EN
DE

Konzept zur Mobilität der Zukunft setzte sich in Wettbewerb mit 130 Bewerbungen durch

Das Fraunhofer IOSB, Institutsteil Angewandte Systemtechnik Ilmenau ist Konsortialführer des KI-Innovationsprojekt Bauhaus.MobilityLab Erfurt.

Möglichkeiten für ein ganzheitliches Mobilitätskonzept wurden Partnern bei einem Quartierspaziergang am Erfurter Brühl bereits vor einem Jahr im Rahmen der Vorbereitung des Bauhaus.MobilityLab präsentiert. Foto: Bauhaus.MobilityLab

„Innovation by experiment“ – mit dieser Vision ist das KI-Innovationsprojekt Bauhaus.MobilityLab Erfurt offiziell gestartet. Beim digitalen Kick-Off-Treffen hat das Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Hochschulen und der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt die Meilensteine für den gemeinsamen Weg zum Reallabor der Zukunft abgesteckt. Ein interdisziplinäres Konsortium unter Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft, der Bauhaus-Universität Weimar sowie der INNOMAN GmbH aus Ilmenau hat sich erfolgreich am „KI-Innovationswettbewerb“ des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beteiligt. Mit einem Projektvolumen von rund 20 Millionen Euro wird sich das „Bauhaus.MobilityLab“ in den kommenden drei Jahren zu einem Leuchtturm der Mobilitäts- und Energiewende entwickeln. Mit der Konsortialführerschaft wurde das Fraunhofer IOSB, Institutsteil Angewandte Systemtechnik Ilmenau unter der Leitung von Oliver Warweg betraut.

Dieser Weg hat seinen Ursprung im Jahr 2019, als das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit der Ausschreibung „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ die besten Ideen für den Transfer von deutscher Spitzenforschung im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) zu innovativen Produkten und Dienstleistungen suchte. In einem Feld von mehr als 130 Bewerbungen hat sich das Bauhaus.MobilityLab-Konsortium mit dem Ansatz, neue KI-Technologien aus den Bereichen Mobilität, Logistik und Energie in einem Reallabor mittels einer digitalen Laborplattform zu erproben, durchgesetzt.

Erfurt bietet ideales Umfeld für innovative Ideen und Lösungen

Schon während der Entwicklungsphase dieser Plattform wird in Erfurt an Laborinnovationen gearbeitet. Die Großstadt im Herzen Deutschlands repräsentiert einerseits die typische europäische Stadt hinsichtlich der Einwohnerzahl und ist zudem führend in der Sammlung und Auswertung von Verkehrsdaten. Aktuell werden diese Daten vor allem für die umweltorientierte Verkehrssteuerung der Stadt genutzt, in Zukunft werden sie ein Teil der Laborplattform des Bauhaus.MobilityLab. „Zusätzlich binden wir im Projekt urbane Logistik- und Energiedaten ein, die eine Kopplung der drei Bereiche zur Entwicklung von sektorübergreifenden Produkten und Dienstleistungen ermöglichen. So fördert das Bauhaus.MobilityLab eine intelligente Mobilitäts- und Energiewende“, erläutert Konsortialführer Oliver Warweg vom Fraunhofer IOSB-AST Ilmenau das Konzept.

Während die Laborplattform von den am Projekt beteiligten Fraunhofer-Instituten aus Ilmenau, Karlsruhe (IOSB), Kaiserslautern (ITWM) und Dortmund (ISST) entwickelt wird, bringen andere Unternehmen bereits konkrete Anwendungsfälle in das Reallabor ein. So zielt Bosch auf eine Weiterentwicklung von Technologien zum Luftqualitätsmonitoring, Siemens Digital Logistics auf zukunftsweisende, urbane Logistikkonzepte und BPV Consult gemeinsam mit highQ Computerlösungen auf neue Mobilitätsangebote im öffentlichen Verkehr. „Reallabore sind eine ideale Umgebung, um den Transfer von der Wissenschaft zu marktreifen Produkten- und Dienstleistungen zu fördern“, sind sich Prof. Dr.-Ing. Uwe Plank-Wiedenbeck, Bauhaus-Universität Weimar, und Prof. Dr. Andrej Werner, Ernst-Abbe-Hochschule Jena, einig. „Der Bauhaus-Gedanke, also das experimentelle und interdisziplinäre Arbeiten, lebt im Bauhaus.MobilityLab für das gemeinsame Ziel die Zukunft nachhaltig zu gestalten neu auf“, ergänzt der Professor für Verkehrssystemplanung aus Weimar. Pressemitteilung Projekt Bauhaus.MobilityLab Erfurt (BML-EcoSys) Willkommen im Reallabor der Zukunft

Co-Creation mit Nutzern und Angebote für Unternehmenskunden

Wie kommen nun die guten Ideen aus der digitalen in die reale Welt? Für diesen Schritt konzentriert sich das Konsortium zunächst auf das Quartier Brühl nahe der Erfurt Innenstadt. „In diesem Quartier konnten wir bereits zahlreiche assoziierte Partner gewinnen und sind in aktiven Gesprächen mit der LEG Thüringen sowie dem Brühl e.V. Der nächste Schritt wird der direkte Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort sein, um in einem Co-Creation-Prozess gemeinsam an der Zukunft in den Bereichen Mobilität, Logistik und Energie zu arbeiten“, fasst Frank Schnellhardt, Geschäftsführer von INNOMAN, den aktuellen Stand für das Reallabor zusammen. Unterstützt wird dieser Dialog von WLA Software – die führende Erfurter App-Agentur arbeitet im Bauhaus.MobilityLab-Projekt an den Schnittstellen für Nutzerinnen und Nutzer. Dabei stehen Bedienfreundlichkeit, Sicherheit und die Einbindung neuster Technologien im Mittelpunkt.

Die Laborplattform soll schon während der Projektlaufzeit regionalen und internationalen Unternehmen in Form eines „Lab as a Service“ für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Diese können eigene Produkte sowie Dienstleistungen auf der Plattform bereitstellen und Erkenntnisse hinsichtlich Nutzerakzeptanz, Datenintegration sowie Potenziale von sektorübergreifenden Angeboten gewinnen. In diesem Kontext sind erste Anwendungen im Reallabor, wie zum Beispiel ein Mobilitätsmanager und Mobilitätsstationen, bereits für das Jahr 2021 geplant. Insgesamt läuft das Projekt Bauhaus.MobilityLab Erfurt bis 2023 und soll auch darüber hinaus Innovationen im Herzen Deutschlands fördern.