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Modellfabrik des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Vernetzung produziert Maskenhalter

Mit Hilfe der additiven Fertigung ist es möglich, Behelfsatemmasken ohne Nähen dank Maskenhaltern aus Kunststoff herzustellen.

3D-Druck von Maskenhaltern in der Modellfabrik Vernetzung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau. Foto: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau

Die Modellfabrik Vernetzung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau produziert Maskenhalter. Seit Beginn der neuen Regelungen, die das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel beim Einkaufen oder beim Benutzen des ÖPNV vorschreiben, sind Atemmasken mehr oder weniger Mangelware. Eine Lösung für das Problem kommt aus der additiven Fertigung: Behelfsmasken ohne Nähen dank Maskenhaltern aus Kunststoff. Die Modellfabrik Vernetzung fertigt derzeit solche Halterungen und nutzt dabei die Vorlage „mask4all“ der EDAG Group. Zwei Gummibänder und ein Stück Stoff, mehr braucht es dann nicht mehr zur Selbstmontage der Behelfsmaske. Der Vorteil: Der Stoff kann leicht ausgetauscht werden und erlaubt eine hygienische Handhabung der „DIY“-Maske.

Die Maskenhalter werden im FDM-Verfahren hergestellt und können so auch mit privaten 3D-Druckern gefertigt werden. Die EDAG Group hat die Druckdaten hier bereitgestellt. „Die 3D-Druckvorlage funktioniert ohne Supportstruktur, und ist daher auch mit sehr einfachen 3D-Druckern leicht zu handhaben.“, so Mathias Eiber von der Modellfabrik Vernetzung. Der Druck erfordert jedoch etwas Geduld. So braucht der Drucker der TU Ilmenau derzeit ca. zweieinhalb Stunden für den Druck eines Maskenhalter-Sets.

Diese einfachen „DIY“-Mund-Nasen-Masken genügen nicht den für Medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder persönliche Schutzausrüstung wie Filtrierende Halbmasken einschlägigen Normanforderungen beziehungsweise haben nicht die dafür gesetzlich vorgesehenen Nachweisverfahren durchlaufen. Sie dürfen nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden. Trotz dieser Einschränkungen können geeignete Masken als Kleidungsstücke dazu beitragen, die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs zum Beispiel beim Husten zu reduzieren und das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogen achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar zu unterstützen.