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Virtuelle Ehrung für zwei wissenschaftliche Spitzenprojekte aus Ilmenau und Jena

Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena erhielten den Thüringer Forschungspreis 2020.

Die Preisträgerteams der TU Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena im Foyer des Ernst-Abbe-Zentrums auf dem Ilmenauer Campus. Vorn mit den Preisen: Prof. Patrick Mäder (l.) und Prof. Eberhard Manske (r.). Foto: arifoto UG

Erstmals musste die Übergabe des Thüringer Forschungspreises virtuell erfolgen. Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee ehrte damit Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena. Sie erhielten den 25. Thüringer Forschungspreis und ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro. Tiefensee betonte im Rahmen der virtuellen Preisverleihung: „Die aktuelle Situation stellt die Gesellschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Auch, oder gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, öffentlich zu würdigen, was unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen leisten.“

Die Preise

Den Forschungspreis Grundlagenforschung erhielt das Projekt „Subnanometermessverfahren höchster Präzision mit zehn Dekaden Messbereich“ der TU Ilmenau unter der Leitung von Prof. Eberhard Manske, Leiter des Fachgebiets Fertigungs- und Präzisionsmesstechnik. In Ilmenau wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem man Messungen im Subnanobereich vornehmen kann – allerdings nicht nur an einem Punkt, sondern auf einer für diese Verhältnisse sehr, sehr großen Fläche. 

Mit dem Forschungspreis „Angewandte Forschung“ wurde das Projekt „Künstliche Intelligenz revolutioniert die Pflanzenbestimmung“ ausgezeichnet. Es stellt Smartphone-Nutzern die App „Flora incognita“ zur Pflanzenbestimmung zur Verfügung und befördert so die Artenkenntnis bei Nutzerinnen und Nutzern. Das Projekt wird von Prof. Patrick Mäder, Fachgebietsleiter Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme in Ilmenau und von Dr. Jana Wäldchen, Gruppenleiterin Flora-Incognita-Projekt am Max-Planck-Institut in Jena, geleitet.

740 Millionen Euro Förderung von Wissenschaft und Forschung

Weiter sagte Tiefensee: „Die zum Wettbewerb eingereichten Vorschläge decken ein sehr weites Forschungsspektrum ab. Sie werden aber durch einen hohen technischen Anspruch und dadurch verbunden, dass sie den Menschen als ökologisches, in seine Umwelt eingebundenes Wesen zeigen, das gerade auch durch Allerkleinstes beeinflusst wird. Die Corona-Pandemie führt uns gerade schmerzhaft vor Augen, wie relevant dieser Ansatz ist.“ Für die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie zur Finanzierung der Hochschulen hat der Freistaat Thüringen allein im vergangenen Jahr mehr als 740 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Das Geld ist gut angelegt, denn die hohe Qualität der geleisteten Forschung haben auch in diesem Jahr alle Vorschläge unter Beweis gestellt. Der Forschungspreis würdigt sie alle.“

Mit dem Thüringer Forschungspreis ehrt das Land Thüringen seit 1995 einmal im Jahr Spitzenleistungen in der Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes. Ausgezeichnet werden Arbeiten der Grundlagen- und der angewandten Forschung und mit einem Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro sowie dem Forschungspreis-Award prämiert. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus erfahrenen Wissenschaft¬lern aus ganz Deutschland. Mehr als 240 Forscherinnen und Forscher – oft in Forscherteams – wurden seit 1995 geehrt.

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