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Viele hochaktuelle Forschungsthemen sind im Projekt „Flora Incognita“ vereint

Der Forschungspreis im Bereich der angewandten Forschung ging an ein Forscherteam von TU Ilmenau und Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena.

Dr. Jana Wäldchen, Gruppenleiterin Flora-Incognita-Projekt am Max-Planck-Institut in Jena und Prof. Patrick Mäder, Fachgebietsleiter Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme an der TU Ilmenau, mit ihren Teams. Foto: arifoto UG

Mit dem Forschungspreis für angewandte Forschung wurden ausgezeichnet: Prof. Dr.-Ing. Patrick Mäder, Fachgebietsleiter Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme an der Fakultät für Informatik und Automatisierung der TU Ilmenau, Dr. Jana Wäldchen, Gruppenleiterin Flora-Incognita-Projekt am Max-Planck-Institut in Jena, Dr. Marco Seeland, Dr. Michael Rzanny, M. Sc. David Boho, Dipl.-Inf. Christian Wittich, Frau M. Sc. Alice Deggelmann und B. Sc. Fabian Nitsche. Die Wissenschaftler von der Technischen Universität Ilmenau und vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena erhielten die Auszeichnung für ihr gemeinsames Projekt „Künstliche Intelligenz revolutioniert die Pflanzenbestimmung“.

Maschinelles Lernen, Citizen Science, Smartphones - all diese hochaktuellen Forschungsthemen vereint das Forschungsprojekt „Flora Incognita“ seit fünf Jahren. Unter dem Motto „Künstliche Intelligenz trifft auf Natur'“ arbeitet ein interdisziplinäres Team aus den Fachbereichen Botanik, Informatik, Physik und Medienwissenschaften daran, traditionelle Pflanzenbestimmung in das digitale Zeitalter zu überführen. Wer kennt die Situation nicht? Beim Wandern entdecken Sie eine Pflanze, über die Sie gern mehr erfahren würden. Wie heißt die Pflanze, ist sie giftig oder steht sie womöglich unter Naturschutz? Ein Bestimmungsbuch haben Sie entweder nicht dabei oder Sie finden herkömmliche Bestimmungsliteratur zu komplex. Die konsequente Nutzung neuester Ansätze des maschinellen Lernens in Kombination mit der ständigen Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets machen es möglich, die Bestimmung von Pflanzen deutlich zu vereinfachen.

Leichte und sichere Pflanzenbestimmung

Die Flora Incognita Forschungsgruppe entwickelte ein Verfahren zur interaktiven, automatischen Pflanzenbestimmung mit Smartphones. Die im Rahmen des Projektes entwickelte Flora Incognita App zeigt eindrücklich, wie einfach heute Pflanzenbestimmung sein kann. Mit der Kamera des Smartphones fotografieren Nutzer die Blüte, dann gegebenenfalls das Blatt und in Sekundenschnelle erhalten sie einen Vorschlag zum Namen der Pflanze sowie weiterführende Informationen. Die App erlaubt somit eine leichte und sichere Pflanzenbestimmung für Menschen jeden Alters und jeden Grades an Vorwissen. Nach Einschätzung von Experten hat die Flora Incognita App das Potential, weit verbreitetes Werkzeug zur Bestimmung und Kartierung der deutschen Flora zu werden. Schulen, Universitäten, Umweltbildungseinrichtungen aber auch Planungsbüros und Umweltbehörden nutzen heute schon diesen Weg der Pflanzenbestimmung. Wissenschaftliche Ergebnisse und insbesondere KI-Methoden wurden somit in die Öffentlichkeit transferiert und erlebbar gemacht.

Prof. Kai-Uwe Sattler, Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, kommentierte den Forschungspreis: „Die Auszeichnung für Prof. Patrick Mäder und sein Team ist ein schönes Beispiel dafür, wie Forschungsergebnisse aus hochaktuellen Gebieten direkt Anwendung in unserem täglichen Leben finden und gleichzeitig einen Beitrag zu wichtigen Themen wie etwa Biodiversität leisten.“

  

Die App ist sowohl im Google PlayStore als auch im Apple AppStore erhältlich.