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Mammutaufgabe für alle Beteiligten: Fahrplan für Öffnung der Kindergärten steht

Innerhalb von zwei Tagen hat der Ilm-Kreis zusammen mit den Städten und Gemeinden des Kreises einen Fahrplan für die Öffnung der Kindergärten entwickelt.

Bis 15. Juni 2020 wird ein eingeschränkter Regelbetrieb in den Kindergärten des Ilm-Kreises ermöglicht. Foto: wr

„Familien brauchen Sicherheit, wenn ihre Kinder wieder in die Kindergärten kommen. Mit einem Strategiepapier schaffen wir den Einrichtungen nun genügend Zeit, die Forderung des Landes, bis 15. Juni 2020 einen eingeschränkten Regelbetrieb aufzunehmen, umzusetzen“, so Landrätin Petra Enders. Es war eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten. Mit der Ankündigung des Landes am 12. Mai 2020, die schrittweise Öffnung der Kindergärten in die Hand der Landkreise und kreisfreien Städte zu geben, wurde auch der Ilm-Kreis vor eine Herausforderung gestellt, die nur zusammen mit den Städten und Gemeinden gelöst werden konnte. Nach am Dienstagabend kamen die kommunalen Vertreter mit Landrätin Enders zusammen und erarbeiteten einen Fahrplan. Am Mittwochabend konkretisierte das Land mit einer Handreichung zum Thema Hygiene die zu erfüllenden Bedingungen. Die Landrätin dazu: „Seit Donnerstagnachmittag, haben wir einen Fahrplan, der den betreuenden Einrichtungen Zeit gibt, von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb zu wechseln.“

Notbetreuung für weitere zwei Wochen

Aktuell befinden sich im Ilm-Kreis 1177 Kinder in der Notbetreuung, knapp 2900 Plätze sind verfügbar. „Um alle Kinder, im Ilm-Kreis sind das 4600, bis spätestens 15. Juni 2020 wieder in einen eingeschränkten Regelbetrieb aufnehmen zu können, braucht es viel Arbeit und konzeptionelle Überlegungen bei den Trägern und in den Einrichtungen. Innerhalb von drei Tagen ist das nicht leistbar. Wir geben ihnen jetzt die Zeit dazu, indem wir vorerst die Notbetreuung für weitere zwei Wochen fortsetzen und auf die Betreuung von Vorschulkindern, deren Geschwister sowie Kindern von Eltern, die selbst in Kindergärten arbeiten und wo ein zweiter Elternteil ebenso berufstätig ist, erweitern. Ab 25. Mai 2020 erweitern wir die Notbetreuung noch einmal.“ So gewinnen die Einrichtungen Zeit, selbst Modelle für sich zu entwickeln, wie sie nach Pfingsten die Kindertagesbetreuung wieder hochfahren können. „Wir müssen es für jede Region betrachten. Denn jede Einrichtung ist anders. Entscheidend sind auch die Größen der Einrichtungen“, so Petra Enders.

So gibt es in der Stadt Stadtilm vier kleinere Einrichtungen in der ländlichen Peripherie der Kernstadt, die schon ab 18. Mai 2020 in einen eingeschränkten Regelbetrieb übergehen wollen. Das ist auch abgestimmt mit dem Bürgermeister Lars Petermann. Die drei großen Einrichtungen in der Kernstadt setzen aber vorerst das zusammen erarbeitete Modell mit um. Für den eingeschränkten Regelbetrieb hat das Landratsamt Definitionen entwickelt, an denen sich die Einrichtungen orientieren können. Sie betreffen:

  • Veränderte Gruppengrößen und -zusammensetzungen, wobei jede Gruppe jeweils durch eine Erzieherin betreut wird.
  • Eingeschränkte Öffnungszeiten, Raum- und Angebotsprogramme.
  • Keine öffentlichen Veranstaltungen, Feste und Feiern.

Sowohl die Eltern als auch die Einrichtungen und Träger sind über den Fahrplan und die Definitionen zum eingeschränkten Regelbetrieb informiert worden. „Wir möchten auch in Zusammenarbeit mit den Trägern und Einrichtungen versuchen, einen ständigen Wechsel in der Betreuung der Kinder wochen- und tageweise zu vermeiden. Das hilft weder der Einrichtung, noch den Kindern und am wenigsten den Eltern.“