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Corona-Infektionen nehmen erneut zu, Team des Gesundheitsamts arbeitet engagiert dagegen

Auch im Ilm-Kreis steigen die Fallzahlen an Corona-Infektionen wieder. Derweil arbeitet das Gesundheitsamt unermüdlich an der Krisen-Bewältigung.

Unermüdlich werden im Ilm-Kreis Tests durch das Team des Gesundheitsamts abgestrichen. Foto: wr

Mit dem derzeitigen Kontaktpersonenmanagement nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts sieht sich das Gesundheitsamt in der Lage, die Situation steigender Neuinfektionen gut im Griff zu haben, teilt der Ilm-Kreis mit. Angesichts dessen empfiehlt Landrätin Petra Enders: „Jeder und jede kann die Ausbreitung des Coronavirus verhindern und damit die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen. Halten Sie Abstand, achten Sie auf die Hygieneregeln und tragen Sie in Geschäften und im ÖPNV eine Alltagsmaske.“ Doch zur Arbeit der Mitarbeiter des Gesundheitsamts gehören noch viele weitere Aufgaben.

Vom 29. Mai bis 8. Juli keine neuen Fälle im Ilm-Kreis

Die bisherige Strategie in der Pandemie war geprägt von Abstand halten, Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Einhaltung der Hygieneregeln und Labortests. Das hat sich in der Bewältigung der Coronavirus-Krise durchaus bewährt. Vom 29. Mai 2020 bis 8. Juli 2020 waren keine neuen Fälle mehr im Ilm-Kreis hinzugekommen. Das Gesundheitsamt machte deswegen aber keine Pausen. Unermüdlich wurde abgestrichen. „Insbesondere die zahlreichen Tests auf SARS-CoV-2 waren und sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung, Rückverfolgung und Unterbrechung von Corona-Infektionsketten und damit zur Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen“, sagt Amtsärztin Renate Koch. „Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes aus tiefstem Herzen für ihr über das normale Maß hinausgehende Einsatzbereitschaft. Was das Team um Dr. Renate Koch in den vergangenen Monaten geleistet hat, verdient höchste Anerkennung“, so die Landrätin.

Die Testungen im Ilm-Kreis werden kontinuierlich weitergeführt. Aktuell sind dies unabhängig von den neu aufgetretenen Fällen täglich 20 bis 50 Tests, die durch das Team des Gesundheitsamts abgestrichen werden, um rechtzeitig Infektionen und Hotspots erkennen zu können. Die Kriterien, die vom Robert-Koch-Institut vorgegeben und durch die Laboratorien umgesetzt werden, um den Erreger SARS-CoV-2 sicher nachzuweisen, sind trotz der langen Zeit abnehmender Infektionsraten in den vergangenen Wochen deutlich strenger geworden. Aktuell müssen bei der Untersuchung des Abstriches im Labor zwei typische Genabschnitte des Erregers nachgewiesen werden, um zu einem positiven Testergebnis zu kommen. Uneindeutige Testergebnisse werden im Labor durch weitere Untersuchungen geprüft. Getestet werden insbesondere krankheitsverdächtige Personen sowie nachverfolgte Ansteckungsverdächtige beziehungsweise Kontaktpersonen. Außerdem wird die Aufmerksamkeit auf Risikogruppen in Heimen, Krankenhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen zur Kinderbetreuung gerichtet.

Gesundheitsamt durch drei Containment Scouts aufgestockt

Zur Bewältigung der Krise wurde in vielen Gesundheitsämtern das Personal aufgestockt. Auch das Gesundheitsamt des Ilm-Kreises erhielt drei sogenannte Containment Scouts des RKI, welche die Mitarbeiter bei der Umsetzung der Testungen sehr hilfreich unterstützen. Diese Unterstützung ist jedoch zeitlich befristet. Die seit Monaten bestehende Pandemiesituation hat viele zusätzliche Aufgaben und Anforderungen an das Gesundheitsamt gestellt. So müssen durch das Gesundheitsamt sämtliche Thüringer Verordnungen des Gesundheitsministeriums und zuletzt auch des Bildungsministeriums beachtet und zu deren Umsetzung beigetragen werden. Für bestimmte Veranstaltungen werden Infektionsschutzkonzepte geprüft und entschieden, Anmeldungen privater Feierlichkeiten entgegengenommen und für viele weitere Infektionsschutzregelungen eine fachgerechte Beratung geleistet.

Reiserückkehrer aus den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten müssen sich im Gesundheitsamt registrieren lassen und werden entsprechend der Quarantäneverordnung des Landes Thüringen kontaktiert. Besonders viel Gesprächsbedarf ergab sich im Rahmen der Öffnung der Kindertageseinrichtungen und Schulen, die mit der Verordnung des Thüringer Bildungsministeriums vom 12. Juni 2020 möglich wurde, wobei jedoch mit den Vorgaben in dieser Verordnung das Ministerium gleichzeitig eindeutige Kriterien für Besuchsverbote in den Kindertageseinrichtungen und Schulen festgelegt hat. Diese wurden mit der jetzigen Verordnung, die seit dem 16. Juli 2020 gilt, wiederum gelockert. Petra Enders und das Gesundheitsamt schauen kritisch auf diese Regelungen: „Es bleibt die Frage, wie Erzieherinnen unterscheiden sollen, was ein Erkältungssymptom und was ein Coronavirus-Symptom ist. Nur Abstriche bringen Sicherheit. Das zeigen auch die jüngsten Fälle im Ilm-Kreis. Deswegen braucht es eine schnelle Klärung auf Bundesebene, um klare Handlungsempfehlungen formulieren zu können.“

Aufgaben trotz Pandemie 

Trotz der unverändert bestehenden Pandemiesituation und der resultierenden Mehrbelastung muss das Gesundheitsamt die anderen originären Aufgaben weiterhin erfüllen. So wurden die Schuleingangsuntersuchungen fristgerecht abgeschlossen und hierfür 989 Kinder im Gesundheitsamt untersucht. Die notwendigen Kontrollen von Trinkwasser und Badegewässern erfolgen weiterhin. Für die Belehrungen nach Infektionsschutzgesetz zur Erstellung eines sogenannten Gesundheitsausweises haben wir in unserem Gesundheitsamt frühzeitig die Möglichkeit der fernmündlichen Belehrung geschaffen, so dass diese Belehrungen kontinuierlich fortgeführt werden konnten“, erläutert Dr. Renate Koch, wie ihr Team trotz Pandemie die weitere Arbeit aufrechterhält.

Auch auf den Sozialpsychiatrischen Dienst kamen völlig veränderte Anforderungen im Bereich Beratung und Krisenintervention zu. Durch das pandemische Geschehen und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen erfolgte eine nahezu vollständige Isolation psychisch kranker Menschen, nicht zuletzt aufgrund der Schließung psychosozialer Beratungsstellen, tagesstrukturierender Einrichtungen und behördlicher Institutionen. Dadurch hat sich der Gesundheitszustand vieler Menschen mitunter verschlechtert, was zum aktuellen Zeitpunkt verstärkte Beratungsgespräche und Vermittlungsarbeit erfordert. Aktuell erfolgen im Gesundheitsamt wieder Beratungen unter strenger Einhaltung aller infektionshygienischen Maßnahmen nach Terminvereinbarung.