigen, umweltschonenden und zukunftsfähigen Tourismus im Thüringer Wald. Zusammen mit der neu aufgelegten Thüringer Wald Card ergeben sich so neue, attraktive Angebote auch im Ilm-Kreis.“ Landrätin Petra Enders wünscht sich nun noch mehr Unternehmen, die dem Rennsteigticket beitreten und sich somit für ein klima- und urlauberfreundliches Reisen in Thüringen stark machen. 

2015 nahm das Rennsteigticket seine Anfänge im Ilm-Kreis. Der Landkreis war Gründungsmitglied für dieses touristische Angebot, das eine kostenlose Nutzung des ÖPNV für Übernachtungsgäste in Kurorten ermöglichte. „Damals starteten in 11 Gemeinden des UNESCO Biosphärenreservates Thüringer Wald 211 Übernachtungsbetriebe und sechs Verkehrsunternehmen mit dem Angebot. Heute sind es 13 Gemeinden mit Zertifikat, 351 Übernachtungsbetriebe und neun Verkehrsunternehmen. Im Ilm-Kreis ist das Rennsteigticket überall gültig. Es bringt Touristinnen und Touristen einfach, unkompliziert und kostenlos zu ihren Zielen im Thüringer Wald, wo sie mit der modernisierten Thüringer Wald Card viele Ermäßigungen auf Museen, regionale Produkte, Eintritte und mehr nutzen können – 27 davon im Ilm-Kreis.“

Thüringer Wald Card in Kurorten zugleich Rennsteigticket

In Kurorten wird die Thüringer Wald Card als Gästekarte ausgegeben und fungiert für Übernachtungsgäste zugleich als Rennsteigticket. Die Thüringer Wald Card ist aber mit einem Erlebnisführer auch käuflich erwerblich. „Zusammen mit dem Rennsteigticket bleibt der Thüringer Wald somit ein attraktives Urlaubsziel im Einklang mit der Natur und über das ganze Jahr hinweg“, freut sich Landrätin Petra Enders über die aktuellen Vereinheitlichungen im Thüringer Tourismus und damit auch Vereinfachungen für UrlauberInnen. Galt das Angebot des Rennsteigtickets bisher in Kurorten, soll es sich auch darüber hinaus etablieren. Der Verein Bus und Bahn Thüringen bietet interessierten Unternehmen an, sie innerhalb von zwei Wochen mit einem entsprechenden Meldescheinsystem ausstatten zu können, damit sie eine entsprechende Gästekarte ausreichen können, die die kostenlose Nutzung des ÖPNV und die Leistungen der Thüringer Wald Card abdeckt.

Finanziert wird das Rennsteigticket über eine Umlage, die derzeit im Bereich des UNESCO Biosphärenreservates Thüringer Wald und damit auch des Ilm-Kreises bei 37 Cent pro Übernachtung und Gast liegt. Von dem Solidaritätsbeitrag profitieren am Ende alle. Die Verkehrsunternehmen erhalten mehr NutzerInnen für ihre Angebote. Die Gewerbetreibenden können neue touristische Zielgruppen wie Familien ohne Autos oder umweltbewusste TouristInnen ansprechen. Die Landkreise und Städte werben mit einem sanften Tourismus im Einklang von Mensch und Natur für ihre Regionen. Schließlich profitieren am Ende die Urlaubsgäste von dem Angebot, weil sie mit einer Karte den ganzen Thüringer Wald entdecken können. Der Geltungsbereich des Rennsteigtickets soll erweitert werden. Mit Masserberg und Saalfeld stoßen in diesem Jahr weitere besucherstarke Orte hinzu. Gespräche mit Suhl gibt es auch, sagt Tilman Wagenknecht vom Verein Bus und Bahn Thüringen. Er ist zuversichtlich, dass das Rennsteigticket überall möglich ist. „Ich träume von einem Ticket für ganz Thüringen“, schaut Petra Enders noch weiter in die Zukunft.

Schullandheim Geraberg setzt auf Steigerung der Übernachtungszahlen

Jens Hertwig als Betreiber des Schullandheimes Geraberg setzt erst einmal auf eine Steigerung seiner Übernachtungszahlen, will neue Anschlusswege erschließen und so ebenso im Sinne eines klimafreundlichen Tourismus neue Besuchergruppen erschließen. Mit dem Schullandheim liegt er im UNESCO Biosphärenreservat Thüringer Wald, trägt die dortige Bildungsarbeit gern mit. Als Mitzeichner des Thüringer Klimaweges, bald neue Perle des Urwaldpfades und mit vielen in der Satzung festgeschriebenen Bildungsaufträgen im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie Demokratiestärkung war für ihn der Schulterschluss mit dem Rennsteigticket ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltige Zukunft. „Kindern die Nutzung des ÖPNV zu vermitteln, bringt gleich mehrere Effekte. Sie lernen eine umweltbewusste Mobilität kennen, kommen über neue Wege miteinander ins Gespräch, entdecken ihre Umgebung ganz neu. Das hat mich gereizt, mit einzusteigen.“ Dr. Elke Hellmuth vom UNESCO Biosphärenreservat, ein Partner der ersten Stunde, sieht in der Erweiterung des Rennsteigtickets eine konkrete Umsetzung des Klimaschutzes. Auch sie sieht das Angebot nicht nur auf Kurorte beschränkt und hofft auf viele „Nachahmer“.