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30 Jahre Entsorgungsdienstleistungen im Ilm-Kreis: stabil, erfolgreich und jetzt kommunal

Aus Anlass des 30. Jubiläums der Ilmenauer Umweltdienst GmbH besuchte Landrätin Petra Enders am 1. Juli 2020 das Unternehmen und überbrachte ihre Glückwünsche.

Landrätin Petra Enders (Mitte) und Ronny Bössel (l.), Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Ilm-Kreis, gratulierten IUWD-Geschäftsführer Ingo Kirsten zum 30. Jubiläum der Ilmenauer Umweltdienst GmbH. Foto: wr

Eine große Obstplatte für alle Beschäftigten der Ilmenauer Umweltdienst GmbH überreichte Landrätin Petra Enders an Geschäftsführer Ingo Kirsten. Foto: wr

Eine richtig große Feier, so wie zum 25. Jahrestag der Ilmenauer Umweltdienst GmbH (IUWD), konnte es zum 30. Jubiläum wegen der Corona-Pandemie nicht geben. So gratulierte Landrätin Petra Enders der Geschäftsleitung und den Beschäftigten des Unternehmens im kleinen Rahmen bei gebührendem Abstand. An Geschäftsführer Ingo Kirsten überreichte sie eine Jubiläumsurkunde und für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine riesige Obstplatte, zumal der regelmäßige Obstverzehr in der IUWD eine feste Tradition hat. Insbesondere unterstrich sie die erfolgreiche Arbeit in 30 Jahren Entsorgungsdienstleistungen für den Ilm-Kreis: „Wir stehen heute vor einem modernen, leistungsfähigen Unternehmen in kommunaler Hand, das mit Stolz auf seine Firmengeschichte und die Arbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schauen kann.“ Auch Ronny Bössel, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Ilm-Kreis (AIK) gratulierte zu dem Jubiläum.

Verdienste zweier Geschäftsführer

Die Landrätin erinnerte an die Gründung der Ilmenauer Umweltdienst GmbH, die am 1. Juli 1990 aus dem VEB Stadtwirtschaft Ilmenau hervorgegangen ist. Dabei würdigte sie die Verdienste von Rainer Kohlstedt, damals Geschäftsführer des Unternehmens, der den Übergang des VEB in eine eigenständige Firma geschickt umsetzte. Bis 2011 stand der der IUWD vor. 2012 wurde Ingo Kirsten neuer Geschäftsführer. Ihm war es vorbehalten das Unternehmen in die Kommunalisierung zu führen. Petra Enders: „Ich danke beiden Geschäftsführern für ihre Arbeit. Sie haben maßgeblich zum Erfolg des heutigen Betriebes beigetragen“

Einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Ilmenauer Umweltdienst GmbH, heute 40 Mitarbeiter und 24 Entsorgungsfahrzeuge, gab Geschäftsführer Ingo Kirsten. Zu Beginn hatte der Altkreis Ilmenau 50 Prozent der Anteile an dem Entsorger, die andere Hälfte hielt der damalige Mitgesellschafter Dähler & Co. Umweltdienst GmbH. 1997 erwarb der Ilm-Kreis zusätzlich ein Prozent der Geschäftsanteile der IUWD von Dähler und wurde somit mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter. 2002 wurde Dähler von der Rethmann-Gruppe übernommen, sodass Remondis, eine eigenständige Unternehmenssparte von Rethmann, mit 49 Prozent Gesellschafter der IUWD wurde. Kirsten hob hervor, dass der Erfolg der IUWD besonders durch das starke Engagement aller Beschäftigten und durch die regelmäßigen Investitionen in den Fuhrpark und in die gesamte Infrastruktur des Unternehmens abgesichert wurde. So entstand unter anderem ein neues Verwaltungsgebäude und ein Wertstoffhof am Standort Ratsteichstraße in Ilmenau.

Kommunalisierung per Bürgerentscheid eingeführt

Einen völlig neuen Abschnitt in der Unternehmensentwicklung brachte die Kommunalisierung der IUWD mit sich. Per Bürgerentscheid vom 23. März 2014, bei der mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten des Ilm-Kreises für die Kommunalisierung stimmten, wurde diese zum 1. Januar 2015 umgesetzt. Die Landrätin unterstrich, dass damit eine europaweite Ausschreibung der Müllentsorgung verhindert werden konnte, die die Gefahr in sich geborgen habe, dass ein fremder Partner die Geschicke des Unternehmens mitbestimmt hätte. Nun befinde sich die Entsorgung in kommunaler Hand, wo sie hingehöre. Dabei betonte sie, dass entgegen aller anders lautenden Ankündigungen die Müllgebühren stabil geblieben seien und es auch keine Müllberge im Ilm-Kreis gäbe, die nicht abgeholt werden. Enders: „Es war ein langer und schwieriger Weg. Für die IUWD und ihre Angestellten brachte er Sicherheit, Planbarkeit und Entscheidungsfreiheit mit sich. Für die Bürgerinnen und Bürger stabile und transparente Gebühren.“ Zugleich seien damit Gestaltungs- und Investitionsentscheidungen leichter geworden. Nicht zuletzt sei der Ilm-Kreis zum Vorbild für viele andere Kommunen geworden, die eine Kommunalisierung von Entsorgungsleistungen ins Auge fassen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Einführung eines sogenannten Identsystems. Das Ziel bestand darin, Anreize zur Müllvermeidung zu schaffen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, nur noch dafür zu zahlen, was sie tatsächlich zur Entsorgung geben. Dazu mussten alle Mülltonnen mit Transpondern und alle Entsorgungsfahrzeuge mit Lesegeräten ausgestattet werden. Diese Investition habe sich inzwischen in transparenten und fairen Gebühren niedergeschlagen, sagte die Landrätin. Zugleich räumte sie aber auch ein, dass das andere Ziel, nämlich die Müllreduzierung nicht erreicht wurde. Die Ursache dafür sei eine Überlagerung mehrerer Entwicklungen, so AIK-Chef Rönny Bössel. Einerseits sei das Aufkommen an Hausmüll zurückgegangen, andererseits habe die starke wirtschaftliche Entwicklung des Ilm-Kreises auch ein Anwachsen der gewerblichen Abfälle mit sich gebracht.

Bössel erläuterte zudem das Zusammenwirken von Abfallwirtschaftsbetrieb Ilm-Kreis und Ilmenauer Umweltdienst GmbH. Während der AIK insbesondere die organisatorische Seite der Müllentsorgung in den Händen hält, darunter den Gebühreneinzug, und Entsorgungsanlagen wie die Müllverladestation Wolfsberg sowie die Kompostieranlage betreibt, ist die IUWD für die operative Seite verantwortlich, unterhält den Fahrzeugpark und nimmt die Entsorgung vor Ort vor. Diese Aufgabenteilung habe sich bewährt und sei zum Vorteil beider Seiten, sagte Landrätin Enders. Am Ende dankte sie allen Beschäftigten der IUWD, auch in der Hoffnung, dass eine richtige Jubiläumsfeier bald nachgeholt werden kann.